Fans Teamcheck Donnerstag, 11.08.2016

Teamcheck Heidenheim: Nur in eine Richtung

Foto: Sportfoto Zink

Mit dem 1. FC Heidenheim wartet am Freitag ein etabliertes Zweitliga-Mitglied auf den Club. Dabei atmet der Gast von der Ostalb erst seit zwei Jahren Unterhaus-Luft.

Das Jahr 2007 hat sich in den Annalen des 1. FC Nürnberg und des 1. FC Heidenheim si­cher einen prominenteren Platz gesichert. Beim Club sorgte ein junger Däne dafür, dass mit dem Berliner Pokalsieg neues Briefpapier bestellt werden durfte. Auf der Ostalb, knapp 150 km Autofahrt südwestlich von Nürnberg, weit weniger im öffentlichen Fokus, machte sich der 1. FC Heidenheim klammheimlich auf, eine der erfolgreichsten Fußball-Storys der Neuzeit zu schreiben.

Der gebürtige Heidenheimer Frank Schmidt hatte sein Fußballleben, den Schritt in den Herrenbereich schaffte er übrigens Anfang der 1990er Jahre als Amateur beim 1. FC Nürn­berg, nach langen Jahren der Wanderschaft – Vestenbergsgreuth, Fürth, Wien, Aachen und Mannheim hießen die Stationen – in die Hei­mat zurückgeführt. Genauer gesagt zum Hei­denheimer SB, dem 2003 mit dem damals 29-Jährigen der Aufstieg in die Oberliga Baden- Württemberg gelang. 2007 beendete der Spieler Schmidt seine Laufbahn, auch den HSB gab es nicht mehr. Der war inzwischen sei­ne Fußballabteilung los, die sich rückwir­kend zum Jahresersten abspaltete und sich den bis heute gültigen Vereinsnamen gab: 1. FC Heidenheim 1846 e. V. Mit dem Trainer Frank Schmidt, der am 17. Septem­ber 2007 das Zepter an der Seitenlinie des FCH übernahm, ging es fortan rasant nach oben.

Mir nichts, dir nichts ins deutsche Unterhaus

Am Ende seiner Debütsaison führte Schmidt seine Mannschaft zum Aufstieg in die Südstaffel der Regionalliga. Da­mit nicht genug, im Folgejahr gelang der Durchmarsch, der den 1. FCH schnur­stracks in die dritte Liga führte. Drei Jah­re spielte Heidenheim hier munter oben mit, belegte die Plätze 9, 4 und 5. Der Knoten platzte schließlich in der Spielzeit 2013/14 – der FCH stieg als Meister seiner Klasse direkt in die 2. Bundesliga auf. Hier etablierte sich der Underdog mit teils be­achtlichen Leistungen und ohne die ganz großen Namen im Kader als feste Größe. Mit dem Abstieg hatte Heidenheim unter Dauerbrenner Schmidt jedenfalls bislang nie etwas zu tun und belegte im Endtableau die Plätze 8 (2014/15) und 11 (2015/16).

Damit die seit Regionalligatagen mehrfach umgebaute, heute 15.000 Zuschauer fassen­de Heidenheimer Voith-Arena auch weiter­hin Austragungsort von Bundesligapartien bleibt, musste Schmidt bei der Kaderplanung für diese Saison erneut listiger und flexibler sein, als Ligakonkurrenten mit einem größe­ren Portemonnaie. Dabei hilft, dass der be­schauliche Standort mittlerweile jungen Talenten als Sprungbrett dient, um die eigene Laufbahn anzukurbeln. Top-Stürmer Florian Nieder­lechner wechselte vor einem Jahr nach Mainz in die höchste Spielklasse, Robert Leipertz trägt nunmehr das Trikot des FC Ingolstadt.

10. Saison unter Schmidt

Auch in diesem Sommer ging es nicht ganz ohne Aderlass. Stammkeeper Jan Zimmermann reizte das Abenteuer bei den Münchner Löwen. Gleich vier Leihspieler – der Freiburger Angreifer Tim Kleindienst ist mit 20 Jahren der Ältes­te – Torwart Leon Jankowski aus Hoffenheim mit 17 Jahren der Jüngste, sorgen hingegen für die nötige Blutauffrischung im Kader. Fest verpflichtet wurden auch John Verhoek vom FC St. Pauli und Mittelstürmer Denis Thomal­la, der seinen Vertrag mit Lech Posen in ein nunmehr festes Arbeitspapier mit dem FCH eintauschte und dessen Anstellung bereits drei Punkte einbrachte. Thomalla traf ent­scheidend beim 1:0-Sieg zum Liga-Auftakt gegen Aue am vergangenen Sonntag.

Der Club ist also gewarnt vor einer jungen, hungrigen Mannschaft, die nicht nur wegen des jüngsten Erfolges selbstbewusst auftre­ten wird. Schließlich wollen Schmidt & Co. sicher auch die Scharte aus dem Vorjahr auswetzen, als der FCH ebenfalls am 2. Spieltag beim Club antre­ten musste. Vor allem wollen die Männer von der Ostalb ganz sicher nicht im Jahr des zehnjährigen Dienstjubiläums ihres Trainers unnötig viele Federn lassen. Denn die Erfolgsgeschichte, die klammheimlich auf der Ostalb 2007 begann, soll möglichst lange fortgeschrieben werden.

Spieldaten

2. Spieltag, 2. Bundesliga 2016/2017
1 : 1
1. FC Nürnberg
11. Jakub Sylvestr (Kopfball) 1:0
1. FC Heidenheim
56. Denis Thomalla 1:1
Stadion
Datum
12.08.2016 18:30 Uhr
Schiedsrichter
Harm Osmers
Zuschauer
25769

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Brecko - Margreitter - Bulthuis - Sepsi - Mühl (61. Salli) - Behrens - Alushi - Leibold - Burgstaller - Sylvestr (83. Teuchert)
Reservebank
Kirschbaum, Hovland, Gíslason, Kempe, Möhwald, Salli, Teuchert
Trainer
Alois Schwartz
1. FC Heidenheim
Müller - Kraus - Wittek - Rasner (73. Atanga) - Strauß - Feick - Griesbeck - Titsch-Rivero - Kleindienst (87. Widemann) - Schnatterer (90. Beermann) - Thomalla
Reservebank
Schnitzler, Becker, Beermann, Atanga, Skarke, Finne, Widemann
Trainer
Frank Schmidt

Ereignisse

4. min Spielstand: 0:0
Laszlo Sepsi

11. min Spielstand: 1:0
Jakub Sylvestr

56. min Spielstand: 1:1
Denis Thomalla

61. min Spielstand: 1:1
Edgar Salli kommt für Lukas Mühl

66. min Spielstand: 1:1
Robert Strauß

73. min Spielstand: 1:1
David Atanga kommt für Martin Rasner

83. min Spielstand: 1:1
Cedric Teuchert kommt für Jakub Sylvestr

87. min Spielstand: 1:1
Dominik Widemann kommt für Tim Kleindienst

90.(+2) min Spielstand: 1:1
Timo Beermann kommt für Marc Schnatterer