Profis Teamcheck Donnerstag, 09.02.2017

Teamcheck B'schweig: Gut gebrüllt, Löwe

Foto: Sportfoto Zink

Am Freitag gastiert die Eintracht beim Club. fcn.de hat sich den aktuellen Tabellendritten mal genauer angeschaut.

Die Sphinx von Gizeh lässt sich in seiner Gestalt darstellen, der Halbgott Herakles kämpft gegen ihn und der Sternenhimmel über uns allen zeigt ihn zweifach: den Löwen. Mut und Stärke werden ihm zugeschrieben, Eigenschaften, mit denen sich Männer wie Richard Löwenherz oder Welfenkönig Heinrich namentlich rühmten. Bis heute ist der „König der Tiere“ das beliebteste Symbol der Heraldik.

Auch der Turn- und Sportverein aus Braunschweig schmückt sich im Wappen mit dem roten, aufgerichteten Löwen der Stadt. Am dritten Rückrundenspieltag bittet der 1. FCN die Löwen aus Niedersachsen in die heimische Manege. Mit dem Löwen auf der Brust haben die Niedersachsen, die Vereinsgründung datiert 1895, eine traditionsreiche fußballerische Laufbahn beschritten. 1900 war der Verein Gründungsmitglied des DFB.

Starke Hinrunde

63 Jahre später hob man gemeinsam mit 15 weiteren Teams die Deutsche Fußball-Bundesliga aus der Taufe. Binnen kurzer Zeit gelang es den Löwen um Offensivspieler Lothar Ulsaß, im Wettbewerb Fuß zu fassen und 1967 bereits den Meisterschaftstitel in der Eliteklasse zu erringen. 1973 beschritt der Verein neue Wege: Er wurde mit Hilfe eines Kräuterlikör-Herstellers zum Vorreiter in Sachen Trikotsponsoring in der Bundesliga. Dass ein Hirsch den Löwen verdrängte, sollte in der Rückschau allerdings nur eine Episode bleiben.  Ab 1987 hatte die Raubkatze wieder den prominenten Platz links auf der Brust inne, den sie bis heute erfolgreich verteidigt.

Stark verteidigen und mutig nach vorne spielen konnten die Löwen auch in der Hinrunde der laufenden Spielzeit bestechend gut: Um den mit elf Treffern torhungrigsten Angreifer Domi Kumbela scharte sich ein mit nur 18 zugelassenen Gegentreffern defensivstarkes Rudel auf der saisonalen Jagd nach Punkten. Nach 17 Spielen standen zehn Siegen lediglich drei Niederlagen gegenüber. Ergänzt um vier Punkteteilungen konnte der BTSV am dritten Spieltag erstmals Platz eins einnehmen und trotz starker Konkurrenz als Herbstmeister zum vorläufigen König im Zweitliga-Dschungel werden.

Trainer als Langzeitlösung

Zubeißen mussten die Löwen dabei kaum: Mit null Roten und 36 Gelben Karten waren sie hinter Dynamo Dresden das fairste Team der aktuellen „Big Five“ der Liga. Aufgrund der Homogenität des Kaders verzichtete Sportdirektor Marc Arnold auf eine Blutauffrischung in der Winterpause. Die Braunschweiger Eintracht möchte nach dem 1:1 im ersten Auswärtsspiel 2017 gegen die Würzburger Kickers zum ganz großen Sprung in Liga eins ansetzen, an dieser Zielsetzung änderte auch die jüngste 1:2-Heimpleite gegen den FC St. Pauli nichts.

Der heimliche Star der eindrucksvollen BTSV-Vorstellung ist dabei Dompteur Torsten Lieberknecht. Nach dem Ende seiner Zeit als Eintracht-Aktiver wechselte der heute 43-Jährige auf die Trainerbank. Seit 2008 herrscht Kontinuität auf dieser Position, der Rekord von fünf beschäftigten Übungsleitern in einer Saison verschwimmt zur Randnotiz im Statistikteil der Saison 2005/06. Vielmehr feierte der Verein die Lieberknecht-Unterschrift unter den bis 2020 laufenden Vertrag mit einem (traumhaften) Video inklusive BTSV-Bettwäsche.

Heimbilanz pro Club

An den Club hat die Eintracht zweifach gute Erinnerungen. So wurde die Meisterschale am 3. Juni 1967 nach einem 4:1-Erfolg im Eintracht-Stadion entgegengenommen. Gegner damals: der 1. FCN. In der Hinserie glich besagtes Stadion für die Schwartz-Elf gleichsam einer Höhle des Löwen, die 1:6-Niederlage des Club wirkte in der Hinrunde noch lange nach. Vergessen, die Karten wurden nunmehr neu gemischt.

Spannend bleibt also, wer am Freitagabend den Löwenanteil der Punkte einheimst. Die Heimbilanz spricht dabei dringend für den 1. FCN, von sechzehn Partien gegen die Eintracht wurden elf gewonnen und nur drei Spiele mussten verloren gegeben werden – das letzte Mal in der Saison 1978/79. Das könnte, ginge es nach der Nürnberger Mannschaft und ihren Fans, auch durchaus so bleiben.

Spieldaten

20. Spieltag, 2. Bundesliga 2016/2017
1 : 1
1. FC Nürnberg
53. Abdelhamid Sabiri 1:1
Eintracht Braunschweig
23. Christoffer Nyman 0:1
Stadion
Datum
10.02.2017 18:30 Uhr
Schiedsrichter
Marco Fritz
Zuschauer
23152

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Kirschbaum - Kammerbauer - Margreitter - Lippert - Hovland - Petrak (83. Teuchert) - Behrens - Kempe - Möhwald - Sabiri - Matavz
Reservebank
Schäfer, Djakpa, Mühl, Gíslason, Hufnagel, Parker, Teuchert
Trainer
Alois Schwartz
Eintracht Braunschweig
Fejzic - Decarli - Valsvik - Kijewski - Correia - Ofosu-Ayeh - Zuck - Khelifi (77. Biada) - Boland - Nyman (85. Abdullahi) - Hernandez
Reservebank
Engelhardt, Baffo, Biada, Hochscheidt, Matuschyk, Abdullahi, Kumbela
Trainer
Torsten Lieberknecht

Ereignisse

23. min Spielstand: 0:1
Christoffer Nyman

53. min Spielstand: 1:1
Abdelhamid Sabiri

77. min Spielstand: 1:1
Julius Biada kommt für Salim Khelifi

82. min Spielstand: 1:1
Mirko Boland

83. min Spielstand: 1:1
Cedric Teuchert kommt für Ondrej Petrak

85. min Spielstand: 1:1
Suleiman Abdullahi kommt für Christoffer Nyman