Siege gemeinsam feiern...
Zum offiziellen Pflichtspielstart in die Saison sprach fcn.de mit Martin Bader und Dieter Hecking über Vereinsziele, die Vorbereitung und die kommende Spielzeit 2011/12. Teil 1.
fcn.de: Herr Bader, besucht man dieser Tage das Trainingsgelände am Sportpark Valznerweiher fallen einem als erstes rollende Bagger und ein riesiger Kran ins Auge. Wie steht es um den Bau des neuen Funktionsgebäudes?
Martin Bader: Die Bauarbeiter sind schon seit vielen Wochen mit Baugerät am Gelände aktiv. Im Vorfeld hat mein Kollege Ralf Woy sich sehr intensiv mit den Verhandlungen möglicher Bauunternehmen befasst und sich bewusst die Zeit genommen, um alle Firmen einer genauen Prüfung zu unterziehen. Wir haben immer gesagt, dass wir nichts überstürzen werden. Es gab umfangreiche Verhandlungen, schließlich wurde mit der Firma Völkel + Heidingsfelder, das seit 1934 in Nürnberg ansässig ist, der richtige Partner und Generalunternehmer gefunden, um das Bauvorhaben zu realisieren. Wir freuen uns, dass wir mit der Grundsteinlegung auch für alle nach außen hin sichtbar den Startschuss für den Bau symbolisch vollzogen haben.
fcn.de: Die Mannschaft des 1. FC Nürnberg war bei der Grundsteinlegung ebenfalls dabei. Sind sich die Spieler des historischen Schrittes für den Verein bewusst?
Martin Bader: Die Fertigstellung des Bauprojektes schafft für alle Mitarbeiter dieses Vereins professionellere Rahmenbedingungen für die tägliche Arbeit. Das neue Gebäude wird ein richtiges Zuhause für den Club sein, keiner wird mehr beengt und an verschiedenen Orten „zerstückelt“ einen Platz haben, sondern wir alle sind dann endlich unter einem Dach untergebracht. Darüber hinaus ist dieses Bauprojekt, das haben wir immer wieder betont, auch absolut notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sowohl die Profi s als auch das NachwuchsLeistungsZentrum sind ebenfalls längst an räumliche Grenzen angelangt. Das Jugend-Internat wird den Schwerpunkt des Neubaus bilden. Dazu freuen wir uns auf das Club-Museum im Foyer des Gebäudes, das erstmals die umfangreiche Geschichte dieses Traditionsvereins in Ausstellungen und virtuell dokumentieren soll. Dazu bitten wir nach wie vor alle Club-Fans um Unterstützung, um die schönsten Erinnerungen aus 111 Jahren Club-Geschichte in Zukunft auch in einem großen Museum am Stadion, das wir uns alle wünschen, für jeden dauerhaft sichtbar machen zu können.
fcn.de: Im kommenden Oktober wählen die Mitglieder des 1. FC Nürnberg in der Mitgliederversammlung sechs neue Aufsichtsräte. Können Sie bereits einen Ausblick geben?
Martin Bader: Im Nachgang zur Mitgliederversammlung 2010 haben wir viele Anregungen von unseren Mitgliedern erhalten, für deren Wünsche der Verein ein offenes Ohr hat. Die Wahl des Aufsichtsrates im Oktober 2010 hat gezeigt, dass die Entscheidungsfindung und Struktur der Veranstaltung zeitintensiver als in der Vergangenheit geworden ist. Daher wurde von einigen Mitgliedern der Wunsch an den Vorstand herangetragen, einen günstigeren Termin für die nächste Mitgliederversammlung 2011 zu finden, der nicht in den Abendstunden liegt. Dieses Anliegen haben wir bei der Terminfindung berücksichtigt. Wir werden deshalb die diesjährige Jahreshauptversammlung am Sonntag, 9. Oktober 2011, abhalten und bereits um 14 Uhr starten. Damit sind wir zeitlich gut aufgestellt für die „große“ Wahl von sechs neuen Aufsichtsratsmitgliedern.
fcn.de: Was wird sich noch ändern?
Martin Bader: Darüber hinaus werden wir im Vorfeld in unseren Vereinsmedien jeden Kandidaten einzeln vorstellen und damit eine neutrale Plattform zur Verfügung stellen. Wir geben jedem die Möglichkeit, sich so zu präsentieren, dass jedes Mitglied vollumfänglich über die Kandidaten informiert ist. Vor der Wahl 2010 haben wir erstmals gemäß der neuen Satzung gewählt. Vorstand und Aufsichtsrat haben damals nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und sind damit satzungsgemäß ihrer Verpflichtung nach gekommen, drei neue Mitglieder für die Wahl vorzustellen. Es wusste zu diesem Zeitpunkt keiner, wie viele Kandidaten sich zur Wahl stellen würden. Vielmehr ging und geht es allen Verantwortlichen im Verein darum, Persönlichkeiten im Aufsichtsrat zu haben, die in allen Bereichen wichtige Weichen für die Zukunft dieses Vereins stellen.
fcn.de: Herr Hecking, haben Sie in der Sommerpause denn ein wenig die fußballfreie Zeit genossen?
Dieter Hecking: Ich habe mir mit meinen beiden Söhnen das Champions League-Finale in London angesehen. Außerdem war ich zusammen mit Martin Bader und Chef-Scout Christian Möckel bei der U21-EM in Dänemark. Dort haben wir uns die Club-Neuzugänge Tomas Pekhart und Timm Klose angesehen. Danach war ich noch beim Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der U19, das der VfL Wolfsburg und der 1. FC Kaiserslautern bestritten haben. Sie sehen, ganz vom Fußball abschalten war auch in diesem Sommer nicht drin. Aber das spricht natürlich auch für unsere Arbeit, dass wir in ständigem Kontakt waren, um die Pläne für die kommende Saison zu schmieden.
fcn.de: Mit den eben angesprochenen Tomas Pekhart und Timm Klose, aber auch Daniel Didavi, Wilson Kamavuaka, Manuel Zeitz, Alexander Esswein und Patrick Rakovsky verstärken vor allem wieder viele junge Spieler den Kader des 1. FC Nürnberg. Haben Sie ein wenig Sorge, dass die gestiegene Erwartungshaltung an diese jungen Spieler zu hoch sein könnte?
Dieter Hecking: Wir haben die gleiche Ausgangssituation wie im vergangenen Jahr, als ein Mehmet Ekici, Julian Schieber, Almog Cohen oder Robert Mak neu ins Team kamen. Diesen Vergleich sollten wir ziehen – ohne dabei die Spieler Eins-zu-Eins zu vergleichen – und ihnen wieder Zeit zur Eingewöhnung geben. Rückschläge, die kommen werden, sollten wir gemeinsam verarbeiten und Siege, die wir genauso wie in der vergangenen Saison erzielen wollen, gemeinsam feiern.
fcn.de: Ist das ein Wunsch an die Fans und das Umfeld, die nötige Geduld mitzubringen?
Dieter Hecking: Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Die Mannschaft muss durch bedingungslosen Einsatz zeigen, dass sie bereit ist, Vollgas zu geben. Wenn es genauso gut klappt wie in der vergangenen Spielzeit, dass es in den kritischen Phasen ein gutes Zusammenspiel zwischen Team, Anhängern und Umfeld gibt, werden wir gemeinsam Erfolg haben.




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