Profis Mittwoch, 15.03.2017

Raphael Schäfer: Rückkehr auf Zeit

Foto: Sportfoto Zink

Kommende Woche steht Raphael Schäfer in der 2. Liga zum 100. Mal für den 1. FCN zwischen den Pfosten. Recht viele weitere Einsätze kommen aber nicht mehr dazu, wie der Torwart-Oldie behauptet.

Selten dürfte die Kaderzusammensetzung der Würzburger Kickers auf so reges Interesse bei den Fans des 1. FC Nürnberg stoßen, wie in dieser Saison. Mit Keeper Robert Wulnikowski haben die Unterfranken aktuell nämlich den ältesten Spieler der 2. Bundesliga in ihren Reihen. Ganz zur Erleichterung von Raphael Schäfer, Wulnikowskis Pendant beim 1. FCN.

Mit 38 Jahren rangiert Schäfer knapp hinter dem Kickers-Schlussmann im Ranking der, nun ja, erfahrensten Zweitliga-Profis. Einen Umstand, bei dem es der Nürnberger Pokalheld gerne belassen würde. "Es ist wirklich nicht mein Ziel, ältester Spieler dieser Liga zu werden", gab Schäfer zuletzt nach seinem Startelf-Comeback gegen Arminia Bielefeld zu.

"Im Sommer ist Schluss"

Trotz seines überzeugenden Auftritts samt Glanzparade in der 75. Spielminute gegen Bielefelds Julian Börner scheint an Schäfers weiterer Karriereplanung nicht mehr zu rütteln zu sein: "Im Sommer ist bei mir mit 38 irgendwann Schluss." Auch seine neue Rolle im Team scheint festzustehen. Schäfer startete als Nummer eins in die laufende Saison, doch eine Knieverletzung nach dem dritten Spieltag verhinderte weitere Einsätze in den folgenden Wochen.

Sein Ausfall wurde zur finalen Weitergabe des Staffelstabs. Denn obwohl Schäfer ab dem  9. Spieltag wieder zur Verfügung stand, folgten weitere Einsatzminuten erst am vergangenen Sonntag. "Kirsche hat seine Sache ja auch stark gemacht und uns schon den ein oder anderen Punkt geholt", erkennt Schäfer die Wachablösung neidlos an.

Der neue Stabträger

"Kirsche", wie Schäfer und seine Mitspieler Thorsten Kirschbaum nennen, ist aus dem Club-Tor nicht mehr wegzudenken. Unter René Weiler noch zur Nummer drei degradiert, kämpfte sich der 29-Jährige zurück und half somit auch Raphael Schäfer, der sich nun mit einem Platz auf der Bank abfinden kann. "Als Profi muss man den Willen und das Ziel haben, immer zu spielen. Aber ich werde auch nicht jünger und Kirsche ist einer, dem die Zukunft gehören kann. Das hat er jetzt Woche für Woche bewiesen. Der soll schnell wieder fit werden."

Gegen Union wird dennoch Raphael Schäfer spielen - und das zum 100. Mal im deutschen Unterhaus. Kirschbaum kämpft weiterhin mit einer Bauchmuskelzerrung. Vom bevorstehenden Jubiläum zeigt sich der Routinier aber unbeeindruckt: "Natürlich ist das eine schöne Zahl. Aber letztlich versuche ich in dem Spiel genauso alles zu geben, wie in den 99 Spielen davor."

Rackern für den Jubiläums-Sieg

In die nun beginnende Vorbereitung geht Schäfer wie gewohnt ehrgeizig und fordert vor allem eine weitere Leistungssteigerung seines Teams: "Bielefeld war ein guter Anfang. Aber Union spielt um den Aufstieg. Wir müssen hart arbeiten und 90 Minuten voll konzentriert sein."