Profis Hintergründe Dienstag, 29.11.2016

Nachbericht Stuttgart: "Wir sind gefestigt"

Foto: Sportfoto Zink

Der Club unterliegt bei starken Stuttgartern. Doch aus der Bahn werfen lassen will sich davon niemand.

  • Die Nachbetrachtung

In diesem einen Punkt waren sich viele Experten vor der Saison einig: Der VfB Stuttgart ist einer der Top-Favoriten auf den Aufstieg. Inzwischen sind 14 Spieltage dieser Saison vorbei, geändert dürfte sich an der Einschätzung der Experten bis dato wenig haben. Die Schwaben liegen bislang voll im Soll und rangieren mit 29 Punkten auf einem Aufstiegsplatz.

Dass die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf dort durchaus zu Recht steht, wurde auch am Montagabend, 28.11.16, im Duell gegen den Club deutlich. "Sie haben gerade nach vorne eine Qualität, die eigentlich keine andere Mannschaft in dieser Liga hat", erklärte Thorsten Kirschbaum am Tag nach der 1:3-Niederlage. "Vor allem ihr Umschaltspiel ist klasse und jetzt schon bundesliga-reif", präzisierte Alois Schwartz.

Und trotzdem war der Club gar nicht so weit weg von einem Punktgewinn. "Mit dem nötigen Quäntchen Glück, das man braucht, können wir auch etwas mitnehmen", sagte Schwartz. Was der Club-Coach meinte: Wäre der Ball bei den beiden Pfostentreffern von Tobias Kempe und Cedric Teuchert nicht ins Feld, sondern hinter die Linie gesprungen, wäre der Club womöglich auch im achten Spiel hintereinander ungeschlagen geblieben.

So aber stand "am Ende ein verdienter Sieg für den VfB", wie Alois Schwartz zugab. Dass diese Niederlage den Club nun aus der Bahn wirft, befürchtet Thorsten Kirschbaum nicht: "Wir sind gefestigt und gehen optimistisch in die letzten drei Spiele." Mit einem klaren Ziel: "Wir sind jetzt auf Platz zehn, das ist nicht unser Anspruch. Wir wollen weiter nach oben."

  • Die Fakten

Sieben Spiele in Folge hatte der Club zuletzt nicht mehr verloren, in Stuttgart kassierte die Mannschaft von Alois Schwartz die erste Niederlage seit Mitte September. Und auch die persönliche Serie von Guido Burgstaller endete. Der Österreicher, der den Club in Stuttgart erstmals als Kapitän aufs Feld führte, blieb zum ersten Mal in dieser Saison ohne Tor. Dafür traf allerdings Kevin Möhwald und sorgte dafür, dass eine andere beeindruckende Serie weiter ausgebaut wurde: Im 35 Ligaspiel in Folge erzielte der Club immer mindestens einen Treffer.

Am Ende stand unterm Strich aus Club-Sicht dennoch ein 1:3, dabei lag die Schwartz-Elf in vielen Statistiken vorne. In Durchgang eins hatten die Rot-Schwarzen über 60 Prozent Ballbesitz, nach 90 Minuten immerhin noch 52 Prozent. Burgstaller und Co. eroberten mehr Bälle als der VfB (69:62), gaben mehr Torschüsse ab (14:12) und absolvierten mehr Sprints (212:200).

  • Das sagen die Medien

Nürnberger Zeitung: Letztendlich war der Favorit eine Nummer zu groß für den Club, der zwar nie aufsteckte, in den entscheidenden Szenen aber das Nachsehen hatte. Und auch Pech, denn zweimal traf er nur das Torgebälk.

Nürnberger Nachrichten: Der Club stellte sich über weite Strecken und im Rahmen seiner Möglichkeiten gar nicht schlecht an, stieß aber in den wichtigen Szenen an seine qualitativen Grenzen.

Bild: 1:3 hieß es nach 90 Minuten. Verdientermaßen, weil der VfB im Angriff eine andere spielerische Klasse versprühte. Unnötig, weil bei ein bisschen mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Kasten mehrmals der Ausgleich möglich gewesen wäre.

  • Das sagen die Fans

Thomas Krieger via Facebook: Abhaken, Stuttgart ist nicht unser Anspruch und vom Kader her besser besetzt. Geht die Welt nicht unter. Einstelliger Tabellenplatz kann geschafft werden, wenn die Verletzten zu alter Form finden. Denke, die Defizite wurden deutlichst aufgezeigt. […] Dennoch kann man erhobenen Hauptes nach Hause fahren, man wurde nicht abgekoffert sondern konnte es sogar spannend halten.

Robert Schuller via Facebook: Zweimal Pech! Zweimal ganz dumme Abwehrfehler! Und schon hat man in Stuttgart verloren. Aber diese Punkte fehlen uns nicht. Sondern die Punkte gegen Gegner wie Pauli, Fürth und Würzburg. Solche Gegner muss man einfach schlagen, wenn man oben mitmischen möchte.

Spieldaten

14. Spieltag, 2. Bundesliga 2016/2017
3 : 1
VfB Stuttgart
3. Simon Terodde 1:0
33. Simon Terodde 2:0
90. Takuma Asano 3:1
1. FC Nürnberg
80. Kevin Möhwald 2:1
Stadion
Datum
28.11.2016 20:15 Uhr
Schiedsrichter
Dr. Jochen Drees
Zuschauer
42053

Aufstellung

VfB Stuttgart
Langerak - Pavard - Baumgartl - Kaminski - Zimmermann (86. Hosogai) - Maxim (64. Klein) - 18466 (76. Özcan) - Insua - Mané - Asano - Terodde
Reservebank
Uphoff, Großkreutz, Klein, Sunjic, Özcan, Zimmer, Hosogai
Trainer
Hannes Wolf
1. FC Nürnberg
Kirschbaum - Kammerbauer - Hovland - Bulthuis - Sepsi - Behrens - Petrak - Salli (69. Teuchert) - Möhwald (87. Margreitter) - Kempe - Burgstaller
Reservebank
Schäfer, Margreitter, Mühl, Alushi, Gíslason, Sylvestr, Teuchert
Trainer
Alois Schwartz

Ereignisse

3. min Spielstand: 1:0
Simon Terodde

33. min Spielstand: 2:0
Simon Terodde

35. min Spielstand: 2:0
Benjamin Pavard

64. min Spielstand: 2:0
Florian Klein kommt für Alexandru Maxim

69. min Spielstand: 2:0
Cedric Teuchert kommt für Edgar Salli

70. min Spielstand: 2:0
Hanno Behrens kommt für Rúrik Gíslason

76. min Spielstand: 2:0
Berkay Özcan kommt für 18466

80. min Spielstand: 2:1
Kevin Möhwald

84. min Spielstand: 2:1
Even Hovland

86. min Spielstand: 2:1
Hajime Hosogai kommt für Matthias Zimmermann

86. min Spielstand: 2:1
Emiliano Insua

87. min Spielstand: 2:1
Georg Margreitter kommt für Kevin Möhwald

90.(+3) min Spielstand: 3:1
Takuma Asano