18.08.2006

Schroths Blitz-Treffer sichert Sieg

Sein zweiter Saisontreffer bedeutete den Sieg: Markus Schroth

Nürnberg - Der FCN mischt in der Bundesliga weiterhin ganz oben mit. Am Freitagabend (18.08.06) gewannen die Schützlinge von Trainer Hans Meyer vor 46.780 Zuschauern im ausverkauften easyCredit-Stadion gegen Borussia M'gladbach mit 1:0 (1:0). "Matchwinner" für die Hausherren war Markus Schroth, der bereits in der fünften Minute im Anschluss an einen Freistoß von Jan Kristiansen das Tor des Tages erzielte.

Einziger Wermutstropfen: Nach Robert Vittek haben die Franken mit Tomas Galasek den nächsten Verletzten zu beklagen. Der tschechische Nationalspieler erlitt in der 19. Minute in einem Zweikampf mit Gladbachs Michael Delura eine tiefe Platzwunde an der Stirn und musste ausgewechselt werden.

Bester Start der Club-Geschichte

Mit dem zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel hat der Club den besten Bundesliga-Start seiner Vereinshistorie hingelegt und grüßt den Rest des Feldes zumindest bis Samstag weiter von der Tabellenspitze. Dabei entpuppen sich die Fohlen, die ebenfalls mit einem Sieg in die neue Spielzeit gestartet waren (2:0 gegen Cottbus), immer mehr als Lieblingsgegner. Seit vier Spielen ungeschlagen und drei "Dreier" in Folge - so die eindrucksvolle Nürnberger Bilanz gegen die Elf vom Niederrhein.

FCN-Trainer Hans Meyer reagierte auf Vitteks Ausfall mit einer Systemumstellung. Statt 4-3-3 lautete die taktische Formation 4-4-2, in die Jan Polak nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre rückte. Meyers Gegenüber Jupp Heynckes musste auf Peer Kluge verzichten, den Hassan El Fakiri ersetzte. Zudem kam Oliver Kirch für Nando Rafael.

Perfekter Beginn

Vor herrlicher Kulisse erwischte der Club einen Start nach Maß. Kristiansen brachte auf Rechtsaußen einen Freistoß nach innen, Glauber gewann den Zweikampf gegen Delura und der Ball gelangte zu Schroth. Wie in Stuttgart traf der Stürmer aus kurzer Distanz per Flugkopfball, diesmal hatte Bo Svensson das Nachsehen - 1:0 (5.)!

Der FCN stellte die Räume im Mittelfeld gut zu und kam durch einen Kristiansen-Freistoß zur nächsten Gelegenheit (13.). Auf der anderen Seite bot sich Oliver Neuville nach einem Fehler von Andreas Wolf eine große Möglichkeit, doch der Nationalspieler schoss übers Tor (14.). Auch Federico Insua hätte einnetzen müssen, konnte aber eine Flanke von Marcell Jansen wenige Meter vor Schäfers Kasten nicht verwerten (15.).

Pinola kommt für Galasek

Die Hausherren präsentierten sich sehr spritzig und aggressiv, ließen den Gladbachern kaum Platz und versuchten immer wieder über Polaks rechte Seite Druck zu entwickeln. Dass der verletzte Vittek, der auf der Tribüne saß, fehlte, war zunächst kaum aufgefallen. Nach knapp 20 Minuten mussten die Cluberer allerdings die nächste bittere Pille schlucken: Galasek war von Delura am Kopf getroffen worden und musste blutüberströmt den Rasen verlassen. Noch in der Kabine wurde er genäht. Javier Pinola kam für den Tschechen in die Partie und nahm den Platz von Kristiansen ein. Der Däne rückte ins offensive Mittelfeld vor.

Chancen sah das Publikum bis zur Halbzeit nur noch wenige. Dominik Reinhardt (26.) und Kristiansen (45.) probierten es mit Linksschüssen, erzeugten aber keine große Gefahr. Dafür stand das defensive Mittelfeld ausgezeichnet. Ivica Banovic, der sich nach Galaseks Ausfall zurückzog, und vor allem Jaouhar Mnari unterbanden viele Angriffe und versuchten schnell nach vorne zu spielen.

Gladbach drängt, Club hält dagegen

Während Meyer zur zweiten Hälfte keine Wechsel vornahm, brachte Heynckes für Delura dessen Stürmerkollegen Kahe. Die erste Gelegenheit nach dem Seitenwechsel hatten dann auch die Fohlen: Insua versuchte es nach einem Steilpass aus der Drehung, doch Raphael Schäfer war auf dem Posten (48.). Kurze Zeit später, nachdem Ivan Saenko es per Distanzschuss probiert hatte, parierte Schäfer gegen Kirch, der volley abgezogen hatte (49.). Die Gäste hatten nun mehr vom Spiel und drängten auf den Ausgleich. Echte Torgefahr erzeugten aber auch sie nicht.

Nach 63 Minuten hatten die begeisterten FCN-Fans wieder einen Grund zum Jubeln. Allerdings war die Ursache des emotionalen Ausbruchs nicht ein weiterer Treffer, sondern die Einwechslung von Marek Mintal, der nach 203 Tagen wieder ins FCN-Aufgebot zurückgekehrt war. Der Slowake ordnete sich hinter den Spitzen ein und probierte es direkt mit einem Fernschuss. Der Ball ging nur knapp am Gladbacher Tor vorbei (75.). Zuvor hatte Verteidiger Zé Antonio auf der Gegenseite einen Insua-Freistoß nur haarscharf neben das Gehäuse von Schäfer gesetzt (74.).

Jetzt zu den Bayern!

Kurz danach der nächste Aufreger: Freistoß Pinola und Eugen Polanski per Kopf - an den eigenen Pfosten! (77.). Die Westdeutschen setzten nun alles auf eine Karte und brachten mit Vaclav Sverkos einen weiteren Angreifer. Doch alles Anrennen half nichts - Meyer und seine Jungs behielten die Punkte etwas glücklich, aber auch verdient in Nürnberg! Nächste Woche Samstag (26.08.06, 15.30 Uhr) gastieren die Cluberer beim FC Bayern München. Mal sehen, ob der FCN auch in der Allianz-Arena ohne Punktverlust und Gegentor auskommt und somit die große fränkische Party weiter geht...


Das Spiel im Stenogramm:

1. FC Nürnberg: Schäfer - Reinhardt, Wolf, Glauber, Kristiansen (63. Mintal) - Galasek (27. Pinola), Mnari - Polak (90. Paulus), Banovic - Schroth, Saenko

Borussia Mönchengladbach: Keller - Bögelund, Svensson, Zé Antonio, Jansen - Polanski, El Fakiri (83. Sverkos) - Kirch, Insua - Delura (46. Kahe), Neuville

Tore: 1:0 Schroth (5.)

Zuschauer: 46.780 (ausverk.)

Schiedsrichter: Wagner

Gelbe Karten: Schroth, Wolf/Zé Antonio, Delura, Insua

Gelb-Rote Karten: -/-

Rote Karten: -/-

Download der ausführlichen Spielstatistik im PDF-Format!