Business Montag, 12.03.2018

eSports - VBL-Playoffs: "Bitterer kannst du nicht ausscheiden"

Foto: Deutsche Welle

Die Playoffs zum Finale der Virtuellen Bundesliga sind passé, die beiden eSportler des 1. FC Nürnberg verpassten am Wochenende nur knapp das Endturnier um die Deutsche Meisterschaft in Dortmund.

Die 64 besten PlayStation- sowie die 64 besten Xbox-Spieler des Landes trafen sich am vergangenen Wochenende in Düsseldorf, um die insgesamt 16 besten FIFA-Spieler der Nation zu bestimmen. Mit dabei waren auch die beiden Club-Profis Daniel „Bubu“ Butenko und Kai „Hensoo“ Hense, die am Samstag beziehungsweise am Sonntag an den jeweiligen Konsolen an den Start gingen.

Mit zwei von drei möglichen Siegen erwischte „Bubu“ einen guten Start ins Turnier, auch wenn er spielerisch noch nicht ganz zufrieden war. „Ich musste mich zunächst ans Gameplay gewöhnen, das ist offline einfach anders als online“, erklärte der 18-Jährige. „Die ersten zwei Spiele waren nicht gut, auch wenn ich das erste gewinnen konnte.“ Gegen Daniel Tissarek feierte Butenko einen 1:0-Auftaktsieg, danach musste er sich Gruppensieger Danny Troughton geschlagen geben, ehe er Alexandros Datzidis bezwang. In der folgenden Zwischenrunde, in der die Gruppenzweiten und –dritten um den Einzug in die nächste K.o.-Phase kämpften, traf „Bubu“ auf Jonas Wagner. „Im Hinspiel habe ich mein bestes Spiel gezeigt, stand kompakt und habe die Tore schön herausgespielt.“ Mit 3:0 entschied „Bubu“ das Hinspiel für sich. Im Rückspiel lag Butenko schließlich 0:2 hinten, traf dann jedoch doppelt und machte somit den Deckel drauf.

Golden Goal besiegelt Niederlage

In der 2. Runde traf der zweimalige WM-Teilnehmer auf Erhan Kayman, in der FIFA-Szene als "Dr. Erhano" bekannt und offizieller Profi des VfB Stuttgart. „Es war klar, dass es ein knappes Spiel wird, er ist unbestritten einer der besten Spieler des Landes“, gab Butenko zu. Eng war es wirklich: 2:2 stand es nach Hin- und Rückspiel, nur aufgrund der Auswärtstorregel zog Butenko in die Finalrunde ein. Denkbar knapp musste er sich dort jedoch geschlagen geben. Das Hinspiel verlor er als Auswärtsteam gegen Christoph Geule mit 2:4, führte im Rückspiel zunächst 2:0 und dann 3:1. Schließlich kassierte „Bubu“ noch das 2:3 und wäre somit raus gewesen. Erst in der 90. Minute packte er noch das Tor zum 4:2, um dann jedoch nach der bei der VBL angewendeten Golden-Goal-Regel aus dem Turnier zu fliegen – eine spannende Begegnung ohne Happy End! „Die Enttäuschung ist sehr groß. Ich stand in der Top-16, also nur einen Gesamtsieg vom Finaleinzug entfernt. Bitterer kann man nicht rausfliegen.“

Enttäuscht zeigte sich auch Kai Hense am Sonntagnachmittag, dabei packte der 19-Jährige zunächst seine mit guten Gegnern besetzte Gruppenphase. „Ich war am Anfang noch nicht wirklich warm. Erst im letzten Spiel konnte ich mich aufraffen und zumindest zu einer halbwegs guten Form finden“, erzählt „Hensoo“. Im Auftaktmatch unterlag Hense Benedikt „Salz0r“ Saltzer vom VfL Wolfsburg, holte dann aber gegen Christian Judt und Pedro Beckert vier Punkte. In der Zwischenrunde präsentierte „Hensoo“ seine ganze Klasse, besiegte Thomas van Boxmeer mit 6:3 nach Hin- und Rückspiel.

Abschluss-Pech bei "Hensoo"

In der Runde der letzten 32 fehlte „Hensoo“ schließlich das Abschluss-Glück. „Das Ausscheiden gegen Fabian De Cae würde prinzipiell in Ordnung gehen, er war beim FUT Champions Cup in Barcelona und ist auch für den nächsten in Manchester qualifiziert“, so Hense. „Aber ich hab stellenweise so viele Chancen gehabt, die einfach nicht reingehen wollten.“ „Ich habe mehr Glück als Verstand“, gab auch De Cae alias „Dubzje“ während der Partie zu. Mit 1:3 und 2:4 verlor Hense beide Partien.

Auch wenn sowohl "Bubu" als auch "Hensoo" unglücklich ausschieden, war es dennoch ein gelungenes Event: "Neben dem Spielen ist einfach das Schönste, neue Leute kennenzulernen und die alten Freunde wiederzusehen. Nach solchen Niederlagen muss man sich einfach aufraffen und weitermachen", so Hense.