Ein Platz, zwei Tore, ein Ball, zwei Teams und Fans, die ihre Mannschaft als Zwölfter Mann bedingungslos anfeuern: Die Zutaten für ein erfolgreiches Fußballspiel sind denkbar einfach. Und doch wird immer wieder ein entscheidender Mosaikstein vergessen, ohne den ein geregelter Spielbetrieb gar nicht möglich wäre: die Schiedsrichter. Allein in Bayern sorgen über 11.000 Unparteiische dafür, dass die rund 250.000 Amateurfußballspiele pro Jahr unter perfekten Rahmenbedingungen über die Bühne gehen. Platz- und Passkontrolle, Spielleitung, Bestätigung der offiziellen Ergebnisse und Torschützen – allein auf den ersten Blick ist das Aufgabenfeld eines Unparteiischen riesig – und bildet doch nur die Spitze des Eisbergs.
Der deutsche Fußball wird aktuell jünger und weiblicher. Auch der positive Trend bei den Schiris sowie den Qualifizierungsangeboten des DFB und des Bayerischen Fussballverbandes (BFV) setzt sich fort. Das zeigt die offizielle DFB-Mitgliederstatistik der Saison 2024/2025.
Erstmals in seiner 125 Jahre langen Geschichte verzeichnet der DFB mehr als acht Millionen Mitgliedschaften in den fast 24.000 Vereinen, die unter seinem Dach organisiert sind. Seit 2021 hat der deutsche Fußball insgesamt fast eine Million Mitgliedschaften dazugewonnen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagt: „Es ist ein starkes Zeichen, dass der Fußball in Deutschland zum 125-jährigen Jubiläum des DFB an vielen Stellen weiterwächst. Das zeigt, wie attraktiv und vielfältig der Amateurfußball ist. Einige Zahlen deuten aber auch darauf hin, dass wir an der Basis offenkundig an Kapazitätsgrenzen stoßen. Daher setzen wir uns gegenüber der Politik weiter für geeignete Sportstätten für unsere Vereine ein. Hier sind wir vor allem unseren Kindern- und Jugendlichen verpflichtet. Die Vereine erweisen der Gesellschaft und unserem Gemeinwesen einen großen Dienst. Das ist in den aktuell bewegten Zeiten wichtiger denn je.“
Auch die Zahl der Schiedsrichter steigt wieder, aktuell sind Deutschlandweit 61.027 SR und davon sind 2.749 SR*innen (4,5%) unterwegs das ist eine Steigerung zur Vorsaison um 4,29 % (Stand 30.05.25) Somit wurden insgesamt 1.443.571 Spiele durch qualifizierte Kollegen gepfiffen.
Schiedsrichter sein - mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung
Zuverlässigkeit, Sicherheit und Pünktlichkeit kennzeichneten von jeher die Produkte und Arbeitsleistungen mit dem Gütesiegel „Made in Germany“. Weltweit sind diese Prädikate anerkannt und geachtet. Da stehen auch die über 61.027 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im DFB mit ihren Leistungsansprüchen nicht zurück. Ihre Leistungen genießen in der Fußballwelt und darüber hinaus ebenfalls eine hohe Akzeptanz. So werden nicht selten die deutschen Spitzenreferees zu Meisterschaften anderer Nationalverbände als Unparteiische eingeladen. Und selbst in Austauschprogrammen mit angrenzenden Nationen beweisen unsere Schiedsrichter der unteren Spielklassen immer wieder einen hohen Qualitätsstandard.
Zu den Voraussetzungen für solche Leistungen gehören nicht zuletzt eine intensive Betreuung durch die Schiedsrichter-Obleute sowie eine qualifizierte Aus- und Fortbildung. Moderne Lehrmethoden mit aktuellen Medien setzen bereits bei den Schiedsrichter-Neulingen erste Zeichen für das notwendige Interesse und die Bereitschaft zum Lernen des Regelwerkes und der Umsetzung der Spielregeln. Darüber hinaus werden die Unparteiischen zunehmend in der Stärkung ihrer Persönlichkeitsprofile geschult. Einheiten zur Rhetorik, zur Verbesserung der Körpersprache und zur Bewältigung von Stresssituationen gehören ebenso zum Ausbildungsprogramm, wie die theoretische Aufarbeitung von Konfliktsituationen. In Rollenspielen werden zu diesen Übungen zum Konfliktmanagement dann Lösungsmöglichkeiten entwickelt.
"Ich übernehme gerne Verantwortung"
Vor allem die jungen Schiedsrichter erhalten damit eine Ausbildung, die ihnen über die eigentliche Tätigkeit als Unparteiische auch in der Berufsfindung, im Beruf und in der Freizeit umfangreiche Wissensbereiche erschließt.