Berichterstattung zur Partie 1. FC Nürnberg – SpVgg Greuther Fürth / 14. Spieltag (2.Bundesliga 2008/2009)
Die Färdder scho widder...
...und zwar zum 252. Mal! Elf Jahre liegt der letzte Sieg des Club zurück! Martin Driller erzielte am 6.10.1997 das Siegtor zum 1:0-Auswärtssieg. fcn.de erzählt die kuriosesten und spannendsten Anekdoten des traditionsreichsten deutschen Lokal-Derbys zwischen den Nachbarn Club und Kleeblatt.
Ausgerechnet ein Sieg gegen Fürth bescherte dem Club seinen ersten Meistertitel! Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft setzten sich die Rot-Schwarzen am 13. Juni 1920 vor sagenhafter Kulisse, 35.000 Zuschauer drängten sich dicht im voll besetzten Germania-Stadion in Frankfurt, gegen die SpVgg mit 2:0 (1:0) durch. Die Anhänger standen so dicht gedrängt, dass in den hinteren Reihen kaum mehr Sicht aufs Spielfeld möglich war. Aber der Fußballfreund war schon immer erfinderisch: heran geschleppte Backsteine dienten zur Erhöhung, Leitern wurden verpachtet (die oberste Sprosse für 25 Mark, jede weitere nach unten für 5 Mark weniger), andere "Verrückte" fuhren Omnibusse herein, um deren Dächer zu vermieten. Erstmals wurden Rekordpreise von bis zu 200 Mark für einen Sitzplatz geboten - meist vergebens, denn die Hütte war restlos ausverkauft.
Unser Rossi
An Faszinationskraft wird es bei den Zusammentreffen beider Teams sicher nie mangeln. In welcher anderen Region ist es vorstellbar, dass ein Drittliga-Spiel, wie das Derby 1. FC Nürnberg gegen Greuther Fürth in der Saison 1996/97, 45.000 Zuschauer anlockt?
Ein Schiedsrichter war den Cluberern sehr wohl gesonnen. In der Regel wurden die Derbys von den Referees sehr hart geführt, vor allem wenn der Schiedsrichter Rossi aus Stuttgart hieß. Der bekannte Club-Sympathisant, am Zabo sprach man stets von "Unser Rossi", wurde nach einer Niederlage der SpVgg von den Fürthern sogar verdächtigt, das Spiel für eine goldene Springdeckeluhr verschoben zu haben. Der Fall wurde nie aufgeklärt.
Spiel der Spiele
Die sportliche Bilanz spricht deutlich für den Club, wenngleich nur sehr selten deutliche Siege gelangen. (251 Partien insgesamt, davon zwei abgebrochen, 136 Siege, 70 Niederlagen, 45 Unentschieden, 561:337 Tordifferenz). Der erste Derby-Fußballkampf stieg 1902. Der Club fegte die Fürther mit 15:0 aus dem Schießanger. Acht Jahre später gelang den Kleeblättern der erste Sieg. 1914 wurde Fürth Deutscher Meister - mit dabei der zukünftige Cluberer Bumbes Schmidt. Mit dem 1920 errungenen Deutschen Meister-Titel läutete der Club seine Goldenen Zwanziger ein, in denen fünf Meisterschaften gewonnen wurden. Die Duelle beider Vereine in den 1920er Jahren waren legendär. Sprach man von der "Fußball-Hochburg" meinte man automatisch Nürnberg / Fürth, die Partien waren damals immer das "Spiel der Spiele". Beide Teams stellten den Großteil der Nationalmannschaft.
Sportliche Glanzlichter boten beide Teams jedoch nicht immer. Am 6. Oktober 1929 verzeichnete die Spielstatistik 87 Freistöße und 3 Platzverweise (2 Nürnberg, 1 Fürth). Die Presse schrieb: "Von einem 'Verlauf' kann man wohl nicht gut sprechen. Wohl aber von einer 'Verhauerei'. Von einer Holzauktion. Von einem Ereignis, über das man am besten gleich zwei Mäntel der christlichen Nächstenliebe deckt."
Mit der Wampe
Beim bislang letzten Derby um Punkte - am 7. März 2004 trennten sich die beiden Kontrahenten in Fürth mit 2:2 - jubelte am Ende ein Nürnberger ganz besonders: Stefan Kießling. Dem Club-Eigengewächs, mittlerweile bei Bayer Leverkusen eine große Nummer, gelang mit dem Tor zum Endstand sechs Minuten vor dem Ende sein allererstes Profitor - und wie: Eine Vittek-Hereingabe bugsierte er "mit meiner Wampe" (O-Ton-Kießling) in die Maschen. Später sollten auch viele normale Tore für "Kieß" dazukommen... Klar im übrigen, dass Kieß dem Club "natürlich die Daumen drückt!"
Besonders heftigen "Streit" gab es meist, wenn ein Spieler von der einen zur anderen Seite wechselte. Als erster ging Loni Seiderer vom Club zu den Kleeblättern - er wurde in Fürth zu einem der großen Stars der 20er Jahre. Den umgekehrten Weg gingen Bumbes Schmidt und Hans Sutor. In den 50er Jahren sorgten die Wechsel von Torjäger Horst Schade und Reinhold Gettinger für Schlagzeilen. 1997/98 lockten die Cluberer Thomas Richter und Jochen Weigl vom Playmobil- ins Frankenstadion. Zuletzt wechselte Juri Judt zu Beginn der Saison 2008/09 vom Ronhof an den Valznerweiher.
Was würde schließlich die rot-schwarzen und grün-weißen Fußballherzen noch höher schlagen lassen? Ganz klar: Ein Derby in der Bundesliga!
Mittwoch, 19.11.2008


So fielen die Tore
- 1. FC Nürnberg
- 72. Dominic Maroh 1:1
87. Christian Eigler 2:1
- SpVgg Greuther Fürth
- 38. Stefan Reisinger 0:1
Spielinformationen
- Stadion
- EasyCredit-Stadion
- Datum
- 23.11.2008 14:00 Uhr
- Schiedsrichter
- Herbert Fandel
- Zuschauer
- 46243
- 1. FC Nürnberg
- Schäfer - Reinhardt
, Maroh, Pinola, Bieler - Perchtold, Judt (63. Mario Breska), Frantz
(76. Dario Vidosic) - Kluge, Boakye (87. Chhunly Pagenburg), Eigler
- Reservebank
- Engelhardt, Breska, Vidosic, Mnari, Masmanidis, Pagenburg, Sponsel
- Trainer
- Michael Oenning
- SpVgg Greuther Fürth
- Loboué - Schröck, Biliskov
, Karaslavov, Felgenhauer (66. Shqipran Skeraj
) - Burkhardt, Nehrig
(81. Aleksandar Kotuljac), Ilicevic - Takyi, Allagui (66. Thomas Wörle), Reisinger - Reservebank
- Wörle, Kirschstein, Mauersberger, Brückner, Kotuljac, Haas, Skeraj

- Trainer
- Benno Möhlmann
Abpfiff in Nürnberg. Der Club geht als Sieger aus diesem Derby!
Die Nürnberger Fankurve tobt. 2 Minuten Nachspielzeit stellen keine Gefahr mehr für die Fans dar.
Tor für den Club! Eigler kommt an die Kugel am linken Strafraumeck und zielt ins obere rechte Toreck. Loboué kann nichts gegen den Paradetreffer anrichten.
Burkhardt passt auf Illevic. Der zieht mit links ab, aber die Kugel kommt nicht an.
Auch Eigler meckert. Dafür sieht er Gelb.
Fandel schickt den fürther Teammanager Azzouzi auf die Tribüne. Er hat wohl zu laut gemeckert.
Ausgleich für den Club. Nach einiger Diskussion gibt Fandel den Treffer frei. Schröck war wohl mit der Hand am Ball. Fandel ließ jedoch laufen und Boakye köpft dann das Leder aus 2 Metern auf Lobué. Maroh setzt zum Nachschuss an und trifft.
Skeraj grätscht Bieler mit vollem Risiko.
Illevic geht gegen Schäfer. Wieder brilliert der Keeper und fischt ihm die Kugel vom Fuß.
Biliskov ist jetzt Kapitän und kommt mit dem Kopf an den Ball. Aber die Kugel geht leicht drüber.
Doppelwechsel
Breska foult direkt Felgenhauer.
Das hohe Bein von Biliskov landet am Mund von Perchtold.
Ilevic prüft Schäfer aus der Distanz. Doch Schäfer besteht.
Der Club spielt in dieser Halbzeit mit dem Gesicht zu den Fans. Die stehen voll und ganz hinter Ihrer Mannschaft.
Fürth kontert. Allagui schiebt auf Takyi, der reicht weiter an Ilevic. Doch er kommt nicht ganz ran.
Kluge lässt eine Chance aus. Frantz spielt auf Eigler, der auf Kluge. Klug steht 10 Meter vor dem Tor und sollte aufs fast leere Tor abziehen. Doch er legt sich den Ball auf links und wird gestört.
Die Mannschaften stehen unverändert am Platz.
Es geht weiter.
Fandel pfeifft zur Pause.
Leichter Schneefall hat eingesetzt. Das Spiel ist dadurch bisher unbeeinflusst.
Reinhardt und Boakye spielen einen Doppelpass. Reinhardt kommt am rechten Strafraum zum Schuss. Die Kugel geht flach links am Fürther Tor vorbei.
Fürth ist wieder vollständig. Nehrig kommt leicht humpelnd wieder ins Spiel.
Nehrig übersteht den Zweikampf mit Pinola nicht und muss behandelt werden. Das Spiel geht weiter.
Tor für Fürth. Die Gäste stehen in Überzahl in der gegnerischen Hälfte. Schröck hat Raum und flankt präzise auf Reisinger. Ungedeckt steht der am Elfmeterpunkt und nimmt die Kugel mit dem Kopf an. Der Ball geht neben dem rechten Pfosten ins Netz.
Takyi schiesst einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld. Bieler klärt.
Pinola lässt Allagui durch, so dass der frei vor Schäfer steht. Er versucht um Schäfer rumzudribbeln, doch Schäfer bleibt cool und fischt Ihm die Kugel vom Fuß.
Bieler steht wieder und kommt direkt zum Abschuss. Leider drüber.
Nehrig trifft Bieler unabsichtlich, aber hart mit dem Fuß am Hals.
Boakye nutz den freigewordenen Raum vor dem Fürther Tor und zieht am 16er ab. Karaslavov wirft sich jedoch in die Schussbahn.
Das Leder erreicht Allagui am Strafraum. Reinhardt versucht zu klären, doch Allagui kommt zum Schuss. Flach verfehlt der Ball den linken Pfosten.
Takyi feuert einen Warnschuss nach dem Freistoß ab und zieht knapp über die Mauer und das Nürnberger Tor.
Im Laufduell geraten Reinhardt und Allagui zusammen.
Kluge gibt für den Club Gas und bekommt das Leder. Loboué sieht die Gefahr und stürmt aus seinem Tor und berührt gerade noch den Ball. Wieder eine Chance.
Der Club geht mit Eigler vor. Biliskov stellt sich dem Zweikampf und gewinnt mit Glück.
Das Spiel wird häufig Unterbrochen. Beide Mannschaften zeigen Kampfgeist.
Die Fürther kontern mit Takyi über links. Flanke auf den langen Pfosten, doch Frantz klärt zur Ecke.
Was für eine Chance für den Club. Judt fiiegt am Fünfer völlig frei zum Kopfball an. Doch Lobué kann mit den Füßen wehren.
Knappe Entscheidung. Boakye geht scheinbar zu früh nach vorn. Reinhardt spielte Ihn an. Abseits.
Fürth kommt über links mit Reisinger. Die Flanke geht aber hinter das Nürnberger Tor.
Der spielt agressiv und baut Druck auf. Schröck klärt. Einwurf.
Anstoß!
1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther Fürth






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