Teamcheck Freitag, 22.02.2013

VfB: Drei Schritte ins Glück

Stuttgart startete schwach in die Rückrunde. Nun scheint man sich aber wieder gefangen zu haben.

Seit Dezember 2010 im Amt beim VfB Stuttgart: Trainer Bruno Labbadia.

Seit seinen Engagements bei Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV hat Bruno Labbadia den Ruf weg, stark in eine Saison zu starten, diese aber am Ende schwach ausklingen zu lassen. Doch bei seiner aktuellen Station schien der Stuttgarter Übungsleiter diesen Fluch abgelegt zu haben - womöglich weil er erst im Dezember 2010 nach Baden-Württemberg kam und so direkt erst mit einer Rückrunde startete.

Den Befürchtungen, in Zukunft dann vielleicht die Hinrunden schwächer zu gestalten und so den Fluch umkehren zu lassen, nahm er ebenfalls den Wind aus den Segeln. Denn er erreichte mit den Schwaben in seinem ersten kompletten Trainerjahr nach 18 Spielen einen soliden Rang 10 – nach 34 Spieltagen schließlich Rang sechs und damit die Qualifikation für die Europa League. Auf den ersten Blick auch hier eine Steigerung in Teil zwei, doch nachdem er den VfB auf Rang 17 einst übernommen hatte, eher eine stetige Verbesserung nach oben. Der gebürtige Darmstädter war somit im "Ländle" angekommen und so war es kein Wunder, dass die Verantwortlichen schnell mit ihm verlängern wollten.

Birgt der Vertrag die Rückkehr des Fluchs in sich?

"Wir werden uns in der Türkei unterhalten, ich will das im Januar geklärt haben. Unser Ziel als Verein muss es sein, im Januar zu verlängern“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic im Laufe der Vorrunde der "Bild am Sonntag". Klar, der Verein wollte schnell handeln, Labbadia ließ sich hingegen erst noch ein wenig Zeit. Sein Grund dafür, geäußert im Dezember 2012 gegenüber der "Süddeutschen Zeitung": "Am Ende haben wir nur 200.000 Euro ausgeben können. Frankfurt hat als Aufsteiger sieben Millionen ausgegeben. Ich will nicht jammern, aber es stört mich schon, dass das keinen interessiert."

Ende Januar war es aber geschafft: Der Verein konnte Labbadia halten, der selbst mit dem Wolfsburger Felipe, Manchester United-Stürmer Federico Macheda (beide ausgeliehen) und Technik-Talent Alexandru Maxim (Vertrag bis 2017) gute Argumente geliefert bekam. Seine schlussendliche Begründung seiner Vertragsverlängerung gegenüber dem "Kicker": "Totale Lust. Ich sehe das Potential des Klubs und die Möglichkeit, dass man den Verein noch weiter nach vorne treiben kann, was dieser selbst auch anstrebt."

Mit vier Niederlagen gestartet

Doch just seit diesem Verlängerungs-Wirrwarr steckte der Wurm im Team. Nach einer soliden Hinrunde mit Platz zehn und nur zwei Punkten Rückstand auf Rang sechs sowie dem Weiterkommen in der Gruppenphase der Europa League verschwanden die positiven Resultate vorerst aus der VfB-Statistik. Mit vier Niederlagen in Serie startete Labbadias Kader ins Jahr 2013, gefolgt von einem 1:1 im Hinspiel der Europa League-Zwischenrunde gegen den KRC Genk, dessen Treffer man in der 91. Minute hinnehmen musste.

Seitdem stehen die Zeichen beim VfB auf Trotzreaktion – und zwar so schnell wie möglich. Bobic formulierte es auf der Pressekonferenz nach der 1:4-Pleite gegen Werder Bremen wie folgt, als keine Fragen von Seiten der Journalisten aufkamen: "Sind wir alle tot? Klar ist es jetzt ungemütlich. Wir liegen im Dreck. Da kommt man nur mit Erfolgserlebnissen wieder raus. Das wird ein harter und schwieriger Weg."

Drei Schritte ins Glück

Schritt eins: Siegen – egal wie. Das glückte bereits beim Duell mit dem ebenfalls schwächelnden Nachbar aus Hoffenheim, das der VfB knapp mit 1:0 gewann. Schritt zwei: Wirkung nutzen und nachlegen. Das gelang im Rückspiel der Europa League in Genk am Donnerstag, 21.02.13, als man sich mit einem 2:0-Erfolg für die nächste Runde qualifizierte. Schritt drei: Heilung abschließen und sich quickfidel zurückmelden. Das kann dann am Samstag, 23.02.13, ab 15.30 Uhr passieren. Es wird sich zeigen: Wirkt das Stuttgarter Medikament tatsächlich oder kann der 1. FC Nürnberg für einen Rückfall sorgen?

Spieldaten

23. Spieltag, 1. Bundesliga 2012/2013
1 : 1
VfB Stuttgart
51. Ibrahima Traore 1:0
1. FC Nürnberg
77. Markus Feulner 1:1
Stadion
Mercedes-Benz Arena
Datum
23.02.2013 15:30 Uhr
Schiedsrichter
Tobias Stieler
Zuschauer
46570

Aufstellung

VfB Stuttgart
Ulreich - Niedermeier, Molinaro, Tasci, Sakai - Kvist, Traore (84. Macheda), Harnik (73. Okazaki), Gentner, Holzhauser (90. Maxim) - Ibisevic
Reservebank
Ziegler, Felipe, Boka, Rüdiger, Okazaki, Maxim, Macheda
Trainer
Bruno Labbadia
1. FC Nürnberg
Schäfer - Pinola, Nilsson, Chandler, Frantz - Feulner, Balitsch, Kanazaki (46. Esswein), Kiyotake, Simons - Polter (68. Pekhart)
Reservebank
Rakovsky, Dabanli, Plattenhardt, Korczowski, Mendler, Esswein, Pekhart
Trainer
Michael Wiesinger

Ereignisse

15. min Spielstand: 0:0
Mu Kanazaki

46. min Spielstand: 0:0
Alexander Esswein kommt für Mu Kanazaki

51. min Spielstand: 1:0
Ibrahima Traore

58. min Spielstand: 1:0
Timothy Chandler

59. min Spielstand: 1:0
Martin Harnik

63. min Spielstand: 1:0
Sebastian Polter

68. min Spielstand: 1:0
Tomas Pekhart kommt für Sebastian Polter

73. min Spielstand: 1:0
Shinji Okazaki kommt für Martin Harnik

77. min Spielstand: 1:1
Markus Feulner

84. min Spielstand: 1:1
Federico Macheda kommt für Ibrahima Traore

90. min Spielstand: 1:1
Alexandru Maxim kommt für Christian Holzhauser