Profis Mittwoch, 09.08.2017

Variabel, unbezwungen und mit Luft nach oben

Foto: Sportfoto Zink

Sechs Punkte gab's zum Auftakt für den Club. Was zeichnet die Mannschaft momentan aus?

Der 1. FC Nürnberg ist mit zwei Siegen aus zwei Spielen in die neue Saison gestartet. Nun macht die Liga Pause. Vor dem DFB-Pokalspiel beim MSV Duisburg (Mo., 14.08.17) blickt fcn.de auf Auffälligkeiten der ersten Wochen.

Hinten steht die Null: Als einziges Team der Liga hat der Club in den ersten beiden Partien keinen Gegentreffer kassiert. "Das ist ein Riesenkompliment für die Defensivarbeit der gesamten Mannschaft", sagt Trainer Michael Köllner, der in der Vorbereitung einen Schwerpunkt auf ein verbessertes Defensivverhalten legte. Mit Erfolg. In der vergangenen Saison kassierten nur Arminia Bielefeld und der KSC mehr Gegentreffer, nun steht noch immer die Null. Schon in den Testspielen war erkennbar, was nach dem Spiel in Regensburg auch Jahn-Coach Achim Beierlorzer feststellte: "Nürnberg hat eine sehr stabile Abwehr."

Schwer auszurechen: Viermal durften die Club-Fans an den ersten beiden Spieltagen bereits jubeln. Nur Union Berlin und Holstein Kiel waren mit jeweils fünf Treffern häufiger erfolgreich. Dabei scheint der Club offensiv aktuell schwer ausrechenbar: Mit Kevin Möhwald und Hanno Behrens trafen bislang zwei Mittelfeldspieler. In der Vorbereitung wurde ebenfalls deutlich: Die Mannschaft erzeugt von vielen Positionen aus Torgefahr. So trat in den Testspielen mal Hanno Behrens, mal Sebastian Kerk, mal Cedric Teuchert, mal Mikael Ishak als Topscorer in Erscheinung.

Verschiedene Systeme: Die Diskussion um Systeme führt Michael Köllner nicht besonders gerne. Dem Club-Coach geht es vielmehr darum, von Spiel zu Spiel zu entscheiden, "was in welchen Räumen gefordert ist". Dementsprechend schickt er sein Team auf den Rasen. Gegen Lautern agierte die Club-Elf so über weite Strecken in einer 4-1-4-1-Grundordnung. In Regensburg änderte Köllner ein paar Details und setzte zu Beginn auf ein 4-3-2-1, um im Laufe der zweiten Halbzeit auf ein 4-4-2 umzustellen, in dem schließlich auch der Siegtreffer durch Möhwald gelang.

Kampf um die Plätze: "Es ist für mich momentan richtig schwer, den Kader und die Startelf zu nominieren", erklärt Michael Köllner. Verzichten muss der Club-Coach aktuell auf Dennis Lippert, Patrick Erras, Lukas Mühl, Philipp Förster und Ewerton. Der Rest des Kaders ist fit und will spielen. "Diejenigen, die hinten dran sind, drängen ins Team", so Köllner, der allerdings "nur elf von Beginn an spielen lassen kann. Da trifft es Leute, wie beispielsweise Ondrej Petrak, der eine starke Vorbereitung gespielt hat, schon hart." Das Positive: Die aktuellen Reservisten machen von hinten Druck: "Wir haben eine gute Mentalität in der Mannschaft. Jeder greift dem anderen unter die Arme."

Noch Luft nach oben: "Wir sind schon zufrieden, wie wir in die Saison reingekommen sind", sagt Köllner, schiebt aber gleich hinterher. "Wir wissen auch, dass wir vor allem fußballerisch noch zulegen können." Auch innerhalb der Mannschaft bleibt man nach dem guten Start auf dem Boden. "Wir müssen demütig mit der Situation umgehen. Wir haben auch viele Fehler gemacht und wissen, dass wir noch viel an uns arbeiten müssen", so Enrico Valentini.