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"Bei Meyer muss man genau aufpassen"

Zuletzt immer mehr in Fahrt gekommen: Arnold Bruggink

Nürnberg - Arnold Brugginks Formkurve zeigt seit einigen Wochen steil nach oben. Der aus Heerenveen verpflichtete Offensivmann von Nürnbergs letztem Gegner in dieser Bundesliga-Saison, Hannover 96, ist angekommen an der Leine. "Dank unseres Trainerstabs", wie der 29-Jährige betont. Apropos Trainer: Unter Hans Meyer spielte er vor Jahren einmal bei Twente Enschede. Wie er den heutigen Club-Coach damals erlebt hat, verrät er im Interview mit fcn.de.


Arnold Bruggink, am vergangenen Samstag haben Sie und Ihre Mannschaft nach zuletzt drei Siegen in Folge eine Niederlage gegen Arminia Bielefeld hinnehmen müssen. Der direkte Einzug in den UEFA Cup blieb Ihnen damit verwehrt. Wie sehr wurmt Sie und ihre Kollegen noch die verpasste Chance und was ist in Bielefeld schief gelaufen?

Arnold Bruggink: Wir haben uns über diese Niederlage sehr geärgert. Mit einem Sieg hätten wir eine gute Chance gehabt, im Rennen um den UEFA-Cup-Wettbewerb zu bleiben. Wir haben in Bielefeld nicht zu unserem Spiel gefunden. Vieles ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgenommen haben. Außerdem haben wir in der zweiten Halbzeit unsere Torchancen nicht genutzt. Vielleicht wäre noch etwas möglich gewesen, wenn uns nach der Pause schnell ein Treffer gelungen wäre.

Hannover hat nach einer starken Rückrunde nicht nur am Ende souverän den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht, sondern auch an der Tür zum UEFA Cup angeklopft. Wie fällt denn ein Spieltag vor Saisonende ihr Fazit aus?

Bruggink: Wir können insgesamt ein positives Fazit ziehen. Nach drei Spielen zu Saisonbeginn haben uns viele schon als Absteiger gesehen. Jetzt haben wir drei Spieltage vor Schluss den Klassenverbleib geschafft. Das ist ein Verdienst unseres Trainerstabes und der Mannschaft. Wir können zufrieden sein.

Sie sind mit Ihren zuletzt starken Leistungen eine Schlüsselfigur für den Aufschwung bei den Roten und mit sechs Treffern zusammen mit Jan Rosenthal der erfolgreichste Torschütze Ihrer Mannschaft. Wie erklären Sie sich Ihre positive Entwicklung, nachdem Sie in der ersten Saisonhälfte noch nicht so richtig Tritt fassen konnten?

Bruggink: Ich habe mich zunächst an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen müssen. Da hatte ich meine Schwierigkeiten. Aber ich habe durch unseren Trainerstab schnell die Form gefunden, die man in Deutschland benötigt, um erfolgreich zu sein. Dabei haben mir natürlich auch die Tore geholfen. Sie gaben mir das nötige Selbstvertrauen. Außerdem macht es viel mehr Spaß, wenn man mit der Mannschaft erfolgreich ist. Da gebe ich sicherlich kein Geheimnis preis.

Was ist denn für Sie persönlich und auch Hannover 96 in der nächsten Spielzeit drin, wie lauten ihre Ziele?

Bruggink: Wir wollen in der kommenden Saison wieder angreifen und mit einem besseren Start frühzeitig die Weichen für eine bessere Platzierung stellen. Der Verein möchte ins internationale Geschäft. Ich bin sicher, dass unser Trainer Dieter Hecking sowie der Sportdirektor Christian Hochstätter für die notwendigen Verstärkungen sorgen. In Hannover ist einiges zu erreichen. Die Zuschauer möchten nicht immer um den Klassenverbleib bangen.

Sie waren im Verlauf Ihrer Karriere abgesehen von einem einjährigen Gastspiel beim RCD Mallorca ausschließlich in den Niederlanden aktiv. Nach dem ersten Jahr in Deutschland - welchen Eindruck haben Sie von der Bundesliga gerade nach diesem verrückten Saisonverlauf?

Bruggink: Es in der Tat eine außergewöhnliche Saison gewesen. So turbulent war die Bundesliga lange nicht. Es gab nie ein richtiges Mittelfeld und nur vier oder fünf Teams, die nicht in Gefahr waren. So etwas habe ich in den Niederlanden nicht erlebt.

Der 1. FC Nürnberg trifft im Pokalfinale auf den heißesten Anwärter auf die deutsche Meisterschaft, den VfB Stuttgart. Was sagen Sie zum bisherigen Abschneiden des Clubs und welche Chancen räumen Sie ihm für das Endspiel in Berlin ein?

Bruggink: Die Nürnberger waren in dieser Saison die positive Überraschung in der Liga. Die Mannschaft hat viele Spiele erfolgreich gestaltet. Sie spielte stets im oberen Mittelfeld mit und ist im Pokal-Wettbewerb bis ins Finale vorgedrungen. Die Mannschaft hat in Berlin gute Chancen, wenngleich die Stuttgarter überall als Favorit gehandelt werden.  

Sie selbst haben in Ihrer Zeit bei Twente Enschede unter der Ägide von Trainer Hans Meyer gespielt. Was zeichnet seine Arbeit aus?

Bruggink: Der Club-Trainer ist ein harter Arbeiter. Ich habe seine Tätigkeit in Enschede sehr geschätzt. Er hat einen trockenen und hintergründigen Humor. Da muss man genau aufpassen.

Der 1.FCN ist zuletzt etwas ins Straucheln geraten und hat nur einen Zähler aus den letzten vier Spielen geholt. Am Samstag könnte Ihr Team mit einem Sieg die Franken vom sechsten Tabellen-Platz verdrängen und den Sprung in den UI-Cup schaffen. Wie bewerten Sie die Chance auf eine erfolgreiche Revanche für die 1:3-Niederlage aus der Hinrunde?

Bruggink: Wir haben in dieser Saison zweimal gegen den 1. FC Nürnberg verloren. Am bittersten war die Niederlage im Pokalspiel. Dort haben wir erst im Elfmeterschießen verloren. Jetzt wollen wir dafür Revanche nehmen. Ich glaube, das kann jeder verstehen. Außerdem wollen wir in der AWD-Arena in Hannover einen erfolgreichen Saison-Abschluss feiern. Dies sind wir unseren Fans schuldig.

Kleines Tippspiel am Ende: Wird Stuttgart Deutscher Meister oder endet die Saison so, wie sie über weite Strecken verlaufen ist - nämlich mit einer dicken Überraschung?

Bruggink: Ich glaube schon, dass die Stuttgarter Deutscher Meister werden. Das lässt sich die Mannschaft im Heimspiel gegen Cottbus nicht nehmen. Insgesamt hat das VfB-Team den Titel auch verdient. Sie haben einen temporeichen Fußball gespielt. Die Schalker hatten es selbst in der Hand, den Titel zu erringen. Aber sie haben zuletzt Nerven gezeigt. Die Niederlage in Dortmund war wohl entscheidend für den Verlust des ersten Tabellenplatzes. Ich rechne nicht mehr mit einer Überraschung.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bruggink!