14.09.2006

Meyer: "Natürlich wollen wir gewinnen"

Zum 100. Mal in der Bundesliga auf der Trainerbank: Hans Meyer

Nürnberg - Die dreiwöchige Bundesligapause geht ihrem Ende zu. Am Samstag (16.09.06, 15.30 Uhr) rollt im easyCredit-Stadion endlich wieder der Ball: Der 1. FC Nürnberg empfängt den VfL Bochum. Die Vorfreude bei Trainer Hans Meyer und der Mannschaft ist groß. Mit einem weiteren "Dreier" würde der FCN den neunten Heimsieg in Folge einfahren und damit den Vereinsrekord weiter ausbauen.

Dabei können sich die Cluberer der zahlreichen und lautstarken Unterstützung durch die Fans sicher sein. Für die Partie waren bis Donnerstagnachmittag (14.09.06) bereits 37.000 Karten verkauft. Aufgrund des erwartet hohen Zuschaueraufkommens und der gleichzeitig in der Nachbarschaft stattfindenden Fachmesse GaLaBau bittet der Verein um eine frühzeitige Anfahrt bzw. Anreise mit dem Öffentlichen Nahverkehr. Die An- und Abreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg ist wie gewohnt in den Eintrittskarten inbegriffen.

Favorit, kein Favorit, Favorit, kein Favorit, Favorit,...

Der 1. FC Nürnberg geht als Spitzenreiter in das Duell mit dem Tabellenvorletzten aus dem Ruhrpott und wird als Favorit gehandelt. Allerdings ist Bochum am Samstag nicht zu unterschätzen. Von den letzten vier Bundesliga-Vergleichen zwischen den beiden Teams gewann der VfL drei. Die Elf von Trainer Marcel Koller ist in der laufenden Spielzeit noch ohne Sieg und wird am Samstag alles daran setzen, endlich ein Erfolgserlebnis feiern zu können.

FCN-Coach Meyer maß daher der Tatsache, dass der nächste Gegner 16 Plätze hinter der eigenen Mannschaft rangiert, am Donnerstag auf der Pressekonferenz keine große Bedeutung zu: "Die Frage, ob wir Favorit sind oder nicht, relativiert sich, wenn man die vergangenen Jahre betrachtet und sieht, wo der Club bislang stand", so der 63-Jährige vor seinem 100. Bundesligaspiel auf der Trainerbank. "Ich kenne keine Mannschaft, die nach Nürnberg kommt und hier nicht gewinnen könnte."

Im Angriff dünn besetzt

Gleichwohl hofft Meyer natürlich auf einen positiven Ausgang der Begegnung und seinen ersten Heimsieg als Coach gegen Bochum (nach zwei Unentschieden): "Natürlich wollen wir am Samstag gewinnen." Voraussichtlich wird die Mannschaft bei dieser Mission aber ohne einige Stammkräfte auskommen müssen. Die Liste der verletzten und angeschlagenen Spieler beim Club ist inzwischen beachtlich. "In den letzten Tagen haben wir mehr Probleme mit Krankheiten gehabt, als mir lieb ist", klagte Meyer, gab sich jedoch zugleich kämpferisch: "Der Club ist sicherlich schon mit schwierigeren Situationen vor Begegnungen fertig geworden."

Mittelstürmer Markus Schroth hat seine Mandelentzündung überstanden, wirkte im Training allerdings noch stark geschwächt. Robert Vittek verspürt nach seiner Knieverletzung keine Schmerzen mehr, dem Slowaken fehlt aber ebenfalls noch die Kraft. Außerdem zog sich Leon Benko Anfang der Woche im Training eine Innenbanddehnung zu, während Ivan Saenko - der zweite Außenstürmer - seit Tagen an einer vereiterten Nebenhöhle laboriert. Die Alternativen in der Offensive sind dünn gesät.

Mintal könnte in der Startelf stehen

Aber mit der Rückkehr von Marek Mintal gibt es auch einen Hoffnungsschimmer. Der Slowake könnte am Samstag erstmals seit dem 28. Januar dieses Jahres von Beginn an auflaufen. Nach seinem zweifachen Mittelfußbruch bestand Mintal während der Bundesligapause zwei Spiele über 90 Minuten in der Nationalelf ohne Probleme und hat damit den Belastungstest bestanden. Welche Spieler für den Kader gegen Bochum nominiert werden, ließ der Trainer am Donnerstag aber noch offen. Die Entscheidung soll erst nach dem Abschlusstraining fallen.

15.09.2006

"Leistungen von Nürnberg <br>und Bochum nicht überbewerten!"

"Zwetschke" Misimovic will beim FCN nicht wieder ins Straucheln geraten

Nürnberg - 2:1 gewann der VfL Bochum am vergangenen Samstag (09.09.06) seine Erstrunden-Pokalpartie beim FC Homburg. "Das Spiel war viel klarer, als es das Ergebnis ausdrückt", meint Zvjezdan Misimovic, bosnischer Nationalspieler in Reihen des VfL.

Der Mittelfeld-Regisseur, von vielen aufgrund seines schwer aussprechbaren Vornamens "Zwetschge" genannt, spricht im Interview mit fcn.de über den Bundesliga-Fehlstart, seine veränderte Spielweise und den neuen Stürmer Theofanis Gekas.

Zvjezdan Misimovic, wie der 1. FC Nürnberg hat sich auch der VfL Bochum in der 1. Pokalrunde bei einem Oberligisten durchgesetzt. Wie wichtig war das Weiterkommen für Ihren Verein?

Zvjezdan Misimovic: Wir Spieler haben uns nach dem verpatzten Saisonauftakt ein wenig Selbstvertrauen geholt. Das Spiel war viel klarer, als es das Ergebnis ausdrückt, und daraus konnten wir schon etwas ziehen. Für den Verein ist der Pokal natürlich auch finanziell wichtig, und vielleicht bekommt der VfL ja endlich mal wieder ein Heimspiel zugelost.

Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für den Fehlstart in der Bundesliga nach drei Niederlagen gegen Mainz, München und Cottbus?

Zvjezdan Misimovic: Wir haben nicht so schlecht gespielt, wie unser Punktestand es vermuten lässt. Gegen Mainz und Cottbus waren wir klar überlegen, haben nur keine Tore gemacht. Selbst gegen die Bayern hatten wir Chancen. Wir müssen einfach nur cleverer und konsequenter im Abschluss werden.

Nach dem 0:1 gegen Energie Cottbus gingen die VfL-Fans auf die Barrikaden und pfiffen Spieler wie Trainer aus. Ist es vielleicht sogar ganz gut, dass Bochum auswärts spielen muss?

Zvjezdan Misimovic: Na ja, "die Fans" würde ja bedeuten, es wären alle gewesen. Aber es waren vielleicht 50 die gerufen haben. Auf die Barrikaden ist keiner gegangen, aber dass die Fans enttäuscht und sauer waren, weil wir gegen Cottbus verloren haben, das ist völlig okay. Das waren wir auch. Ob es jetzt ein Vorteil ist, auswärts zu spielen, weiß ich nicht. In Nürnberg haben wir aber häufig gut ausgesehen, oder?

Nein, nicht wirklich. Der direkte Vergleich beider Mannschaften spricht jeweils für den Gastgeber. Neun von 16 Spielen in Nürnberg gewann der FCN, elf von 16 Partien in Bochum der VfL.

Zvjezdan Misimovic: Ich gebe absolut nichts auf die Statistik, wobei ich trotzdem meine, dass die jüngere Vergangenheit dann wieder für uns spricht...

Das letzte Aufeinandertreffen in Nürnberg gewann der FCN, davor war aber Bochum dreimal siegreich, ja. Aber reden wir noch mal über die Bochumer Abschlussschwäche: Um die Durchschlagskraft zu erhöhen, hat das VfL-Management vor kurzem einen neuen Stürmer verpflichtet: Theofanis Gekas. Im Pokal erzielte der Grieche gleich sein erstes Pflichtspieltor. Könnte er auch in der Bundesliga einer sein, der die Kohlen aus dem Feuer holt?

Zvjezdan Misimovic: "Fani" bewegt sich gut und harmoniert auch schon mit Fabio (Fabio Junior, der zweite Stürmer. Anm. d. Red.). Er sucht den direkten Weg zum Tor und arbeitet viel nach hinten. Außerdem ist er ein lustiger Kerl und hat sich in den ersten Wochen gut ins Team eingefügt.

Sie waren im ersten Bundesliga-Spiel Gelb-Rot-gesperrt und griffen erst am 2. Spieltag ein. Was haben Sie sich für die Partie am Samstag beim 1. FC Nürnberg vorgenommen?

Zvjezdan Misimovic: Wir wollen auf jeden Fall in Nürnberg punkten!

In der letzten Saison trafen Sie in 29 Zweitliga-Spielen elfmal, und auch in der Nationalmannschaft sind Ihnen schon einige Tore gelungen. In der Bundesliga dagegen stehen nach insgesamt 36 Einsätzen nur drei Treffer zu Buche. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Zvjezdan Misimovic: Viele der 36 Einsätze waren Jokereinsätze, außerdem habe ich mein Spiel verändert. Aber in dieser Saison will ich in jedem Fall meine Tore machen.

Inwiefern haben Sie Ihr Spiel verändert?

Zvjezdan Misimovic: Ich muss bei Marcel Koller mehr nach hinten arbeiten. Auch wenn mir das anfangs schwer fiel, so habe ich nun, wenn ich mehr aus der Tiefe komme, auch mehr Möglichkeiten.

Der Club hat einen fast optimalen Saisonstart hingelegt und führt die Tabelle zusammen mit den Bayern und Schalke mit sieben Punkten an. Hätten Sie der Mannschaft von Hans Meyer solch einen Auftakt zugetraut?

Zvjezdan Misimovic: Schon zum Ende der letzten Saison hat der FCN eine tolle Serie hingelegt. Aber nach drei Spieltagen sollte man weder unsere Leistungen noch die der Nürnberger überbewerten.

Marek Mintal und Robert Vittek haben nach ihren Verletzungen noch nicht ihr optimales Leistungsniveau erreicht. Welche Cluberer außer den beiden Slowaken imponieren Ihnen?

Zvjezdan Misimovic: Saenko ist ein interessanter Spieler. Schnell, gefährlich und mit Spielwitz. Auf den muss man aufpassen.

Saenko fällt wegen einer Nebenhöhlenerweiterung wahrscheinlich aus.

Zvjezdan Misimovic: Er ist unberechenbar.

Der VfL steht als Tabellenletzter in Nürnberg schon stark unter Druck. Müssen wir deshalb offensive Gäste erwarten?

Zvjezdan Misimovic: Wie unser Trainer schon gesagt hat: Wir fahren nicht nach Nürnberg, um in Schönheit zu sterben. Wir wollen punkten, wie ist letztlich egal.

Glück können wir Ihnen dafür leider nicht wünschen. Dennoch vielen Dank für das Gespräch und ein tolles Spiel!

14.09.2006

Gräfe pfeift FCN-VfL

Der FCN hat mit Manuel Gräfe eine ausgezeichnete Heim-Bilanz

Nürnberg - Manuel Gräfe aus Berlin leitet am Samstag (16.09.06, 15.30 Uhr) das Club-Heimspiel gegen den VfL Bochum. Der in einer Woche 33-jährige Sportwissenschaftler zählt seit 1999 zu den DFB-Schiedsrichtern und pfiff bislang 31 Bundesliga-Spiele sowie 38 Zweitligapartien.

Mit dem Club kam Gräfe bisher insgesamt siebenmal in Berührung. Und die Bilanz kann sich sehen lassen! Drei Heimspiele unter Gräfes Regie - gegen die Nordlichter Bremen, Hamburg und Wolfsburg - wurden gewonnen, eins endete unentschieden.

Am Samstag wird Gräfe im easyCredit-Stadion von seinen Assistenten Harry Ehing und Stefan Lupp sowie Robert Kampka in seiner Funktion als vierter Offizieller unterstützt.