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"Ich bin in Mainz heimisch geworden"

FSV-Torhüter Dimo Wache in Aktion

Nürnberg - Am Samstag (30.09.06, 15.30 Uhr) empfängt der 1. FC Nürnberg den 1. FSV Mainz 05. Im Tor des Tabellen-Zwölften wird dann Dimo Wache stehen. Der 33-Jährige hütet seit 1995 den Kasten der Rheinhessen und bestritt seither 53 Bundesligaspiele. Im Interview mit fcn.de spricht Wache über die große personelle Fluktuation bei den Mainzern, seine persönlichen Highlights und Pläne sowie selbstredend auch über die Partie im easyCredit-Stadion.

fcn.de: Dimo Wache, gegen Hertha BSC spielte Mainz am Samstag zum dritten Mal in dieser Saison unentschieden. Außerdem stehen ein Sieg zum Auftakt und eine Niederlage - die erste für Mainz in der Bundesliga seit April dieses Jahres - in Cottbus zu Buche. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Dimo Wache: Nur bedingt, weil in den Spielen für uns mehr drin war. Aber wir können mit diesen sechs Punkten als Basis auch leben. Das Versäumte ist für uns der Ansporn, es in den kommenden Spielen besser zu machen.

Im Sommer hat es für Mainzer Verhältnisse eine ungewöhnlich große personelle Fluktuation gegeben. Mit Antonio da Silva, Mohamed Zidan und Michael Thurk haben einige Schlüsselspieler den FSV verlassen. Hat ihre Mannschaft die Veränderungen im Kader bereits kompensiert?

Dimo Wache: Beim vergangenen Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin waren unter 14 eingesetzten Spielern acht Neue. Es ist nur allzu normal, dass da auf dem Platz ein neues Mannschaftsgefüge erst wachsen muss und dies auch ein wenig Zeit benötigt. Andererseits ist dies auch ein spannender Prozess und wir spüren mit jeder weiteren Trainingseinheit und jedem weiteren Spiel, dass wir besser zusammen wachsen.

Auch die Liste der Neuzugänge ist lang: Imre Szabics, Mimoun Azaouagh, Du-Ri Cha, Markus Feulner, Ralph Gunesch, Bakary Diakite, Edu, usw. Wer von den Neuen hat Sie persönlich denn bislang am meisten überzeugt?

Dimo Wache: Das lässt sich so pauschal nicht beurteilen. Jeder einzelne Spieler hat seine eigene Geschichte, musste mit Verletzungen umgehen, wagt einen neuen Anlauf in der Bundesliga oder spielt das erste Mal überhaupt in der Bundesliga. Alle Neuen sind sehr gute Fußballer, die sich bei uns weiter entwickeln werden. Bei allen überzeugt mich aber vor allem, dass es gute Typen sind, die perfekt in unser Team passen.

Ihre Mannschaft ist im DFB-Pokal bereits in der 1. Runde an Saarbrücken gescheitert und kann sich nun voll auf die Bundesliga konzentrieren. Was ist diese Saison für Mainz drin?

Dimo Wache: Wir bemessen unsere Saisonziele nicht in Tabellenplätzen. Wenn wir es schaffen diese Mannschaft an ihr Leistungslimit zu bringen, dann sollten wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Sie gehören mit Ihren 32 Jahren schon zum "alten Eisen" bei Mainz 05. Nur fünf Spieler sind älter als 30, zehn Akteure dagegen 23 oder jünger. Gibt es da einen Generationenunterschied für Sie? Wenn ja, macht dieser sich auch auf dem Platz bemerkbar?

Dimo Wache: Natürlich gibt es einen Generationenunterschied. Mario Vrancic beispielsweise, der nun zum Profikader gehört, ist gerade erst 17 Jahre alt geworden. Er könnte ja mein Sohn sein. Aber auf dem Platz spielt das keine Rolle, da gibt es nur gute oder schlechte Fußballer und Jungs, die sich besser oder schlechter integrieren. Und da gibt es keine Kluft zwischen Alt und Jung bei uns.

Sie spielen bereits die zwölfte Saison für Mainz - eine Treue die im schnelllebigen Fußball selten ist. Hatten Sie niemals Lust, etwas Neues auszuprobieren und den Verein zu wechseln?

Dimo Wache: Doch, ich hatte Angebote. Meine Entscheidung für Mainz 05 war letztlich immer eine Bauchentscheidung. Wir sind dabei, hier in Mainz etwas Dauerhaftes aufzubauen und es ist sehr spannend, dabei mit zu helfen. Außerdem lebe ich gerne in Mainz, bin dort heimisch geworden.

Sie haben in Mainz so ziemlich alles erlebt, was man erleben kann. Zu den Highlights gehörten sicherlich Aufstieg, Klassenerhalt und die Teilnahme am UEFA Cup. An welches sportliche Ereignis erinnern Sie sich denn am liebsten?

Dimo Wache: Das intensivste Erlebnis war sicher der Aufstieg. Ich bin drei Mal mit Mainz 05 am Aufstieg gescheitert. Beim zweiten und dritten Versuch war es so extrem knapp und unglücklich, dass es dann 2004 beim Aufstieg kein Halten mehr gegeben hat. Die Feiern waren so intensiv, dass sie die anderen Erlebnisse, die ich auch nicht missen möchte, doch in den Schatten stellen.

Haben Sie sich für Ihre sportliche Zukunft Ziele gesteckt? Wie sehen die aus?

Dimo Wache: Gesund bleiben, Fußball spielen, mit Mainz 05 in der Liga bleiben, so könnte man die mittelfristigen Ziele zusammenfassen.

Am Samstag tritt Mainz beim 1. FC Nürnberg an. Die Cluberer haben am Sonntag in Cottbus knapp den Sieg und damit den erneuten Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Steht der FCN Ihrer Meinung nach zu Recht so weit oben in der Tabelle?

Dimo Wache: Die Tabelle lügt nicht. Beim Club ist es ja auch kein kurzfristiges Hoch über drei, vier Spieltage, sondern eine schon über mehrere Monate andauernde positive Entwicklung.

In der vergangenen Saison gewann Mainz zuhause mit 4:1, in der Rückrunde setzte es beim Club eine 0:3-Niederlage. Was erwarten Sie diesmal vom Spiel in Nürnberg?

Dimo Wache: Dass wir uns viel besser präsentieren als bei unserem letzten Auftritt in Nürnberg und bei unserem vergangenen Auswärtsspiel in Cottbus. Dass wir demonstrieren, welch positive Entwicklung unsere Mannschaft nimmt, dass wir mutig spielen und endlich mal wieder gewinnen.

Vielen Dank für das Gespräch, Dimo Wache!