Hinter sportlichem Erfolg steckt oft viel mehr als nur hartes körperliches Training und Disziplin. Der Umgang mit Widerständen und Fehlern, die Einstellung, der unbändige Siegeswillen, die mentale Stärke und vieles mehr - zusammengefasst die „Psyche“ - hat ebenso einen großen Anteil an der Leistungsfähigkeit und dem Erfolg unserer Spieler. Um die Spieler des 1. FC Nürnberg ganzheitlich entwickeln zu können, ist die Sportpsychologie daher fest im Nachwuchsleistungszentrum und im Verein verankert. Dabei steht der Mensch hinter dem Spieler bzw. dem Trainer für uns an erster Stelle.
Mentale Gesundheit
Ein wesentliches Ziel der Sportpsychologie ist der Erhalt, die Wiederherstellung und Steigerung der mentalen Gesundheit aller Spieler und Mitarbeitenden. Neben verschiedenen Maßnahmen, die unsere Sportpsychologinnen umsetzen, arbeiten wir mit der Stadt Nürnberg im Rahmen der Nürnberger Woche für seelische Gesundheit zusammen, um Ideen und Methoden zur Steigerung von mentaler Gesundheit an die Allgemeinheit weitergeben zu können.
Wenn wir von mentaler Gesundheit sprechen, dann beschreibt dies zusammengefasst das allgemeine Wohlbefinden des Geistes und der emotionalen Verfassung. Dazu gehört zum Beispiel die Fähigkeit, Stress zu bewältigen, gesunde Beziehungen zu führen, eine positive Einstellung zum Leben zu haben oder sich an Herausforderungen anzupassen. Mentale Gesundheit bedeutet auch, sich selbst gut zu verstehen, seine Emotionen zu regulieren und sich in der Lage zu fühlen, alltägliche Aufgaben und soziale Interaktionen erfolgreich zu meistern und einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten zu können.
Unsere Tipps für eine Steigerung des Wohlbefindens
Eine Möglichkeit, um die mentale Gesundheit zu stärken sind die „Five Ways to Well-being“ von Aked et al. (2008). Sie beruhen auf wissenschaftlicher Forschung zur Verbesserung des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit, was zum Bereich der positiven Psychologie gehört. Die leicht umsetzbaren Empfehlungen zielen darauf ab, das persönliche Wohlbefinden durch einfache, alltägliche Aktivitäten zu fördern.
Sie lassen sich in die folgenden Bereiche aufteilen:
- Be Active (Sei aktiv): Körperliche Aktivität steigert das Wohlbefinden, weil sie den Körper in Bewegung bringt, die Stimmung verbessert und Stress abbaut. Auch für Leistungssportler*innen kann es helfen, kleine Dinge, wie kurze Dehnungen oder Spazierengehen zu etablieren.
- Connect (Verbindungen aufbauen): Soziale Beziehungen zu Freunden, Familie oder Mannschaftskollegen sind entscheidend für das Wohlbefinden. Menschen, mit denen wir uns austauschen, bieten Unterstützung und geben uns ein Gefühl von Zugehörigkeit.
- Take Notice (Achtsam sein): Achtsamkeit bedeutet, den Moment bewusst wahrzunehmen und die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Dadurch wird man aufmerksamer für die Umwelt, konzentriert sich auf das Hier und Jetzt und reduziert Stress.
- Keep Learning (Weiterlernen): Neues zu lernen – sei es ein Hobby, ein Handwerk oder eine Fähigkeit – fördert die persönliche Entwicklung, gibt Selbstvertrauen und hält den Geist aktiv.
- Give (Geben): Anderen zu helfen durch Zeit, Unterstützung oder Freundlichkeit, erhöht das eigene Wohlbefinden. Es stärkt soziale Bindungen und gibt einem das Gefühl, etwas Positives zu bewirken.
Wie genau alltägliche Handlungen aussehen können, die das individuelle mentale Wohlbefinden stärken, lassen sich aus unserem Bingo entnehmen:
Quelle: Aked, J., Thompson, S., Marks, N., & Cordon, C. (2008). Five ways to well-being: The evidence (Fünf Wege zum Wohlbefinden: Belege). London: New Economics Foundation.
Vereinsinterne Ansprechpersonen
Helena Schmitz
Sportpsychologie NLZ
h.schmitz(at)fcn.de
Lea Siebenhaar
Sportpsychologie NLZ
siebenhaar(at)fcn.de