Rot-schwarze Elf für mehr Nachhaltigkeit

2 - Einstehen für Menschenrechte

Eine Frage des Respekts.

„Beim Club sind alle willkommen, die ihrerseits niemand ausgrenzen“, so formuliert das unser Leitbild. Alle Menschen so zu akzeptieren und zu respektieren wie sie sind - das klingt eigentlich selbstverständlich. Ist es aber doch oft leider nicht. Wir wollen unsere Spielerinnen, Spieler und Fans vor rassistischen, homophoben, herabsetzenden Fouls schützen. Und fördern außerdem das öffentliche Bewusstsein für das Thema Menschenrechte.

Alle Infos zum Thema haben wir auf einer Autogrammkarte zusammengefasst, die Du Dir hier herunterladen kannst.

Kinder stärken, Sicherheit geben.

Der 1. FC Nürnberg hat Kinder- und Jugendschutz fest im Verein verankert. Über eine interne AG wurde ein Schutzkonzept erarbeitet und HIER auf der Vereinshomepage hinterlegt. Außerdem soll Kinder- und Jugendschutz als ein Wert in die Vereinssatzung aufgenommen werden. Die Mitglieder stimmen darüber am 18. November bei der Jahreshauptversammlung ab.

Ein Gespräch mit Helena Schmitz, sportpsychologische Leitung des ClubNachwuchs sowie Sportpsychologin der Profimannschaft des 1. FC Nürnberg, und Björn Engehausen, Trainerausbilder im Bewegungsbereich, über Kinder- und Jugendschutz.

Warum ist ein Kinderschutzkonzept wichtig?

Helena Schmitz: „Rund 7,3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind Mitglied in einem Sportverein. Sportvereine gehören damit zu den wichtigsten Orten für Freizeit und Entwicklung von Heranwachsenden. Vereine stärken nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch das psychische und soziale Wohlbefinden. Es ist Aufgabe der Sportvereine und der Personen, die sich in ihnen engagieren, die Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen und ihr Heranwachsen im Sport kinder- und jugendgerecht zu gestalten. Dies ist ein bedeutendes Kinderrecht. Sportvereine stehen daher in der Verantwortung, aktiv zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beizutragen. Zu diesem Schutzgedanken gehört es auch, jeglicher interpersonaler Gewalt gegen Kinder und Jugendliche entgegenzutreten – egal, ob körperlicher, psychischer oder sexualisierter Art oder Vernachlässigung.“

Warum explizit Kinder? Gewalt ist doch in jedem Fall abzulehnen.

Björn Engehausen: „Das ist richtig. Interpersonale Gewalt und Grenzüberschreitungen können jede Person betreffen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Funktion. Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen ist aber die verletzlichste, sie benötigen aufgrund ihres Alters, ihres Abhängigkeitsverhältnisses im Verein und ihrer Entwicklungsphase einen besonderen Schutz. Unsere Aufgabe ist es, im gesamten Verein die Achtsamkeit zu fördern, eine Kultur des Vertrauens, der Aufmerksamkeit und des aktiven Hinschauens – und auch Handelns – zu schaffen. Damit bieten wir dann allen Menschen beim 1. FC Nürnberg Sicherheit, Wertschätzung und Unterstützung.“

Warum ist es im Sport besonders wichtig, genau hinzusehen?

Helena Schmitz: „Der Sport bietet wertvolle Entwicklungsräume – gleichzeitig existieren im Leistungssport und im Vereinskontext spezifische Risikofaktoren, die Schutzmaßnahmen notwendig machen. Dazu zählen Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse. Diese Abhängigkeit kann – bewusst oder unbewusst – ausgenutzt werden. Mobbing, Cliquenbildung oder soziale Isolation sind häufig unterschätzte Formen von Gewalt. Hinzu kommen oft körperliche Nähe und emotionale Verbundenheit, bei denen Grenzen leicht verschwimmen können. Darum braucht es eine klare, reflektierte Haltung zu Nähe und Distanz sowie Strukturen, die Verantwortung und Schutz ermöglichen. Besonders für Kinder und Jugendliche ist es entscheidend, dass sie sich sicher äußern können – auch gegenüber Autoritätspersonen oder Gruppenmeinungen in einem oft hierarchisch geprägten Umfeld.“

Wie kann man hier helfen?

Björn Engehausen: „Helfen heißt: hinsehen, zuhören und handeln. Damit das gelingt, braucht es niedrigschwellige, bekannte und vertrauenswürdige Melde- und Unterstützungssysteme, die das Sprechen erleichtern und Vertrauen fördern. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten wissen, an wen sie sich im Zweifel wenden können, und dass sie darauf vertrauen dürfen, ernst genommen und geschützt zu werden.“

Helena Schmitz: „Kinderschutz im Sport bedeutet daher nicht nur Reaktion, sondern vor allem bewusste Prävention - durch Aufklärung, Sensibilisierung und gemeinsames Verantwortungsbewusstsein. Ziel ist es, Risiken bewusst zu erkennen, Strukturen sicherer zu gestalten und so ein Umfeld zu schaffen, in dem sich junge Menschen frei, respektvoll und sicher entwickeln können.“

Welche Herangehensweise habt ihr dafür gewählt?

Helena Schmitz: „Es gab ja bereits ein Kinderschutzkonzept für den ClubNachwuchs. Dieses haben wir nun überarbeitet und auf alle Bereiche ausgeweitet, in denen wir mit Kindern zusammenarbeiten. Nach einer Risikoanalyse mit dem Tool des Forschungsprojektes SafeClubs liegt der Fokus des neuen Konzeptes auf dem ClubNachwuchs, den ClubFrauen (inkl. der Nachwuchsteams), der Fußballschule, den Fußballcamps, Schulen und bei den Volunteers.“

Was bedeutet das für den Alltag beim Club?

Björn Engehausen: „Unsere Mitarbeitenden in den Bewegungsbereichen kommen durch den Fußball mit zahlreichen Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen in Kontakt. Dabei sind sie weit mehr als Trainerinnen und Trainer: Sie sind die erste Kontaktperson, Vermittelnde, Erzieherinnen und Erzieher – und mit dem Club-Logo auf der Brust vor allem Vorbilder. Aus dieser Nähe erwächst eine besondere Verantwortung für das Wohl der uns anvertrauten jungen Menschen. Diese Verantwortung bedeutet, sich möglicher Gefährdungen des Kindes- und Jugendwohls bewusst zu sein, Risiken frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall angemessen zu reagieren. Im Mittelpunkt steht die Prävention jeglicher Form von Gewalt, denn das Wohl und die Sicherheit aller Kinder und Jugendlichen haben stets oberste Priorität für uns.“

Was unternimmt der 1. FC Nürnberg konkret?

Helena Schmitz: „Ziel ist es, den Kinder- und Jugendschutz nachhaltig in der Clubkultur zu verankern und kontinuierlich zu stärken. Auf diese Weise entsteht ein sicheres und wertschätzendes Umfeld in sämtlichen Bereichen des FCN. Darum ist das Kinderschutzkonzept verbindlicher Bestandteil der Vereinsarbeit. Wir klären auf, schaffen das Melde- und Unterstützungssystem, der Verhaltenskodex wird Teil aller Arbeitsverhältnisse, wir überprüfen uns und unsere Präventionsmaßnahmen aber auch selbst ständig und entwickeln sie bei Bedarf weiter. Außerdem erarbeiten wir einen clubinternen SafeSport Code.“

Wie wird sichergestellt, dass der Schutz der Kinder und Jugendlichen eingehalten wird?

Helena Schmitz: „Wir haben neue Strukturen geschaffen, mit einer Arbeitsgruppe, einer Taskforce und den Kinderschutzbeauftragten in allen Abteilungen des 1. FC Nürnberg, in denen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen besteht. Hier sind Kinderschutzbeauftragte bzw. Ansprechpersonen benannt, die das Thema in ihrem Bereich verantworten. Sie setzen das Schutzkonzept auf Abteilungsebene um, sensibilisieren Trainerinnen und Trainer, Mitarbeitende und Ehrenamtliche, setzen sich aktiv für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein und stehen als vertrauensvolle Ansprechpersonen zur Verfügung.“

Björn Engehausen: „Ergänzend zu den internen Strukturen stehen externe Ansprechpersonen und Fachstellen zur Verfügung, die sowohl den Verein beratend unterstützen als auch unseren Spielerinnen und Spieler, Eltern und Mitarbeitenden als unabhängige Anlaufstellen dienen. Bei Verdachtsfällen können sie in das Fallmanagement eingebunden werden, um eine professionelle und objektive Bewertung sowie die bestmögliche Unterstützung sicherzustellen.“

Was sind die ersten Erkenntnisse eurer Arbeit?

Björn Engehausen: „Das Thema hat im Verein deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Durch die neuen Strukturen und die klar definierten Handlungsleitfäden wurde Sicherheit geschaffen. Inzwischen gibt es in allen Abteilungen feste Ansprechpersonen, sodass Verantwortlichkeiten klar geregelt und Wege im Ernstfall transparent sind. So wird Kinderschutz Schritt für Schritt zu einem selbstverständlichen Teil unserer Vereinsarbeit.“

Und was soll nun folgen?

Björn Engehausen: „Als nächster Schritt geht es darum, die bestehenden Strukturen weiter zu festigen und in der alltäglichen Vereinsarbeit zu verankern. Ein zentraler Meilenstein ist dabei, dass die Mitglieder auf der diesjährigen JHV zustimmen, den Kinderschutz in der Satzung zu verankern.“

Helena Schmitz: „In der Praxis gehören zum aktiven Kinderschutz regelmäßige Schulungen, die Einbindung aller Akteursgruppen im Verein - insbesondere auch die Kinder und Jugendlichen - in die Präventionsarbeit. Ziel ist es, eine nachhaltige Schutzkultur zu etablieren, die im gesamten Verein selbstverständlich gelebt wird. Außerdem erarbeiten wir einen vereinsinternen SafeSport Code, der unsere Haltung und Standards verbindlich festhält. Kinderschutz ist kein Dokument, keine leere Hülle, sondern ein lebendiger Prozess, in dem wir uns als Verein stets weiterentwickeln wollen.“

 

Helena Schmitz, ist seit 2022 beim 1. FC Nürnberg beschäftigt. Zunächst als Sportpsychologin im ClubNachwuchs, seit dem Sommer als sportpsychologische Leitung des ClubNachwuchs sowie Sportpsychologin der Profimannschaft des 1. FC Nürnberg. Als Kinderschutz- und Präventionsbeauftragte des FCN hat sie den Aufbau und die Implementierung eines umfassenden Kinderschutz- und Präventionskonzepts vorangetrieben. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Deutschen Sporthochschule Köln war sie Teil des Forschungsprojekts „SafeClubs: Entwicklung von Präventionsmaßnahmen gegen interpersonale Gewalt in Sportvereinen“ und schreibt zudem ihre Doktorarbeit in diesem Themenfeld.

Björn Engehausen arbeitete neun Jahre lang in unterschiedlichen NLZ als Trainer von U-Mannschaften im Alter von sieben bis elf Jahren. Er war vier Jahre lang Ausbildungsleiter für den Grundlagenbereich des FCN und ist aktuell Trainerausbilder aller Trainerinnen und Trainer, die im Bewegungsbereich für den FCN aktiv sind. Der studierte Sozialpädagoge schrieb seine Bachelorarbeit zum Thema „Präventive Kinderschutzmaßnahmen in Fußball-Bewegungsprojekten für Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahre: Eine quantitative Untersuchung der Wahrnehmung und Implementierung durch Trainerinnen und Trainer in Bayern“. Im Alter von 14 bis 16 Jahren erlebte er selbst physischen, psychischen und sexuellen Missbrauch.


Stolpersteine für die Club-Mitglieder Bruno und Anna Einstein

In Gedenken an das jüdische Club-Mitglied Bruno Einstein und seine Ehefrau Anna Margarete ließ der Club zusammen mit „Geschichte für alle e.V." am 30. April 2025 in der Peter-Henlein-Straße 48 in Nürnberg zwei Stolpersteine verlegen. Am 30. April 1933 hatte der 1. FCN schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland in vorauseilendem Gehorsam 142 seiner Mitglieder von der Mitgliederliste gestrichen – nur weil sie Juden waren.

Im Jahr 2025 wird mit der Stolperstein-Verlegung an Anna Margarete und Bruno Einstein erinnert. Der jüdische Kaufmann Bruno Einstein (geb. 1894) und seine evangelische Frau Anna Margarete (geb. 1891) wohnten in Nürnberg in der Peter Henlein-Straße 48. Am 1. Oktober 1926 trat Bruno Einstein dem 1. FCN bei. Am 30. April 1933 entfernte der 1. FCN ihn aus der Mitgliederliste. Nach Hitlers Machtübernahme verließen Bruno und Anna Margarete Einstein Deutschland. Als ihnen am 12. April 1937 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, lebte das Ehepaar längst in Frankreich.

Bruno Einstein war zur Fremdenlegion gegangen, um die französische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Nach zwei Jahren schloss er sich einer Résistance-Einheit in Billom in der Region Auvergne-Rhône-Alpes an. Am 16. Dezember 1943 zerstörten deutsche Soldaten das Netz der in Billom stationierten Einheit. 20 Widerstandskämpfer, darunter auch Bruno Einstein, wurden am 20. Dezember 1943 erschossen. Anfang 1968 kehrte Anna Margarete Einstein nach Nürnberg zurück und starb hier 1971. Bruno Einstein wurde 1947 offiziell der Ehrentitel „Mort pour la France“ zuerkannt.

Club-Historiker Bernd Siegler hat die Biografien der 142 ausgeschlossenen jüdischen Mitglieder recherchiert und sie in dem vom 1. FCN herausgegebenen Buch „Heulen mit den Wölfen – Der 1. FC Nürnberg und der Ausschluss seiner jüdischen Mitglieder“ veröffentlicht – was die jährliche Stolpersteinverlegung überhaupt möglich macht.

Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. In den letzten Jahren wurde u.a. vor dem Max-Morlock-Stadion mit Stolpersteinen an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad, seine Frau Grete und die Tochter Evelyn sowie in der Lohengrinstraße 13 an den ehemaligen jüdischen Club-Präsidenten Dr. Leopold Neuburger, seine Frau Hedwig und deren Kinder Kurt und Hilde sowie in der Rankestraße 68 an Familie Schloss gedacht. 

FCN engagiert in der "Allianz gegen Rechtsextremismus"

„Häufig ist Unwissenheit Grund für Vorurteile und Nährboden für Hass, Gewalt und Rassismus. Mit der Reichweite des Club wollen wir helfen, dagegen vorzugehen, Handlungsstrategien mit zu entwickeln, den Austausch zu fördern sowie Aktionen im Kampf gegen Rechtsextremismus zu koordinieren.“

Katharina Fritsch, Leiterin Community & Membership und Nachhaltigkeit beim 1. FC Nürnberg und seit 2021 ehrenamtliche Vorständin in der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg.

Der Club ist seit 2012 mit Katharina Fritsch Mitglied in der „Allianz“ und im 2015 gegründeten „Arbeitskreis Sport und Rechtsextremismus“.

Analyse menschenrechtlicher Risiken

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsrichtlinie der DFL mussten die Clubs in der Saison 2024/25 erstmalig eine Analyse menschenrechtlicher Risiken im Club nachweisen. Bei der Erstellung und Durchführung wurde der 1. FC Nürnberg vom Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte, einem Angebot der Bundesregierung, und vom Mittelstand-Digital Zentrum Franken, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, beraten.

Im Rahmen der Risikoanalyse für den eigenen Geschäftsbereich ergaben sich insbesondere hohe Risiken im Bereich des ClubNachwuchs in Bezug auf Kinderschutz, psychologische Risiken im Bereich der ClubFrauen, Clubänner und bei den Mitarbeitenden. Durch entsprechende Präventionsmaßnahmen, wie die Verbesserung des Kinderschutzkonzeptes, die Erweiterung des sportpsychologischen Angebots, die Einführung des Hinweisgeberschutzgesetzes sowie durch den regelmäßigen Austausch mit potenziell Betroffenen versucht der 1. FC Nürnberg diese Risiken zu minimieren.

#StoppGewalt

Der Club positioniert sich gegen Gewalt an Frauen und unterstützte neben der UN-Kampagne „Orange the World” (macht auf Gewalt an Frauen in Partnerschaften aufmerksam) den Aktionstag „One Billion Rising" am 14. Februar 2025 in Nürnberg.

„One Billion Rising“ ist eine weltweite Bewegung, die sich für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen einsetzt. Gewalt gegen Frauen kommt in allen gesellschaftlichen Gruppen vor, unabhängig von Faktoren wie Bildung, Einkommen oder Alter.

Der Name „One Billion Rising“ bezieht sich auf die Schätzung, dass weltweit etwa eine Milliarde Frauen und Mädchen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt werden. Die Bewegung fordert Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und ein Ende der Gewalt gegen Frauen in allen Formen – sei es häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, Zwangsprostitution oder andere Formen von Gewalt.

Der Aktionstag wurde vor der frauenBeratung nürnberg am Lorenzer Platz 9 mit Tanz, Musik, Interviews und Poetry Slam begangen und von der städtischen Frauenbeauftragten, dem städtischen Jugendamt, dem Amt für Allgemeinbildende Schulen in Zusammenarbeit mit der frauenBeratung nürnberg und dem Kreisjugendring NürnbergStadt veranstaltet. Der 1. FC Nürnberg unterstützte die Aktion, Club-Profi Ondrej Karafiat war als Interviewgast vor Ort.


Nie wieder!

Sein Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 am 31. Januar 2025 nutzte der 1. FC Nürnberg vor Anpfiff auch für ein gemeinsames Gedenken und Erinnern. 80 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungs- und Konzentrationslagers Auschwitz sind Ausgrenzung und Diskriminierung, Antisemitismus, Rechtsextremismus und die Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung aktueller denn je. „Nie wieder ist jetzt. Und immer“, sagte Peter Meier, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg, in einer gemeinsamen Botschaft mit Anatoli Djanatliev, Mitglied im Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg und Vorstand bei TSV Maccabi Nürnberg, die vor Spielbeginn verlesen wurde. Beide Mannschaften unterstützen am Spieltag außerdem die Initiative „!Nie wieder“.

Bereits vor dem Spiel waren Club-Fans eingeladen, am Max-Morlock-Platz vor dem Stadion am dort verlegten Stolperstein für Jenö Konrad inne zu halten und stellvertretend den Opfern und Verfolgten von damals und heute zu gedenken. Die Stolpersteine für Jenö Konrad – einer vor dem Stadion, der andere vor dem früheren Wohnhaus in der Bingstraße – verdankt der Club auch dem beharrlichen Engagement von Marika Schönfeld, Lehrerin am Sonderpädagogischen Förderzentrum Jean-Paul-Platz, mit ihren Schülerinnen und Schülern.

Eigentlich verlegt Künstler Gunter Demnig die Steine für Opfer des NS-Regimes zwischen 1933 und 1945. Das SFZ Jean-Paul-Platz hat den Jenö Konrad-Cup bereits zwei Mal gewonnen und die Jugendlichen schafften es auch, Demnig von der Ausnahme für Jenö Konrad zu überzeugen. Immer um den Jahrestag der Auschwitz-Befreiung putzen die Schülerinnen und Schüler Jenö Konrads Stolpersteine. So auch in diesem Januar, pünktlich zum gemeinsamen Gedenken.

Sabel Realschule aus Nürnberg gewinnt „Jenö Konrad-Cup“ 2025

Projekt- und Gesamtsieger des „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“ 2025 ist die Sabel Realschule aus Nürnberg, die von der Jury die meisten Punkte für ihre Projektarbeit erhielt. Der „Jenö Konrad-Cup“ in Gedenken an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad wird seit 2018 ausgetragen. Veranstalter sind der 1. FC Nürnberg und Maccabi Nürnberg.

„Eva“ heißt der aufwendig und professionell produzierte Film, in dem die Neuntklässler auf beeindruckende Weise einen Bezug zu Heute geschaffen haben. Eva ist Jüdin und hat mit den gleichen Problemen und Vorurteilen zu kämpfen wie der jüdische Club-Trainer Jenö Konrad über 90 Jahre vor ihr. Über eine Freundin, die Club-Fan ist, und über ein Telefonat mit Jenö Konrad findet sie den Mut, sich öffentlich gegen ihre Hater, gegen Hass und Ausgrenzung zu stellen.

Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler eine Aktionsseite erstellt, die neben dem Film auch den Intro-Song und Arbeitsblätter für Schulklassen enthält. Auf Platz zwei im Projekt-Wettbewerb wählte die Jury das Private Förderzentrum Schnaittach, Platz drei belegt das Sonderpädagogische Förderzentrum Nürnberg-Langwasser. Zum sportlichen Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ 2025 am Sportpark Valznerweiher spielten Teams aus 500 Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulen gemeinsam Fußball.

„Als Jury-Mitglied durfte ich in diesem Jahr unmittelbar miterleben, wie hochwertig, vielfältig und kreativ sich die Schülerinnen und Schüler in ihren Projekten mit Antisemitismus auseinandersetzen. Die Ergebnisse haben mich sehr bewegt. Als Verein mit einer besonderen Geschichte ist es unsere Pflicht, aufzuklären, zu einen und eine klare Haltung zu zeigen. Mit dem Jenö Konrad-Cup als wichtigstem Baustein unserer politischen Bildungsarbeit geben wir diesen Anstoß Jahr für Jahr. Besonders freue ich mich, dass wir damit immer mehr Schulen und auch weit über die Nürnberger Stadtgrenzen hinaus erreichen“, sagt Peter Meier, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg.

Erstmals war unter den elf teilnehmenden Schulen eine Bildungseinrichtung aus Unterfranken dabei, zwei Schulen aus Schwaben und der Oberpfalz beteiligten sich bereits im letzten Jahr. Neu in dieser Runde waren auch zwei Förderzentren aus Langwasser und Schnaittach. Infos zum Jenö Konrad-Cup und Projekte: www.clubgeschichte.de

 

Die Gesamtsieger (Projekt + Turnier) 2025:

1. Platz: Sabel Realschule (Nürnberg)
2. Platz: Privates Förderzentrum Schnaittach
3. Platz: Egbert-Gymnasium Abtei Münsterschwarzach

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