Profis Donnerstag, 17.03.2016

Niclas Füllkrug: Fortschritt auf vielen Ebenen

Foto: Sportfoto Zink

Nach schwierigem Saisonstart ist Niclas Füllkrug nicht mehr aus der Startelf wegzudenken.

Torjäger, Arbeiter, Derbyheld - ein Mann für die entscheidenden Momente eben. Mit seinen letzten Auftritten sorgte Niclas Füllkrug nicht nur für positive Schlagzeilen über seine Person, vielmehr trug "Fülle" mit vier Toren und einer Vorlage in den letzten fünf Spielen maßgeblich zum Ausbau der Serie von ungeschlagenen Spielen bei.

Bereits vor rund fünf Monaten schlugen die Überschriften in die gleiche Kerbe, doch die Protagonisten waren andere. So machte Patrick Erras das Spiel seines Teams bei seinem Debüt gegen den FSV Frankfurt auf Anhieb besser, andere Youngster, wie Tim Leibold und Kevin Möhwald empfohlen sich für mehr Einsatzzeiten. Und Niclas Füllkrug? Nach einem Knorpelschaden im Knie und fünf Monaten Pause kam der Offensivspieler zu Beginn dieser Saison nicht recht in Tritt, sammelte bis zum 6. Spieltag gerade einmal 81 Spielminuten.

Startelf seit dem 13. Spieltag

Weder das Hinrundenderby in Fürth - sein erster Saisoneinsatz von Beginn an - noch die folgenden Partien änderten etwas daran. Bis zum Auswärtsspiel in Duisburg, in dem der 23-Jährige gar nicht zum Zug kam, blieb dem Offensivakteur Füllkrug die Rolle des Reservisten. Seit er allerdings als Stürmer in vorderster Front ran darf, läuft es hingegen für den Mann mit der Zahnlücke. Im von René Weiler praktizierten System, etabliert seit dem 13.  Spieltag, gehört Füllkrug zu den Stammkräften und glänzt an der Seite von Guido Burgstaller als Vorbereiter und Vollstrecker. Doch es sind mehr Faktoren, als der bloße Wechsel zum 4-4-2-System und seine damit einhergehende neue Rolle, die Füllkrug stärker denn je erscheinen lassen.

Er hat sich kritische Töne zu Herzen genommen und in der zurückliegenden Winterpause an sich gearbeitet. „Ich selbst musste an meinem Defensivverhalten arbeiten und habe es verbessert, auch wenn immer noch Luft nach oben ist “, gab Füllkrug vor dem Jahresauftakt gegen TSV 1860 München zu. Neben Fortschritten in seiner Laufbewegung und Dynamik freut sich René Weiler vor allem über das verbesserte Defensivverhalten seines Angreifers: „Fülle ist nicht mehr mit dem Spieler zu vergleichen, den ich zu meiner Anfangszeit hier erlebt habe. Das Lob geht aber an den Jungen.“

Wieder ein Tor gegen Leipzig?

Seine Effizienz vor dem gegnerischen Tor (mehr als jeder fünfte Schuss sitzt) und seine Variabilität (drei Tore mit dem Kopf, eins mit links, vier mit rechts) sind somit nicht mehr die einzigen Trümpfe von Füllkrug. Mit über elf gelaufenen Kilometern pro Spiel und 44,6 Prozent gewonnenen Zweikämpfen lassen sich nun auch seine Defensivqualitäten sehen. Knüpft er an diese Leistungen an, könnte er am Sonntag gegen Leipzig sein Torekonto weiter in die Höhe schrauben. Sein erstes Tor in dieser Saison erzielte er immerhin im Hinspiel gegen die Messestädter.