Profis Mittwoch, 17.05.2017

Köllner, Erras, Lippert: Oberpfalz am Valznerweiher

Foto: Sportfoto Zink

Dass beim 1. FC Nürnberg Franken im Kader auftauchen, verwundert aufgrund der geographischen Lage wenig. Doch es gibt noch eine weitere Gruppe, die beim Club dominiert: die Oberpfälzer.

Philipp Lahm und Thomas Müller beim FC Bayern München, Max Meyer und Benedikt Höwedes beim FC Schalke 04 oder Christian Streich beim SC Freiburg – in jedem Verein finden sich Akteure, die aus der jeweiligen Region stammen und für die Anhänger echte Identifikationsfiguren sind.

Dies ist auch beim 1. FC Nürnberg der Fall. Mit Patrick Kammerbauer und Cedric Teuchert spielen in dieser Spielzeit zwei waschechte Franken eine nicht unerhebliche Rolle beim Club. Doch mit der Oberpfalz ist inzwischen auch eine zweite Region Bayerns beim 1. FCN ebenfalls stark vertreten.

Köllner, Lippert und Erras als Identifikationsfiguren für eine ganze Region

Mit Trainer Michael Köllner (Fuchsmühl), dem aktuell verletzten Dennis Lippert (Weiden) und Patrick Erras (Amberg), der am vergangenen Wochenende gegen Fortuna Düsseldorf nach über einem Jahr sein Bundesliga-Comeback gegeben hat, befinden sich aktuell drei Oberpfälzer in der Profimannschaft des 1. FC Nürnberg.

„Es ist immer schön, wenn ein Oberpfälzer beim Club mitmischt – ganz egal, ob er in der Lizenzmannschaft aktiv ist, in einem Nachwuchsteam spielt, oder jetzt wie Michael Köllner Cheftrainer ist“, freut sich Josef Bayer, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Fanclubs „Bravehearts Wiesau“, dessen Sitz nur wenige Kilometer von Köllners Geburtsort Fuchsmühl entfernt liegt.

„Auch in der Oberpfalz haben wir gute Leute“

Seit etwas mehr als einem Jahr ist der 47-Jährige Oberpfälzer beim 1. FC Nürnberg. Als Leiter des NachwuchsLeistungsZentrum und Trainer der U21 trieb er bereits in seiner Anfangszeit die Ausbildung und Integration der Nachwuchsspieler und Eigengewächse voran. Dies setzte er auch in seiner Funktion als Cheftrainer fort. Ebenso waren Patrick Erras und Dennis Lippert vor ihren langwierigen Verletzungen Aktivposten im Club-Spiel.

„Es spricht für die Region, wenn Oberpfälzer bei einem höherklassigen Verein wie dem 1. FC Nürnberg spielen. Das zeigt, dass wir bei uns in der Oberpfalz auch gute Leute haben“, sagt Bayer euphorisch über die Entwicklung.

Heimatverbundenheit als wichtiges Merkmal

Diese Euphorie hat auch Michael Köllner in seinen ersten Wochen als Verantwortlicher beim 1. FCN wahrgenommen: „Vor allem in meiner Heimat spüre ich eine riesige Unterstützung – insbesondere auch von Menschen, die mich in jungen Jahren auf meinem Weg begleitet haben, wie beispielsweise der Pfarrer, der mich getauft hat. Es ist ein tolles Gefühl, wenn sich alte Weggefährten bei mir melden.“

Der Rückhalt aus der Region kommt nicht von ungefähr, denn in der Mentalität der Oberpfälzer ist die Heimatverbundenheit eine fest verwurzelte Eigenschaft. Dies sieht man auch bei Patrick Erras: „Meine Freunde kommen häufig aus der Oberpfalz angereist, um uns bei den Spielen zu unterstützen und mich zu besuchen. Wenn es die Zeit zulässt, fahre ich aber auch selbst in die Heimat.“

Zunehmendes Interesse der regionalen Medien

Dennis Lippert, dem dritten Oberpfälzer im Team, ist die Unterstützung und die Euphorie aus der Heimat ebenfalls nicht verborgen geblieben. „Der Support aus der Oberpfalz ist spürbar. Ich bekomme das vor allem über meine Kumpels mit.“

Mit der zunehmenden Aufbruchsstimmung ist in den vergangenen Wochen – vor allem seit Amtsantritt Michael Köllners – auch das oberpfälzische Medieninteresse gestiegen, was sich in vermehrten Anfragen der regionalen Medien äußert.

Oberpfälzer Wurzeln im NLZ

Diese scheinen auch in Zukunft nicht abzuebben, denn für die oberpfälzische Zukunft beim Club ist gesorgt. In den Teams des NachwuchsLeistungsZentrum des 1. FC Nürnberg befinden sich mit Andreas Knipfer, Cihangir Özlokman (beide U21), Philip Bockes, Patrick Hofmann und Fabian Vogl (alle U17) zahlreiche weitere Kicker aus der Oberpfalz.