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Der große Vergleich zweier Erfolgsklubs

Schlüsselduell: Top-Verteidiger Wolf (re.) gegen Top-Stürmer Gomez

Nürnberg - Beide Mannschaften, die am Samstag (26.05.07, 20.00 Uhr) beim Pokal-Finale im Berliner Olympiastadion im Fokus stehen, zählen zu den positiven Überraschungen dieser Spielzeit. Der 1. FC Nürnberg und der VfB Stuttgart - zwei Vereine, die eine ähnliche Philosophie verfolgen und eine klare Linie haben. Im großen Vergleich stellt fcn.de einige Parallelen fest.


Saisonziel

Club-Boss Michael A. Roth rief vor der Saison Platz acht bis zwölf als Ziel aus. Die Mannschaft übertraf die Erwartungen, belegte am Ende Rang sechs und zog dank des Pokalfinal-Einzugs und unter Mithilfe des VfB erstmals seit 1988 wieder in den Europapokal ein. Eine fantastische Spielzeit für die Fans in der Noris! Auch für die Stuttgarter Anhänger hätte es nicht besser kommen können. Deutscher Meister 2007 - nach 15 Jahren ging die Schale wieder ins "Ländle". Der Umbruch mit fast einem halben Dutzend neuer Stammspieler hätte nicht besser gelingen können. Dabei hatten die Schwaben, die sich nun auf die Champions League freuen dürfen, nach ihrer verkorksten letzten Saison eigentlich vor allem "leidenschaftlichen Fußball" anbieten wollen. Auch das ist ihnen - genauso wie dem Club - gelungen. 

Sportliche Leitung

Am Erfolg des Vereins haben Trainer und Manager beider Klubs großen Anteil. Unter Martin Bader hat sich der Club nach dem Aufstieg in die Bundesliga bereits in der dritten Saison in Folge im Oberhaus etabliert. Hans Meyer führte den Club in der vergangenen Saison von den Abstiegsrängen auf den achten Tabellenplatz und jetzt sogar auf Rang sechs und ins internationale Geschäft. Bei den Schwaben sorgten Horst Heldt und Armin Veh mit klugen Einkäufen für Harmonie im Kader, der auf Anhieb zueinander fand.

Taktik

"Der Nürnberger Vorteil ist ihr völlig anderes System, niemand spielt auf dieselbe Art wie sie", hatte Jürgen Klopp vor dem Rückrunden-Spiel seiner Mainzer gegen den 1.FCN gesagt. Tatsächlich setzt kein anderer Bundesligist so konsequent auf einen offensiven Dreiersturm wie der Club. Nur viermal in dieser Spielzeit stellte Hans Meyer um. Ansonsten versuchte sein Team, entweder mit einem 4-2-1-3 (14-mal) oder dem leicht abgewandelten 4-1-2-3 (13-mal) zum Erfolg zu kommen. Vor dem entscheidenden Meisterschaftsspiel gegen Cottbus spielte auch der VfB einige Male im 4-3-3. Grundsätzlich favorisierte Veh aber schon frühzeitig das klassische 4-4-2-System mit Raute - und das, obwohl kein echter Spielmacher im Kader steht.

Abwehr

Vor den beiden Klasse-Torhütern Raphael Schäfer und Timo Hildebrand verteidigen zwei der besten Abwehrreihen der Liga: Nürnberg mit nur 32 Gegentoren zusammen mit Schalke Spitzenreiter, Stuttgart und Hamburg mit 37 Gegentreffern gemeinsam auf Platz zwei. Der Club stellt dabei ein noch jüngeres Quartett als der VfB: Reinhardt, Wolf, Glauber und Pinola sind im Durchschnitt nur 23,5 Jahre alt. In die Rolle des Chefs der Nürnberger "Rasselbande" schlüpfte Andreas Wolf, der eine konstant starke Saison spielte. Gleiches gilt auf der anderen Seite für Matthieu Delpierre. Auffällig: Javier Pinola und Ludovic Magnin - beides Heißsporne - investieren noch mehr ins Spiel nach vorne als ihre Pendants auf der rechten Seite. Der argentinische Cluberer hat regelmäßig die meisten Ballkontakte im Team des 1.FCN und wurde jetzt sogar erstmals in die Nationalmannschaft der "Gauchos" berufen.

Mittelfeld

In der Defensiv-Zentrale haben bei beiden Teams zwei absolute Haudegen das Sagen. Hier Tomas Galasek, zig-facher tschechischer Internationaler, da Pavel Pardo, mexikanischer Rekord-Nationalspieler. Sie eint das einfache, oft fehlerfreie Spiel - unauffällig, aber effektiv. Am Ball behalten sie auch in Drucksituationen immer den Überblick und leisten darüber hinaus wichtige Aufbauarbeit. Galasek und Pardo wurden erst vor der Saison geholt und schlugen voll ein. Insgesamt haben die Spieler beider Mittelfeld-Reihen Torjägerqualitäten, die Treffer verteilen sich auf mehrere Schultern.

Sturm

Top-Torjäger beim Club ist Ivan Saenko mit neun Toren, gefolgt von Markus Schroth (6). Robert Vittek kommt zwar "nur" auf vier Treffer, war aber lange Zeit verletzungsbedingt außer Gefecht gesetzt. Der VfB-Angriff ist deutlich von seiner ersten Garde abhängig; Mario Gomez (14) und Cacau (13) schossen fast die Hälfte aller Stuttgarter Tore. Alle Stürmer der Franken und Schwaben sind sich auch für die im modernen Fußball unerlässliche Defensivarbeit nicht zu schade.