Profis Donnerstag, 20.10.2016

Zwischen Erstligaflair und Zweitligatradition

Foto: Sportfoto Zink

Vier Spiele in zwölf Tagen. Anspruchsvolle Wochen warten auf die Club-Spieler, die angesichts dessen aber nur eines verspüren: pure Vorfreude.

„Natürlich hätten wir jetzt gerne gleich weiter gespielt, aber so nutzen wir die Zeit jetzt erstmal zur Regeneration.“ Thorsten Kirschbaums letzte Worte nach dem 2:0-Erfolg gegen Union Berlin trafen den Nerv eines Großteils seines Teams. Nach zwei Siegen, die zugleich die ersten in der laufenden Saison bedeuteten, kam die Länderspielpause nicht nur für den Club-Rückhalt eher ungelegen.

Doch aus der ‚Not‘ eine Tugend machend, nutzte Alois Schwartz die zwei spielfreien Wochen, „um an den Automatismen zu arbeiten“ – mit Erfolg. Beim Karlsruher SC belohnten sich seine Spieler für die bislang beste Saisondarbietung mit drei Toren und weiteren drei Punkten und dürfen nun mit breiter Brust in vier schnell aufeinander folgenden Partien antreten. Zunächst gegen Hannover am Sonntag und in der 2. Hauptrunde im DFB-Pokal gegen Schalke 04 am Mittwoch gefordert, folgen zwei Auswärtsauftritte auf St. Pauli, 31.10.16, und in Aue, 04.11.16.

Es beginnt im Privatleben

Umso mehr müssen die Profis in den nächsten Wochen mit ihren Kräften haushalten. Elfmeter-Killer Kirschbaum kennt da keine Kompromisse: „Man muss sich natürlich darauf einstellen, wenn Spiele eng aufeinander folgen. Das beginnt schon im Privatleben, wenn man Termine nicht unbedingt in diese Zeit legt oder nachmittags einfach mal zuhause bleibt, anstatt auszugehen.“ Oder: „Essen, Schlafen, Trainieren und wieder von vorne“, bringt es Mitspieler Laszlo Sepsi auf den Punkt.

Nach drei Siegen in drei Spielen freut sich das Team von Alois Schwartz auf die kommenden Wochen. Oder, wie es Dauerläufer Hanno Behrens formuliert: „Ich mag englische Wochen sehr gerne. Man spielt viel, trainiert wenig. Genau das will man als Fußballer, auch wenn es körperlich anstrengend ist. Zudem kommen meine Eltern zu den beiden kommenden Heimspielen.“

Erstligaflair in Woche eins - Tradition pur in Woche zwei

Auch Tobias Kempe freut sich auf die beiden Auftritte vor heimischem Publikum: „Hannover und Schalke sind zwei sehr interessante, sehr starke Gegner. Aber wir haben jetzt drei Spiele gewonnen und viel Wind im Rücken. Wir müssen diese Spiele annehmen, wie die letzten auch. Dann bin ich optimistisch, dass wir diese positiv gestalten können.“ 

Mit St. Pauli und Erzgebirge Aue steht die zweite quasi englische Woche ganz im Zeichen der Traditionsclubs. Hamburg, Montagabend, Flutlicht; Obwohl das Spiel bei den Kiezkickern noch weit über eine Woche warten lässt, ist es schon im Bewusstsein der Cluberer angelangt. „Auf St. Pauli zu spielen, ist immer etwas Besonderes. Dort ist eine tolle Atmosphäre, auch wenn es bei ihnen aktuell nicht ganz so läuft“, blickt Kirschbaum trotz voller Konzentration auf Hannover mit einem Auge voraus.

"Gemeinschaft auf den Platz bringen"

Aufsteiger Erzgebirge Aue ist mit zehn Punkten stabil in die Saison gestartet. Obwohl der 1. FCN in den vergangenen vier Aufeinandertreffen mit den Sachsen stattliche zehn Punkte einfahren konnte, wird das Team mit einer gehörigen Portion Respekt zum Tabellendreizehnten reisen: „Wir wissen aus Dresden, dass es nie einfach ist, zu einem Aufsteiger zu fahren. Ohnehin ist es doch so, dass in dieser engen Liga die kleinen Dinge entscheiden. Machst du diese nicht richtig, verlierst du“, weiß Chef-Trainer Alois Schwartz. 

Doch ob nun Hannover, Schalke, St. Pauli oder Aue - die Marschroute ist längst vorgegeben: „Wenn wir die Art und Weise aus Karlsruhe erneut abrufen und wieder diese Gemeinschaft auf den Platz bringen, dann ist die Chance größer, die Spiele zu gewinnen.“