Sonntag, 15.02.2009

Abschied vom Tivoli: Nichts drin für den Club

2:6 (1:4) verlor der 1. FC Nürnberg gegen Alemannia Aachen. Keine Chance für die Club-Kicker am Tivoli.

Der Club erlebte im altehrwürdigen Tivoli-Stadion gegen die Alemannia aus Aachen eine Partie, wie er sie sich nicht vorgestellt hatte. Im Hexenkessel mit 20.155 Zuschauern – rund 2.000 Club-Fans hatten sich auf den weiten Weg in den Westen gemacht und sorgten für rot-schwarze Stimmung – lag der Club nach einer Viertelstunde bereits mit 0:2 hinten. Aber der Club verschlief nicht nur die Anfangsphase.

Nach einigem Abtasten der Teams merkten die Fans, dass etwas in der Luft lag: Zwei Sonntagsschüsse von Lewis Holtby, dem 18-jährigen Aachener mit den giftgrünen Schuhen, rüttelten den Club ganz kräftig wach. In der 10. Spielminute schlug der erste Ball im Club-Tor ein – Holtby traf nach einem langen Pass quer übers Feld ins linke Eck des Kastens. Keine Chance für Routinier Raphael Schäfer. Tor zwei gegen den Club nur fünf Minuten später (15.): Es war wieder Holtby, der nach einer abgewehrten Ecke aus gut 18 Metern abzog und in die Maschen traf.

Boakye mit dem Anschlusstreffer

Nach einigen Schockminuten kehrte die Hoffnung kurzzeitig wieder zurück – wenn auch nur für wenige Minuten: Nach einer knappen halben Stunde (29.) markierte Isaac Boakye mit dem Kopf sein fünftes Saisontor, und noch viel wichtiger: den Anschlusstreffer zum 1:2. Christian Eigler hatte mit einer hohen Flanke dem Ghanaer den Ball mustergültig auf den Kopf serviert.

Weiter ging’s. Eigenhändig brachten die Clubberer den Ball zum Mittelpunkt des alten Tivoli, wollten mit Schwung weitermachen. Doch ohne Erfolg, der Club musste sich weitgehend aufs Verteidigen konzentrieren, nach vorne ging nichts. Vor der Halbzeit zeigte die Alemannia, wie gefährlich sie nach Standardsituationen ist (40.). Nach einer Flanke aus dem rechten Halbfeld, traf Mirko Casper mit dem Kopf zum 3:1.

Halbzeitstand 4:1

Aber das sollte es noch lange nicht gewesen sein: Vor dem Halbzeitpfiff noch einmal Jubel für die gelben-schwarzen Aachener. In der 45. Minute traf Auer zum 4:1 und schickte die Club-Spieler mit langen Gesichtern in die Kabine. Passend zur allgemeinen Stimmung: Zum Anpfiff der zweiten Halbzeit hatte sich die Sonne verzogen, leichter Schneefall setzte ein über dem Aachener Tivoli. Nur wenige hundert Meter vom alten Stadion steht übrigens schon der neue Tivoli. Ein Betonskelett, das im kommenden Sommer fertig werden soll.

Kaum anders als in Halbzeit eins lief es in der zweiten Hälfte. Auf der Aachener Anzeigetafel stand nach einer weiteren Chance von Holtby bereits in der 55. Minute die 5:1-Führung für Aachen, obwohl der Schuss im Toraus gelandet war. Kaum Zwei Minuten später war es dann soweit. Wieder zeigten die Aachener ihre Stärke nach Standardsituationen: die Ecke kam von rechts, wo Szilard Nemeth stand. Den Kopfball konnte Schäfer in der Luft noch parieren, der Nachschuss landete unter der Latte (57.). Damit stand es tatsächlich 5:1.

Andy Wolf im Kader

Kaum etwas klappte in der Folgezeit. Ohne viel Jubel nahmen die Fans das 5:2 zur Kenntnis. Isaac Boakye schoss sein zweites Kopfballtor (66.). Auch das änderte nicht viel an der Situation: Torwart Schäfer flogen die Bälle nur so um die Ohren (68./70.). In der 73. Spielminute jubelte Alemannia Aachen wiederum. Nach einer Ecke – wieder von der rechten Seite – kam Daniel Gygax zum Kopfball und schlug eine Kerze. Den abtropfenden Ball schnappte sich der Aachener Cristian Fiel und schoss. Wieder keine Chance für Raphael Schäfer, inzwischen stand es 6:2.

Drei Wechsel nahm Michael Oenning vor, der trotz Schneefalls und Frust neben der Reservebank in der Coaching-Zone stand und versuchte auf seine Mannschaft Einfluss zu nehmen – leider ohne Erfolg. Juri Judt ersetzte den Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier (ihm platzte schon in der ersten Halbzeit das Trommelfell). Daniel Gygax kam für Mike Frantz, Marcel Risse für Marek Mintal. Eine positive Randgeschichte wurde trotz allem geschrieben: Durch die Erkrankung von Dominik Reinhardt rückte Andy Wolf in den Kader und saß in Aachen zum ersten Mal seit seinem Kreuzbandriss in der Hinrunde wieder auf der Reservebank.

Am Sonntag gegen Wehen-Wiesbaden

Ein Tag, an dem viel zusammen kam. Kein Erfolg nach vorn, und Schwierigkeiten nach hinten. Zum ersten Mal bekam der Club mehr als zwei Gegentore. Als nächstes geht es vor heimischen Rängen im easyCredit-Stadion am Sonntag gegen den SV Wehen-Wiesbaden.