Profis Teamcheck Donnerstag, 13.10.2016

Teamcheck KSC: In ruhigere Fahrwasser unterwegs?

Foto: Sportfoto Zink

fcn.de hat sich den kommenden Gegner des Club etwas genauer angeschaut.

  • Die Situation

Manie und Depression - die vergangenen vier Jahre waren für den Karlsruher Sportclub mit dem Wort ‚extrem‘ geradezu vortrefflich zu beschreiben. Doch nach dem Zweitliga-Aufstieg 2013, dem knappen Scheitern in der Bundesliga-Relegation gegen den Hamburger SV nur zwei Jahre später und der Folgesaison, in der das Team unter Trainer Markus Kauczinski eine lange Hinrunde im Tabellenkeller verbrachte, biegen die Badener in der Spielzeit 2016/17 allmählich in ruhigere Fahrtwasser ab.

Unter Tomas Oral, der in diesem Sommer das Erbe von Kauczinski antrat, bleiben die Ausreißer nach unten, aber bisweilen auch nach oben, weitestgehend aus. Mit acht Punkten rangieren die Badener nach dem achten Spieltag auf Mittelfeldplatz 12. Doch vielmehr das Torverhältnis deckt aktuell Schwächen als auch Stärken des Deutschen Meisters von 1904 auf. Stabile acht Gegentore lassen die Handschrift des neuen Trainers durchschimmern, der aus einer kompakten Defensive heraus agieren will. Können sich Abwehrchef Bjarne Thoelke und seine Nebenmänner zwar sechstbeste Abwehr der Liga nennen, so drückt doch gerade vorne der Schuh. Gerade einmal fünf Tore in acht Spielen sind nach dem 1. FC Kaiserslautern (vier) Ligatiefstwert.

  • Die Mannschaft

Auch der KSC konnte sich im abgelaufenen Transferfenster dem Verlust zweier Leistungsträgern nicht erwehren. Sowohl Jonas Meffert (Bayer Leverkusen) als auch Manuel Gulde (SC Freiburg) schlagen ihre Zelte von nun an in der deutschen Beletage auf. Sportdirektor Jens Todt schaute dem Gehen aber nicht nur zu. Unter acht externen Neuzugängen lotste der gebürtige Hamelner mit Franck Kom (ES Sahel) und Moritz Stoppelkamp (SC Paderborn) zwei durchaus interessante wie namhafte Spieler in den Wildpark. Auch Piräus-Leihgabe Dimitrios Diamantakos konnte Todt vom Bleiben überzeugen und stattete den Griechen in diesem Sommer mit einem festen Arbeitspapier aus.

Überzeugen konnte durchgehend bislang aber nur Moritz Stoppelkamp. Seine Stärken im Spielaufbau brachte der Ex-Paderborner mit an seinen neuen Arbeitsplatz, wo er mit Übersicht das Mittelfeld der Karlsruher lenkt. Mit der Bürde einer hohen Ablösesumme nach Karlsruhe gewechselt, kommt der Kameruner Kom den damit verbundenen Ansprüchen hingegen (noch) nicht nach. Schon zwei Mal wurde der 24-Jährige von Coach Oral nicht zum Kader berufen. Insgesamt schlummert im Kader 2016/17 dennoch einiges an Potenzial, das das ein oder andere Team in dieser Liga noch vor Probleme stellen sollte. Alleine in der Offensive tummeln sich mit Diamantakos und Erwin Hoffer zwei Stürmer, die schon mehrfach ihren Torriecher bewiesen haben. Mit Neuzugang Florian Kamberi (Grasshoppers Zürich) wartet dahinter ein verheißungsvolles Sturmtalent, das auf seine Chance nur lauert und sie mit einem Tor auch bereits zu nutzen wusste.

  • Der Trainer

Keine einfache Aufgabe für den neuen Trainer der Blau-Weißen. Neben dem Schaffen neuer mannschaftlicher Geschlossenheit gilt es für Tomas Oral laut Vorgabe seines Präsidenten Ingo Wellenreuther, alle Mannschaften mit kleinerem Etat hinter sich zu lassen, attraktiven Fußball zu spielen und den Verein aus der Landeshauptstadt zu besiegen. Dass er von seiner Arbeit Bescheid weiß, konnte er bereits bei RB Leipzig, FC Ingolstadt und dem FSV Frankfurt unter Beweis stellen.

Beim KSC wollte Oral die Vereinsziele zu Saisonbeginn mit einem 4-2-3-1-, später mit einem klassischen 4-4-2-System angehen. Doch  spätestens seit der Länderspielpause, in der der 43-Jährige erstmals in einem 4-1-4-1 trainieren ließ, dürften Taktikfreunde gespannt auf den Sonntag schauen, wenn der Karlsruher SC den Club aus Nürnberg empfängt. Wo dann Enrico Valentini spielt, wird sich zeigen. Ansonsten auf der Position des Außenverteidigers beheimatet, fand sich der Kapitän und Ex-Cluberer im neuen System im defensiven Mittelfeld wieder und fand dabei auf Anhieb gefallen an seiner neuen Rolle.

Spieldaten

9. Spieltag, 2. Bundesliga 2016/2017
0 : 3
Karlsruher SC
1. FC Nürnberg
61. Guido Burgstaller 0:1
67. Guido Burgstaller 0:2
90. Tim Matavz 0:3
Stadion
Datum
16.10.2016 13:30 Uhr
Schiedsrichter
Felix Zwayer
Zuschauer
16065

Aufstellung

Karlsruher SC
Orlishausen - Valentini - Thoelke - Kinsombi - Kempe - Mavrias (57. Torres) - Prömel (71. Rolim) - Stoppelkamp (84. Fahrenholz) - Yamada - Hoffer - Kamberi
Reservebank
Stritzel, Fahrenholz, Kom, Sallahi, Torres, Rolim
Trainer
Tomas Oral
1. FC Nürnberg
Kirschbaum - Brecko - Hovland - Bulthuis - Sepsi - Behrens (90. Kammerbauer) - Petrak - Kempe (90. Hercher) - Möhwald - Burgstaller (89. Mühl) - Matavz
Reservebank
Schäfer, Mühl, Evseev, Gíslason, Kammerbauer, Hercher, Sylvestr
Trainer
Alois Schwartz

Ereignisse

31. min Spielstand: 0:0
Moritz Stoppelkamp

54. min Spielstand: 0:0
Elfmeter verschossen: Enrico Valentini

57. min Spielstand: 0:0
Manuel Torres kommt für Charalampos Mavrias

61. min Spielstand: 0:1
Guido Burgstaller

67. min Spielstand: 0:2
Guido Burgstaller

71. min Spielstand: 0:2
Yann Rolim kommt für Grischa Prömel

74. min Spielstand: 0:2
Guido Burgstaller

84. min Spielstand: 0:2
Tim Fahrenholz kommt für Moritz Stoppelkamp

89. min Spielstand: 0:2
Lukas Mühl kommt für Guido Burgstaller

90.(+2) min Spielstand: 0:3
Tim Matavz

90.(+4) min Spielstand: 0:3
Bjarne Thoelke

90.(+5) min Spielstand: 0:3
Philipp Hercher kommt für Tobias Kempe

90.(+8) min Spielstand: 0:3
Patrick Kammerbauer kommt für Hanno Behrens