Profis Dienstag, 29.03.2016

Die Konstante Behrens

Quelle: Sportfoto Zink

Bereits vier verschiedene Spieler sah der Sechser in dieser Saison neben sich.

Der traditionelle Familien-Brunch in Hamburg fiel für Hanno Behrens zu Ostern aus. Zu seinem 26. Geburtstag am vergangenen Samstag empfing das Geburtstagskind in Nürnberg selbst Gäste. "Volle Hütte und ein bisschen Party" lautete das Alternativprogramm, das Behrens trotz der Erfolgsserie in der Liga zu genießen wusste: "An sich freue ich mich auf jede Partie und will möglichst schnell wieder spielen. Aber nach so einem Spiel wie gegen Leipzig, das sehr kräftezehrend war, tut es uns sicherlich mal gut, ein Wochenende frei zu haben und im Kopf abzuschalten."

Leipzig; dem 3:1-Sieg über die Sachsen, bis dahin Spitzenreiter der Liga, lagen einmal mehr die bekannten Club-Stärken zugrunde. Wille und Einsatzbereitschaft  brachten der Weiler-Elf nach 94 Minuten den fünften Sieg in Folge ein. "Momentan ist es wirklich der Wille, der uns von anderen Mannschaften unterscheidet", konstatiert Behrens, der sich gegen Leipzig mit Ondrej Petrak einmal mehr neben einem neuen Mitspieler wiederfand.

Petrak trifft erstmals für den Club

Jan Polak, Tim Leibold, Patrick Erras und jetzt Petrak. Es war die vierte Konstellation auf der Doppel-Sechs mit Hanno Behrens. Neben wem der Ex-Darmstädter letztlich aufläuft, scheint angesichts der Ergebnisse unerheblich. Das sieht auch Behrens so: "Wer am Ende neben dir steht, ist nicht ausschlaggebend für die Mannschaftsleistung. Derjenige muss sich dann einfach reinhauen. Zusammen bekommt man das hin."

Gleiches gilt für das Toreschießen. Mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich setzte Petrak die Tradition gefährlicher Sechser in der aktuellen Saison auf Anhieb fort. Bereits 13 Tore erzielte das defensive Mittelfeld, von denen allein Behrens fünf erzielte. "Ich persönlich mache jede Saison meine paar Tore. Das zähle ich zu meinen Stärken, aus dieser Position heraus Torgefahr zu entwickeln. Ich freue mich aber vor allem für Ondrej, dass er getroffen hat. Ich sehe schon im Training, dass jeder von uns Tore schießen kann", zeigt sich Behrens über Petraks Premierentor wenig überrascht.

"Da ist es egal, wer spielt"

Die Variante mit Petrak, der gegen Leipzig den verletzten Erras (Kreuzbandriss) ersetzte, zeigt neben Willen und Einsatzbereitschaft eine weitere Stärke des Club auf, die deutlich zum Tragen kommt und noch weiter an Bedeutung gewinnen könnte. Denn nach der Verletzung von Raphael Schäfer blieben gegen Leipzig auch die Ausfälle von Erras und Dave Bulthuis (Gelbsperre) folgenlos. Petrak und Bulthuis-Vertretung Even Hovland machten ihre Sache ähnlich gut, wie zuvor Patrick Rakovsky, der seit seiner Einwechslung gegen Kaiserslautern zwischen den Pfosten steht.

Die Bank als Stärke, das sieht auch Behrens so: "Wir wussten, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem du den gesamten Kader brauchst. Die Leute auf der Bank hauen sich im Training immer voll rein. Da lässt sich keiner hängen. Wenn sie reinkommen, sind sie voll da. Bei uns passt es einfach als Mannschaft. Da ist es egal, wer spielt. Das ist vielleicht ein Pluspunkt im Endspurt."

Gíslason mit Torpremiere

Auf der Bank fand sich gegen die Messestädter zudem erstmals Junior Mössmer wieder, der in den Schlussminuten sein Comeback nach über zehn Monaten Verletzungszeit feierte. "Er kam rein und hat seine Sache auf Anhieb gut gemacht", freut sich Behrens gemeinsam mit dem 26-Jährigen über dessen gelungenen Einstand. Neben ihm könnte sich mit Rúrik Gíslason bald eine weitere Alternative für René Weiler bieten. Der Isländer, der gegen Leipzig nach seiner Achillessehnen-Verletzung wieder zum Aufgebot gehörte, kam am vergangenen Wochenende erneut bei der U21 zum Einsatz und steuerte beim 2:1-Sieg gegen Wacker Burghausen ein Tor bei.

Ob es am kommenden Spieltag beim FSV Frankfurt zu ersten Einsatzminuten in 2016 bei den Profis reicht, wird sich am Sonntag zeigen. Die Herangehensweise bleibt jedenfalls die gleiche, verspricht Behrens: "Wir müssen einen klaren Kopf bewahren, jedes Spiel mit 100 Prozent angehen und nicht nachlassen, auch wenn jetzt mit dem FSV und Duisburg Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte warten. Am Ende brauchst du einen Tick Glück, damit es passt."