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Business Freitag, 26.05.2017

Die Pokalhelden von 2007: Hans Meyer und die Stürmer

Wer war dabei? Wer spielte welche Rolle? Und was machen Sie heute? fcn.de wirft einen Blick auf die Protagonisten des Pokalsieges. In Teil 3: der Anti-Statistiker, der Titelhamster, der fränkische Kambodschaner und der Pokalsieger-Macher.

Ivan Saenko (Sturm, 6 Einsätze, 1 Tor, 1 Assist): Mann des Halbfinals

Der russische Wirbelwind war einer der Hauptakteure in der Pokalsieger-Saison, denn Saenko kam in jedem Spiel zum Einsatz. Vor allem im Halbfinale trug der Angreifer mit seiner Vorarbeit zum 1:0 und seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 maßgeblich zum Pokalerfolg bei. Nicht nur der Mannschaft verhalf Saenko mit seinen Leistungen zum Erfolg, auch persönlich war der Titelgewinn bzw. der Weg dorthin ein Meilenstein für ihn, denn er wurde anschließend für die russische Nationalmannschaft nominiert und brachte es dort immerhin auf 13 Einsätze und die Teilnahme an der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. Nach seiner Zeit in Franken schnupperte der Angreifer bei Spartak Moskau noch weitere europäische Fußballluft, bis er 2011 seine Karriere beendete. Heute ist er in seinem Geburtsland als Unternehmer tätig.

Markus Schroth (Sturm, 4 Einsätze, 1 Assist): Anti-Statistiker

„Ich bin jetzt nicht derjenige, der sich Spielminuten, Tore und Statistiken merkt, das ist mir nicht so wichtig und auch nicht so präsent“, sagt der lange Angreifer von sich selbst. Diese Aussage spiegelte sich auch in Schroths Spielweise als Fußballer wieder. Der gebürtige Karlsruher war nie der Spieler, der unbedingt auf die Anzeigentafel musste. Ihm waren die Arbeit für die Mannschaft, die Szenen, die in keinem Statistikbogen vorkommen, wichtiger. Dennoch trug sich Schroth, der sowohl im Halb- als auch im Finale durchspielte, in die Statistikbücher ein, denn er verantwortete die Vorlage zum 4:0-Treffer gegen Frankfurt in der Vorschlussrunde. Und auch im Finale war er entscheidend am 1:1-Ausgleichstreffer durch Mintal beteiligt, als er mit einem Zuspiel auf Reinhardt den Konter mit Torfolge einleitete. Nach dem Pokalsieg wechselte der Angreifer zum TSV 1860 München, bestritt dort aber kein Spiel mehr, weshalb sein letztes Profi-Pflichtspiel mit dem Pokalsieg gleichzeitig „der Höhepunkt meiner Karriere“ war. Schroth arbeitet derzeit als Coach für Persönlichkeitsentwicklung und Strategieberater.

Robert Vittek (Sturm, 3 Einsätze, 1 Tor, 1 Assist): Mann der 2. Runde

Der Slowake kam während des gesamten Wettbewerbs zwar nur dreimal zum Einsatz, spielte dabei aber vor allem in der 2. Runde gegen den SC Paderborn die Hauptrolle. Nach einem 0:1-Rückstand bereitete er den Ausgleichstreffer von Landsmann Mintal vor, der den Club in die Verlängerung brachte. In dieser zeigte der damalige Nationalspieler dann seine Torjägerqualitäten und schoss den 1. FC Nürnberg mit dem Treffer zum 2:1 ins Achtelfinale. Nach seiner Zeit beim Club wurde der Angreifer bei keinem Klub mehr so richtig sesshaft – Lille, Trabzonspor und Debreceni hießen einige seiner weiteren Stationen. Aktuell steht der nunmehr 35-jährige Goalgetter in seinem Heimatland bei Slovan Bratislava unter Vertrag.

Gerald Sibon (Sturm, 3 Einsätze, 1 Tor): Titelhamster

Der großgewachsene Niederländer blieb nicht unbedingt aufgrund langer Einsatzzeiten während der DFB-Pokalsaison in Erinnerung, doch im Achtelfinale, als es gegen die SpVgg Unterhaching ins Elfmeterschießen ging, blieb der Angreifer als einer von nur zwei Cluberern eiskalt und verwandelte vom Punkt, was letztendlich das Weiterkommen und damit einen wichtigen Schritt zum Pokalsieg bedeutete. Der DFB-Pokal mit dem Club war in Sibons Karriere aber nicht die einzige Trophäe. Mit Ajax Amsterdam und der PSV Eindhoven gewann der Stürmer die Niederländische Meisterschaft insgesamt dreimal, den Pokal in seinem Heimatland sicherte sich Sibon sogar stolze fünfmal, zuletzt mit dem SV Heerenveen in der Eredivisie, wo er seit 2016 als Co-Trainer in Amt und Würden ist.

Leon Benko (Sturm, 2 Einsätze, 1 Assist): Ungekürter Youngster

Aufgrund von Verletzungen brachte es der Kroate nur auf zwei Einsäte im Wettbewerb. Sein persönliches Highlight hatte der damalige Youngster gleich in der ersten Runde, als er das entscheidende Tor zum 1:0 durch Ivica Banovic vorbereitete. Allerdings hat der Pokalsieg von 2007 für Benko einen kleinen Schönheitsfehler, denn er war – wie bereits erwähnt – wegen einer Verletzung nicht beim Finale in Berlin dabei, weshalb ihm leider keine Medaille überreicht wurde. Trophäen und persönliche Auszeichnungen holte sich Benko aber nach seiner Zeit beim Club ab, denn der Angreifer wurde mit Standard Lüttich Belgischer und mit FK Sarajevo Bosnischer Meister. Zudem sicherte er sich in der Kroatischen sowie in der Bosnischen Liga die Torschützenkrone und die Auszeichnung als bester Spieler der Saison (2013 und 2016). Auch heute ist Benko noch auf der Jagd nach Erfolgen und Toren – und zwar bei NK Olimpija Ljubljana in Slowenien.

Chhunly Pagenburg (2 Einsätze, 1 Tor): Fränkischer Kambodschaner

Der gebürtige Nürnberger war mit 20 Jahren der jüngste unter allen Pokalsiegern. Somit verwundert es auch nicht, dass der damalige Youngster Pagenburg nicht gerade mit langen Einsatzzeiten ausgestattet wurde. Dennoch wirkte er immerhin im Viertel- als auch im Halbfinale mit, wo ihm sogar der Treffer zum 4:0-Endstand gelang. Neben seinen Einsätzen beim Club sammelte der Angreifer zudem Erfahrung in der U19 und U20 der Deutschen Nationalmannschaft. Allerdings entschied sich Pagenburg im weiteren Verlauf seiner Karriere für die kambodschanische Nationalmannschaft, in der er 2013 zwar debütierte, aber auch nur den einen Einsatz absolvierte. Im Jahr 2015 beendete der Angreifer seine aktive Karriere als Fußballer und startete als Gesellschafter in der Privatwirtschaft durch.

Hans Meyer (Trainer): Pokalsieger-Macher

Der heute 74-Jährige kann, nein muss, als Vater des Erfolgs angesehen werden. Unter der Leitung von Hans Meyer, der den Club im Jahr 2015 auf dem letzten Platz der Bundesliga übernommen hatte, entwickelte sich das Team von Spiel zu Spiel weiter. Der Club startete eine beeindruckende Aufholjagd, die zum Saisonende hinauf auf Rang acht führte. Was im darauffolgenden Jahr geschah, ist jedem Club-Fan auch heute noch präsent: Platz sechs in der Bundesliga und der Pokalsieg in Berlin. Da der Erfolg in der nachfolgenden Spielzeit nicht konserviert werden konnte, endet die Club-Zeit von Meyer im Februar 2008. Im Anschluss daran gab Meyer noch ein kürzeres Intermezzo bei Borussia Mönchengladbach, bewahrte den VfL vor dem Abstieg und ist beim Bundesligisten seit 2011 Mitglied des Präsidiums.

Jürgen Raab (Co-Trainer): Modeberater

Mit Hans Meyer kam auch Jürgen Raab zum Club, der ab diesem Zeitpunkt als Meyers Co-Trainer fungierte. Der ehemalige Nationalspieler der DDR war neben der Unterstützung Meyers während Spiel und Training auch noch für einen ganz anderen Bereich zuständig. Raab wurde nämlich von seinem Chef beauftragt, die Shirts auszusuchen, die während der Pokalsaison bei den Spielen getragen wurden. „Rabe, du bist ja ein bisschen modebewusst, du machst das“, lauteten die Worte Meyers. Da man im Fußball ja gerne etwas abergläubisch ist, haben die Shirts sicher auch ihren speziellen Beitrag zum Pokalsieg geleistet. Nach seiner Zeit beim Club konnte sich Raab dann bei weiteren Stationen wieder gänzlich um das Sportliche kümmern. Dies tut er aktuell nach wie vor – nämlich als Cheftrainer in Singapur bei Tampines Rovers.

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