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Wie verhielt sich der Club zwischen 1933 - 45 und danach?

Der Fußball hat, wie alle anderen Sportarten, lange Zeit einen großen Bogen um die Aufarbeitung seiner Rolle in der NS-Zeit gemacht. Der 1. FC Nürnberg hat sich auf unterschiedliche Art diesem dunklen Kapitel gewidmet, erstmals 1996. Das Nürnberger Stadion liegt einen Steinwurf vom ehemaligen Reichsparteitagsgelände entfernt. Die schreckliche Vergangenheit Nürnbergs in der NS-Zeit ist allein durch die monumentalen Bauwerke noch spürbar. Daraus hat der Club eine besondere geschichtliche Verantwortung abgeleitet. Mitte der Neunziger hat der Club seine Verwicklungen in das NS-Regime aufgearbeitet, damit war er einer der ersten Fußballvereine. Das Club-Museum, das 2012 eröffnet wurde, dokumentiert den 1. FCN im Nationalsozialismus. 


Ehrenmitgliedschaft Jenö Konrad

In der Vereinssatzung ist klar definiert, dass ein Mitglied aus dem Verein ausgeschlossen werden kann, wenn rassistische oder ausländerfeindliche Gesinnung zutage treten. Die geschichtliche Aufklärung fängt beim Club in den Jugend-Mannschaften des NachwuchsLeistungsZentrum (NLZ) an. Der Club führt seine Jugendspieler regelmäßig durch das Club-Museum. In Workshops erfahren sie auch mehr über Jenö Konrad, den ehemaligen jüdischen Trainer des 1. FCN. In einer altersgerechten Broschüre hat der Club das Leben Konrads veranschaulicht. 

Der Club organisierte 2013 eine Gedenkveranstaltung zu Ehren Jenö Konrads und aller in der NS-Zeit ausgeschlossenen jüdischen Mitglieder. Jenö Konrad wurde posthum die Ehrenmitgliedschaft verliehen, die jüdischen Mitglieder wurden rehabilitiert. Dank des Club-Historikers Bernd Siegler konnten wir sogar die Tochter von Jenö Konrad, inzwischen 84-jährig und in New York ansässig, zum Gala-Abend einladen. Es war ein bewegendes Erlebnis. Evelyn Konrad ist eine intelligente, rüstige Lady, die das schwere Thema mit ihrer charmanten Art belebte. Als der Club im Mai 2014 sein Internationales U14-Jugendturnier nach ihrem Vater benannte, war sie wieder zu Gast in Nürnberg. Inzwischen ist sie Mitglied und Teil der Club-Familie. Der 1. FC Nürnberg erhielt 2013, zusammen mit der Fangruppierung Ultras Nürnberg 1994, für die Aufarbeitung und sein Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rechtsextremismus den Julius Hirsch Preis (2. Platz) vom DFB. 


Julius-Hirsch-Preis 2013

Die Ehrung ist ein schönes Beispiel dafür, dass Aktionen mit Fans sehr großen Erfolg haben können. Anstoß für die Gedenkveranstaltung war die beeindruckende Choreografie der Nürnberger Ultras im Jahre 2012 in Gedenken an Jenö Konrad. Der jüdische Trainer arbeitete von 1930 bis 1932 erfolgreich beim Club. Wegen antisemitischer Hetze in Julius Streichers ‚Der Stürmer‘ flüchtete er in einer Nacht- und Nebelaktion im August 1932 mit seiner Ehefrau und der dreijährigen Tochter Evelyn aus Nürnberg. Für dieses klare Zeichen der Nürnberger Fan-Szene gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurden die Ultras zusammen mit dem Verein ausgezeichnet.

1. FCN-Geschichtspreis

Die Geschichtsaufarbeitung des Club möchte der 1. FCN über den Zeitraum von 1933 bis 1945 hinaus, hinsichtlich der Themen Entnazifizierung und Kontinuitäten, vorantreiben. Dazu schreibt der Club den 1. FCN-Geschichtspreis aus. Der Preis prämiert Arbeiten, die sich mit der Geschichte des 1. FC Nürnberg, seiner Abteilungen, Funktionäre und Mitglieder in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945 oder deren Folgen nach 1945 beschäftigen, wie zum Beispiel Biografien von Spielern oder Funktionären oder deren „Entnazifizierung“. 

Die Ausschreibung des Geschichtspreises des 1. Fußballclub Nürnberg findet im Sommer 2016 statt.


Max-Morlock-Pokal

Am Fußballturnier Max-Morlock-Pokal nehmen Nürnberger Mittelschulen seit 1967 teil. Ausgetragen wird das Turnier am Sportpark Valznerweiher. Finale und Siegerehrung finden jährlich im Rahmenprogramm eines Bundesliga-Spiels des 1. FCN statt. Der Max-Morlock-Pokal wird seit 1967 unter den Nürnberger Hauptschulen (heutiger Name: Mittelschulen) ausgetragen. 

Max Morlock, selbst ehemaliger Schüler der Volksschule Scharrerstraße, regte an, dass das Turnier unter den Hauptschulen ausgespielt werde. Sein Ziel war es auch, durch das Turnier die Schüler mehr zu den Vereinen zu bringen. Max Morlock war bei den Finalspielen bis zu seinem Lebensende 1994 jedes Jahr anwesend und überreichte den Pokal im Stadion jeweils auch noch selbst an die Siegermannschaft.

Rekordsieger

Platz Schule Pokalsiege
1. Mittelschule Scharrerschule 15
2. Mittelschule Hummelsteiner Weg 9
3. Johann-Daniel-Preißler-Mittelschule 7
4. Robert-Bosch-Mittelschule 6
5. Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule 3
Ludwig-Uhland-Mittelschule 3
7. Mittelschule Bismarckstraße 2
Mittelschule Georg-Holzbauer-Schule 2
9. Adalbert-Stifter-Mittelschule 1
Friedrich-Wilhelm-Herschel-Mittelschule
Mittelschule Schlößleinstraße
Mittelschule St. Leonhard
Mittelschule Carl-von-Ossietzky-Schule

Olympiabewerbung

Der 1. FC Nürnberg und WOLFMÖBEL GmbH & Co. KG spendeten 2015 einen Betrag an die Bayerische Sportstiftung des Bayerischen Landes-Sportverbandes e. V. im Rahmen der Unterstützung der  Olympiabewerbung ‚Hamburg 2024‘ zur Spitzensportförderung von Nachwuchsathleten.

Günther Lommer, ehemaliger Präsident Bayerischer Landes-Sportverband e.V.: „Wir freuen uns sehr und bedanken uns ganz herzlich bei allen Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg für ihr Engagement und ihre Unterstützung für den Breiten- und Leistungssport in Bayern und somit auch für die Bayerische Sportstiftung.“ 


Mitgliedschaften in Allianzen & Aktionsbündnissen

Der 1. FCN unterstützt die Initiativen ‚Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg‘, das ‚Gräfenberger Sportbündnis‘, ‚Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage‘ , ‚Zeig Rassismus die Rote Karte‘ und „Bunt ist cool“. Im Lernzentrum des 1. FC Nürnberg setzen sich Jugendliche in Lernmodulen mit Themen wie Rechtextremismus und Integration auseinander.

"Traumfußball - Rassismus im Abseits"

Katharina Wildermuth, Leitung Unternehmenskommunikation & CSR-Management 1. FCN, war neben Christoph Ruf, Journalist und Autor, und Eberhard Schulz, Sprecher der Faninitiative !Nie wieder, Teilnehmerin der Diskussionsrunde „Umgang mit Vielfalt in einer multikulturellen Gesellschaft“. Unter dem Titel „Traumfußball – Rassismus im Abseits“ lud der Verein Bildung durch Sport e. V. und die Internationale Gesellschaft für Diversity Management e. V. ein. Die Veranstaltung fand 2014 im Rahmen des Aktionstages gegen Rassismus der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), als Höhepunkt des Themenjahres „Gleiche Chancen. Immer.“ im Stadion statt.


Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg

Einmal jährlich treffen sich die Mitglieder der "Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg" zur Mitgliederversammlung. Der Club ist seit 2012 Mitglied in der Allianz sowie im ‚Arbeitskreis Sport & Rechtsextremismus‘, der sich im Jahre 2015 gründete und mehrmals im Jahr trifft. Der Club setzt sich seit Jahren im besonderen Maße gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ein. Die Fotoaktion "Gesicht zeigen" der Allianz, an der auch zahlreiche Club-Fans mitgewirkt haben, ist ein gelungenes Beispiel, wie möglichst viele Menschen zu besonderen Anlässen mobilisiert werden können. Ziele der Allianz sind: Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus anzubieten, sich besser zu vernetzen, intensiver zusammen zu arbeiten und Aktionen optimal zu koordinieren. 

Mitglieder des Arbeitskreises „Sport & Rechtsextremismus“ der "Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg":

 

  • 1. FC Nürnberg
  • SpVgg Greuther Fürth
  • Gräfenberger Sportbündnis
  • Eichenkreuz Nürnberg
  • Deutsche Akademie für Fußballkultur
  • Bayerische Sportjugend
  • Evangelische Jugend – Sport 

 

 

Israelische Flagge zeigen

Mit Almog Cohen wechselte 2010 der erste jüdische Spieler in der Geschichte des 1. FC Nürnberg zum Club. Almog wurde sehr herzlich aufgenommen und hat auch immer wieder betont, sehr herzlich aufgenommen worden zu sein. Er wurde schnell zu einem der beliebtesten Spieler in der Club-Mannschaft. Ausdruck fand das darin, dass Club-Fans Flagge zeigten. Die israelische Fahne war häufig in der Nürnberger Kurve zu sehen.

Stadionordnung

Laut Paragraph 4 der Stadionordnung sind Gegenstände und/oder Medien mit einem rassistischen, fremdenfeindlichen, gewaltverherrlichenden, diskriminierenden sowie rechts- und/oder linksradikalen Inhalt im Stadion verboten; entsprechendes gilt insbesondere für Kleidung (z. B. mit Schriftzügen und/oder Symbolen wie: Thor Steinar, Consdaple, HoGeSa, GnuHonnters).