Fans Donnerstag, 08.02.2018

Günther Koch: "Ich lasse nicht locker"

Foto: Sportfoto Zink

Seit 2011 ist Günther Koch Aufsichtsrat beim Club und hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Mitgliederzahl beim 1. FCN nach oben zu treiben. Im Interview spricht die Reporter-Legende über die Schwierigkeiten dieser Aufgabe und erklärt, warum ein Club-Fan nur als Mitglied ein echter Cluberer ist.

fcn.de: Herr Koch, vor kurzem hat der Club die Grenze von 18.000 Mitgliedern überschritten. Was ist Ihr erster Gedanke, wenn Sie diese Zahl hören?

Günther Koch: 18.000 Mitglieder sind schon relativ gut, aber zufrieden sind wir damit noch nicht. Der Club ist besser und stärker, als das 18.000 Mitglieder ausdrücken. Der Club muss auch durch seine Zahl der Mitglieder beeindrucken. Wir müssen auf 20.000 kommen. Das Potenzial dafür haben wir. Wir sind doch kein Bamperle's Verein. Allerdings muss ich eines zugeben…

fcn.de: … bitte.

Günther Koch: Als ich 2011 als Aufsichtsrat angetreten bin, war eines meiner Hauptziele, noch mehr Fans für eine Mitgliedschaft zu begeistern. Und ich muss zugeben, ich hätte nicht gedacht, dass das so schwer ist.

fcn.de: Woran liegt das?

Günther Koch: Da kommen viele Dinge zusammen: Bei manchen sind es Hemmungen, bei anderen sind es tatsächlich finanzielle Gründe wegen ihrer Kinder, die vielleicht schon in ein paar anderen Vereinen Mitglied sind, und wieder andere sind einfach zu faul. Manche sagen auch: „Ich bin doch Dauerkartenbesitzer, warum soll ich dann auch noch Mitglied werden.“

fcn.de: Wie erklären Sie diesen Leuten, warum Sie dennoch Mitglied werden sollten?

Günther Koch: Da gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Du stärkst den Verein, hast direktes Mitspracherecht in deinem Verein. Zusätzlich genießt du viele finanzielle Vorteile, wie Eintrittskartenvorkaufsrecht, 10 Prozent Mitglieder-Rabatt auf so gut wie alles, ein exklusives Mitglieder Magazin und seit neuestem – Achtung, ganz toll: ein personalisierter Club-Schal nur für Mitglieder. Wer Cluberer sein will, soll das bitteschön auch mit seinem Cluberer-Ausweis nachweisen. Dann kann er’s Weiß auf Rot-Schwarz jedem zeigen! Du bist Teil einer Familie, auch wenn es pathetisch klingt. Club-Mitglied zu sein, ist ein Bekenntnis.

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fcn.de: Sie sind in Sachen Mitgliederwerbung viel unterwegs.

Günther Koch: Ich gehe nie aus dem Haus ohne mein Heftchen mit zwei, drei Mitgliedsanträgen und einem Kugelschreiber. Das habe ich immer dabei. Man weiß ja nie. Ich bin ein laufendes Aufnahme-Büro (lacht).

fcn.de: Vor Heimspielen sind Sie auch regelmäßig mit einem Club-Profi im Service-Center. Wie ist dort die Resonanz?

Günther Koch: Wenn ein Spieler dabei ist, dann zieht das natürlich mehr. Für die Fans ist es eine schöne Sache, wenn sie sich da Fotos und Autogramme abholen oder einen personalisierten Reportage-Klingelton aufsprechen lassen können. Da werden dann zwar auch nicht reihenweise Mitgliedsanträge unterschrieben, aber uns ist es wichtig, zu zeigen, dass wir rausgehen zu den Leuten, dass wir ein Verein zum Anfassen sind. Und der eine oder andere Zauderer füllt seinen Antrag dann vielleicht ein paar Tage später noch aus.

fcn.de: Sie selbst sind inzwischen seit 25 Jahren Mitglied und beigetreten zu einer Zeit, in der Sie als Reporter noch über den Club berichtet haben. Ein durchaus ungewöhnlicher Schritt…

Günther Koch: Ich habe lange gezögert, weil ich als ARD-Radio-Reporter ja eigentlich unparteiisch sein sollte. Aber das war ich ja nie. (lacht) 1993 bin ich dann doch Mitglied geworden, weil ich auch ein Zeichen für den Club setzen wollte.

fcn.de: Wie zuversichtlich sind Sie, dass noch viele Cluberer ein Zeichen setzen und der Verein in nächster Zeit die 20.000er Marke knackt?

Günther Koch: Ich bin guter Hoffnung, dass wir noch schneller wachsen, wenn die Saison weiter so läuft und endet, wie wir es uns alle wünschen. Doch der sportliche Erfolg ist nicht der allein entscheidende Faktor. Wir haben in den letzten Jahren in vielen Bereichen, zum Beispiel auch in dem einer gelebten sozialen Mitverantwortung, Weichenstellungen vollzogen, die eindeutig positiv und vertrauenserweckend sind. Deshalb kann man optimistisch nach vorne blicken. Und auch wenn das Werben um Mitglieder mühsam ist: Mir macht es Freude. Und ich lasse nicht locker.

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