Berichterstattung zur Partie 1. FC Nürnberg – Borussia Dortmund / 20. Spieltag (1. Bundesliga 2011/2012)

Teamcheck BVB

Das Freitagsspiel im Focus: Dortmund unter der Lupe.

Jugendstil - auch beim BVB

Jugend hier, Jugend dort – die Borussia setzt ganz bewusst auf eben diese Komponente, wie die Zahl 24,3 belegt. Mit diesem Durchschnittsalter wurde die Klopp-Elf in der vergangenen Saison der jüngste Deutsche Meister aller Zeiten – und älter ist der Kader auch in dieser Spielzeit nicht geworden, die ältesten Neuzugänge waren im Sommer Ivan Persic und Chris Löwe mit 22 Jahren.

Ein Trend übrigens der ligaweit gerade auf der Torhüterposition zu beobachten ist, die ter Stegens (19), Lenos (19) oder Zielers (22) lassen schön grüßen. Doch genau auf dieser Position verfährt die Borussia andersherum, baut mit dem 31-jährigen Roman Weidenfeller auf einen Routinier, der zudem als Vertreter der alten, nicht so sehr aufs Mitspielen bedachten Torwartschule gilt.

Nur, ob jung oder alt, modern oder klassisch, in diese Diskussion bringt Weidenfeller Argumente ein, die alles sagen: In der vergangenen Saison kassierte er mit 22 Gegentoren die wenigsten in der Liga, in dieser Spielzeit sind es bislang 13 – nur der Gladbacher ter Stegen weist mit 12 einen besseren Wert auf.

Der Trainer

Der FC Bayern dachte vor rund vier Jahren lange und intensiv über Jürgen Klopp nach, entschied sich dann aber für Jürgen Klinsmann. Ob er sich deswegen heute noch in den Hintern beißt, ist nicht bekannt, alles andere schon. Klinsmann musste gehen, und Klopp, der im Sommer 2008 vom FSV Mainz zum BVB ging, schlug in Westfalen top ein.

Nun lehrt die Bundesliga, dass man gewisse Entscheidungen später revidieren kann. Der Name Klopp wurde in der fast durchgängig unter Volldampf stehenden Gerüchteküche Ende des vergangenen Jahres immer mal wieder mit dem FC Bayern in einen Topf geworfen. Anfang dieser Woche jedoch entzog der BVB-Coach diesem Gerücht jede Grundlage: Vorzeitig verlängerte er seinen bis 2014 laufenden Vertrag um zwei Jahre.

Lewandowski oder Götze?

Apropos Bayern und BVB. Die Aussage des Münchner Flügelflitzers Frank Ribéry, dass Dortmunds Stürmer Lewandowski den Roten mehr helfen würde als der nun verletzte Jungstar Götze, machte die Branche hellhörig. Doch während bundesweit das Grübeln einsetzte, was da wohl am Laufen sei, lief Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc den Steilpass Ribérys ab und grätschte ihn getreu der Devise: „der Wunsch bleibt Vater des Gedankens“ resolut ab. Kleiner Nachtrag, um der Vollständigkeit Genüge zu tun: Zorc verlängerte seine Arbeitspapiere ebenfalls vorzeitig bis 2016.

"Den Club vergisst man nie"

Und zur Vollständigkeit fehlt? Richtig, die Rubrik „den Club vergisst man nie“. Darunter fällt selbstredend Mittelfeldstratege Ilkay Gündogan, der im Sommer ins Westfälische wechselte und sich beim BVB zunächst sogar einen Stammplatz eroberte. Dass der 21-Jährige zuletzt häufiger von der Bank kam, ist kein Makel, die Konkurrenz ist schließlich riesengroß und er erst wenige Monate in Dortmund.

Und es gibt noch einen Ex-Cluberer beim BVB, der weder Tore schießt noch welche verhindert, aber dennoch eminent wichtig ist: Gemeint ist Physio Peter Kuhnt. Umgekehrt weist der 1. FCN mit Sommerneuzugang Markus Feulner und Chef-Physio Günter Jonczyk derzeit zwei Ex-Dortmunder vor.

Dienstag, 31.01.2012


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