Der Fußball lebt von den Emotionen, gleichzeitig ist das Leistungsprinzip allgegenwärtig. Jobs in der Branche und bei Vereinen sind ebenso begehrt wie herausfordernd – für Spielerinnen und Spieler im Nachwuchs- und Leistungsbereich genauso wie für Staff und Mitarbeitende. Der 1. FC Nürnberg bildet da keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Als Traditionsverein mit vielen leidenschaftlichen Fans sind die Höhen noch etwas höher und die Tiefen gerne etwas tiefer.
Mentale Gesundheit ist für den Club in allen Bereichen ein bedeutsames Thema, weshalb wir uns mit Aktionen für Mitarbeitende wie auch für die Öffentlichkeit an der Nürnberger Woche der seelischen Gesundheit beteiligten. Diese fand vom 10. bis 20. Oktober 2024 unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Marcus König statt. Auch die Mitarbeitendenbefragung im März 2025 hat bestätigt, dass das Arbeiten in einem Fußballverein mental anspruchsvoll ist. Gerade die Arbeitszeiten am Wochenende, an Spieltagen sowie auch das Interesse und die emotionalen Reaktionen zum Verein auch im privaten Umfeld stellen für Mitarbeitende eine ständige Herausforderung dar. Daher war es dem Verein wichtig, in diesem Jahr den Fokus auf das Thema mentale Gesundheit zu legen und die Mitarbeitenden zu begleiten. Die Woche der seelischen Gesundheit wurde auch dafür genutzt, um die Mitarbeitenden des 1. FC Nürnberg zu sensibilisieren und zu unterstützen.
Aktionen für Mitarbeitende
An zwei Tagen war die Robert-Enke-Stiftung mit ihrer VR-Ausstellung „Impression Depression“ am Valznerweiher zu Gast. Mitarbeitende ab 18 Jahren konnten hier in der virtuellen Realität erleben, wie sich typische Symptome einer depressiven Erkrankung anfühlen. Das Ergebnis war durchaus beklemmend. So fand man sich in einer Art Tunnel wieder, es war grau, die Wände kamen immer näher, der Blickwinkel wurde immer kleiner. Alles wurde gedämpft wahrgenommen.
Zusätzlich veranstaltete der 1. FC Nürnberg verschiedene Workshops zum Thema „Selbstfürsorge und Selbstmanagement“ für Spielerinnen und Spieler, Trainer, Nachwuchsteams und Mitarbeitende der Geschäftsstelle. Zudem bot der Verein eine „Bewegte Pause“ an.
Aktionen für alle
Podiumsdiskussion am 15. Oktober 2024
Über „15 Jahre nach Robert Enke – Mentale Gesundheit im Fußball“ sprachen im ClubHaus der Robert-Enke-Biograf Ronald Reng, Helena Schmitz, Sportpsychologin beim 1. FC Nürnberg, Björn Engehausen, Mitarbeiter des 1. FC Nürnberg und Betroffener sowie Prof. Dr. Thomas Hillemacher, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg. Sie bereicherten die Gesprächsrunde mit Expertise und Beispielen aus ihrem medizinischen sowie sportlichen und persönlichen Alltag. 20 Club-Fans, FCN-Mitarbeitende, Spielerinnen der ClubFrauen und Interessierte waren bei dieser hochkarätigen Veranstaltung, die in Kooperation mit der Robert-Enke-Stiftung und dem Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg stattfand, dabei.
Torhüter Robert Enke spielte unter anderem für den FC Barcelona und Benfica Lissabon, war Kapitän von Hannover 96, stand im Tor der deutschen Nationalmannschaft und wurde von den Bundeligaspielern zweimal zum Torhüter des Jahres gewählt. Robert Enke brachte Top-Leistungenauf dem Platz und führte in der Außenwahrnehmung ein zufriedenes Leben. Doch er litt an Depressionen und nahm sich am 10. November 2009 das Leben.
Bingo und Infos auf fcn.de
Auf den Seiten des ClubNachwuchs auf der Website fcn.de haben die im Verein tätigen Sportpsychologinnen Helena Schmitz und Lea Siebenhaar Infos über mentale Gesundheit für Club-Fans und alle anderen zusammengefasst und geben Tipps zur Steigerung des Wohlbefindens. Wie einfache alltägliche Handlungen aussehen können, die das individuelle mentale Wohlbefinden stärken, lässt sich spielerisch über ein Bingo herausfinden.