Profis Teamcheck Freitag, 24.02.2017

VfL Bochum: Die blaue Maus der Liga

Foto: Sportfoto Zink

Am Sonntag gastiert VfL beim 1. FCN. Der Revierklub hat gute Erinnerungen an Nürnberg und einen Trainer mit Club-Vergangenheit.

Trübe Aussichten in der Tabelle? Die graue Maus der Liga? Von wegen! Der Beweis: Beim VfL Bochum sieht man es sportlich und bestimmte einen blau-weißen Nager als Maskottchen des hauseigenen Kids-Club, dem Bobbiklub. "Bobbi Bolzer", die über zwei Meter große Maus, ist nicht mit an Bord, wenn der Verein aus dem Ruhrgebiet am 22. Spieltag zu Gast ist beim 1. FCN.

Hochmotivierte elf Fußballer werden sich zum Anpfiff um 13.30 Uhr aber ganz sicher auf dem Feld bereitfinden. Bunt und aufregend, wie einst die legendären Bochumer-Trikots der 1990er Jahre, ist auch die Historie des Klubs. Der VfL in seiner heutigen Form existiert seit 1938, die Wurzeln des Klubs reichen gar bis in das Jahr 1848 zurück. Während seiner bewegten Geschichte zwischen dritthöchster Spielklasse und UEFA-Cup hat sich der Verein einen festen Platz im deutschen Profifußball erarbeitet.  

Top-Stürmer und bekannte Trainer

Einstmals "unabsteigbar", heute unzerstörbar: "Wenn die Erde sich mal nicht mehr dreht, werden wir gemeinsam weitergehen", heißt es in der vereinseigenen Hymne "Mein VfL". Der dreimalige Zweitligachampion ist derzeit drauf und dran, das 10.000. Mitglied in seinen Reihen begrüßen zu dürfen und kann auf insgesamt 34 stolze Jahre Bundesligazugehörigkeit blicken. Dabei stellten die Bochumer gleich dreimal den besten Torjäger der Beletage des deutschen Fußballs. 1985/86 netzte Stefan Kuntz 22 Mal, Thomas Christiansen ließ 2002/03 21 Tore folgen und der Grieche Theofanis Gekas schnappte sich 2007 mit 20 Treffern die goldene Kanone.

Ähnlich prominent ist die Trainerriege besetzt, die an der Castroper Straße 145 anheuerte. Klaus Toppmöller etwa zeichnete an der Seitenlinie verantwortlich für den ersten internationalen Auftritt des VfL im Jahr 1997. Gegen den niederländischen Topklub Ajax Amsterdam war erst im Viertelfinale (2:2 und 2:4) des UEFA-Cups Schluss. Peter Neururer wiederholte das Kunststück der Qualifikation 2004 und ließ sich deshalb live im Stadion den markanten Schnauzer rasieren. Fast ein Jahrzehnt später zeigte er, dass Vereinsliebe manchmal auch durch die (weiß-blaue) Haarpracht geht.

Verbeek mit Nürnberger Vergangenheit

Der aktuelle Coach der Bochumer, Gertjan Verbeek, ist dank seines Hangs zum Offensivfußball und der markanten Sprüche, so etwa dem offiziellen Fußballspruch des Jahres 2014 ("Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können, aber ich habe in Nürnberg gearbeitet") auch in der Noris in bleibender Erinnerung. Verbeek ging den Weg vom Club zum VfL. Andersherum taten dies seine Vorgänger. Heinz Höher, Hermann Gerland und auch Herbert Widmayer ließen vor ihrer Zeit beim Club in Bochum trainieren.

Geläufig wie diese Namen sind dem Club-Fan die Erinnerungen an das turbulente Hinspiel in dieser Saison. 5:4 für Bochum hieß es nach rund 90 Zeigerumdrehungen am 5. Spieltag. Das bunte Torfestival war in mehrfacher Hinsicht eine Premiere der Debütanten. So gelangen Kevin Stöger und dem Ex-Cluberer Peniel Mlapa ihre ersten VfL-Tore. Auf Seiten des 1. FCN traf der aktuelle Afrika-Cup-Gewinner Edgar Salli doppelt und stellte kurz vorm Pausenpfiff auf 3:3. Shawn Parker besorgte schließlich den Endstand.

Bochum mit guter Bilanz in Nürnberg

Die Mission der Verbeek-Elf mit bisher nur einem Auswärtssieg in der Saison (4:2 in Aue) ist für die die  Partie am Sonntag klar: In Nürnberg soll gepunktet werden. Das Stadion scheint den Bochumern auch irgendwie zu liegen. Noch nie verlor der VfL – bei vier Partien – ein Zweitligamatch beim 1. FCN. Zeit wird's also, dass der Club die Statistiker zur Einsicht zwingt und dafür sorgt, dass vor eigenem Publikum kein blaues Wunder zugelassen wird. Vor den eigenen Fans will der Club nach der Niederlage in München die Chance zur Rehabilitation nutzen und alles Zählbare im Frankenland behalten.

Spieldaten

22. Spieltag, 2. Bundesliga 2016/2017
0 : 1
1. FC Nürnberg
VfL Bochum
35. Nils Quaschner 0:1
Stadion
Datum
26.02.2017 13:30 Uhr
Schiedsrichter
Alexander Sather
Zuschauer
25700

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Kirschbaum - Kammerbauer - Hovland (77. Ishak) - Margreitter - Mühl - Behrens - Lippert - Kempe - Sabiri (61. Parker) - Gíslason (77. Teuchert) - Matavz
Reservebank
Schäfer, Brecko, Bulthuis, Djakpa, Parker, Ishak, Teuchert
Trainer
Alois Schwartz
VfL Bochum
Riemann - Gyamerah (73. Dawidowicz) - Hoogland - Bastians - Rieble - Losilla - Wydra - Wurtz - Gündüz - Quaschner (65. Saglam) - Mlapa (86. Canouse)
Reservebank
Dornebusch, Dawidowicz, Canouse, Saglam, Bapoh, Merkel
Trainer
Gertjan Verbeek

Ereignisse

35. min Spielstand: 0:1
Nils Quaschner

56. min Spielstand: 0:1
Jan Gyamerah

61. min Spielstand: 0:1
Shawn Parker kommt für Abdelhamid Sabiri

65. min Spielstand: 0:1
Görkem Saglam kommt für Nils Quaschner

73. min Spielstand: 0:1
Pawel Dawidowicz kommt für Jan Gyamerah

77. min Spielstand: 0:1
Mikael Ishak kommt für Even Hovland

77. min Spielstand: 0:1
Cedric Teuchert kommt für Rúrik Gíslason

83. min Spielstand: 0:1
Lukas Mühl

86. min Spielstand: 0:1
Russell Canouse kommt für Peniel Kokou Mlapa

90.(+4) min Spielstand: 0:1
Selim Gündüz