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10.11.2006

Ein Erfolgserlebnis muss her

Nürnberg - Elf Spieltage sind rum. Auf zwei Siege folgten beim 1. FC Nürnberg zunächst sieben Unentschieden, zuletzt dann zwei Niederlagen. Eigentlich eine ausgeglichene Bilanz, doch die Tendenz zeigt nach unten. Der Punktevorrat aus den ersten Wochen ist aufgebraucht. "Wir haben zu Beginn der Saison praktisch über unsere Verhältnisse gelebt", sagt Trainer Hans Meyer. "Unser Problem ist momentan, dass die Resultate negativ sind, nicht aber die Spielweise der Mannschaft. Und eigentlich sind wir nicht weit von unserer Zielsetzung entfernt."

Mit Platz zwölf befindet sich der FCN im Grunde genommen immer noch genau im Soll. Klar ist aber: "Wir brauchen mal wieder ein Erfolgserlebnis", so Torhüter Raphael Schäfer. Vor dem Gastspiel am Sonntag (12.11.06, 17.00 Uhr) bei Tabellennachbar Alemannia Aachen, das punktgleich (13) einen Platz hinter dem Club rangiert, gibt der FCN-Kapitän die Marschroute vor: "Es ist eine eminent wichtige Begegnung. Dort sollten wir unbedingt wieder punkten und in die Erfolgsspur zurückkehren." Einziges Manko in den letzten Wochen: mangelnde Effektivität im Torabschluss. Schäfers Erklärungsansatz für die Ladehemmung: "Weil das Glück fehlt, fehlt das Selbstvertrauen."

Saenko wieder im Kader, Glauber-Einsatz kaum in Gefahr

Coach Meyer hat einen weiteren Grund dafür gefunden, warum zuletzt so wenig heraussprang: "Natürlich ist unsere Mannschaft sehr jung. Einige Spieler machen sich da wahrscheinlich zu viele Gedanken und blockieren." Dennoch: "Ich habe ein gutes Gefühl. Im Training lassen sich die Jungs zumindest nichts anmerken", so Meyer, der auch auf die positiven Erkenntnisse aus dem letzten Spiel gegen Spitzenreiter Werder Bremen (1:2) bauen kann: "Wir haben den Bremern, dieser Übermannschaft, lange ordentlich Paroli geboten und ihnen Probleme bereitet." Die Defensive ließ kaum Chancen zu, schaltete sich zudem immer wieder mit nach vorne ein, um ein Übergewicht im Mittelfeld herzustellen.

Nun muss es auch vorne endlich mal wieder klappen - mit mehr Entschlossenheit, Abgeklärtheit und einer Portion Glück. Das letzte Stürmertor erzielte Ivan Saenko beim 2:2 in Frankfurt. Der Russe stand gegen Bremen nicht im Kader, "weil ich mit ihm in letzter Zeit unzufrieden war", so Meyers Begründung. Nach seiner Denkpause unter der Woche gehört der talentierte Außenflitzer nun wieder zum Kader. Ansonsten versucht das gleiche Aufgebot aus dem Bremen-Spiel auch in Aachen das Bestmögliche herauszuholen. Abwehrchef Glauber musste das Training wegen Schmerzen zwar abbrechen, nachdem er einen Schlag auf den rechten Oberschenkel abbekommen hatte. "Sein Einsatz am Sonntag ist aber aller Vorraussicht nach nicht gefährdet", stellte Meyer klar.

Motto des Aufsteigers: Hop oder top

Wie seine personellen Planspielchen genau aussehen, wollte Meyer allerdings nicht verraten. "Ich glaube, ich kann Michael Frontzeck nicht überraschen mit meiner Aufstellung oder Taktik am Sonntag. Da ist die Berichterstattung heutzutage so umfassend...", scherzte der 64-Jährige, der zusammen mit dem heutigen Aachen-Trainer vor sechs Jahren Borussia Mönchengladbach betreute. "Ich nehme stark an, dass er soviel Respekt vor mir hat, dass er sagt: Komm, nimm die drei Punkte, ich schenke sie dir!".

Aachen ist mit vier Siegen, sechs Niederlagen und einem Remis in die Saison gestartet. Das Motto des derzeit zweitbesten Aufsteigers lautet also: Hop oder top! Nur Mönchengladbach, das noch ohne Unentschieden ausgekommen ist, hat seltener die Punkte geteilt. Womit wir wieder bei Frontzeck wären, der den bisherigen Saisonverlauf seiner Mannschaft so bewertet: "Wir haben teilweise sehr gute Spiele gemacht, in denen neben der kämpferischen Seite auch das Spielerische gestimmt hat. Es gab aber auch zwei Spiele, die unterm Strich negativ waren. Die haben uns gezeigt, dass noch viel Arbeit vor uns liegt."

Schlaudraff im Kader

Frontzeck, dessen Schützlinge seit vier Spielen nicht mehr gewonnen haben, muss nur auf Emmanuel Krontiris (Trainingsrückstand nach Entzündung im Mittelfuß) verzichten. Ob Nationalspieler Jan Schlaudraff, um den es zuletzt viel Wirbel gab, von Anfang an zum Einsatz kommt, "weiß ich noch nicht. Er steht aber im Kader", so der Coach im Interview mit fcn.de.

"Die Aachener sind glänzend gestartet. Ihr großer Vorteil ist ihr Stadion. Wer schon mal am Tivoli gespielt hat, weiß, was für ein fantastisches Stadion das ist. Das unterstützt das Heimteam natürlich enorm", sagt Meyer, der mit seiner Mannschaft den ersten Punkt in der Aachener Festung holen und den Fluch von neun Partien ohne Sieg beenden möchte. Ein Erfolgserlebnis muss her.

10.11.2006

"Ich hab' den Hans richtig vermisst"

Vermutet, dass es gegen Nürnberg schwer wird: Michael Frontzeck

Nürnberg - Alemannia Aachens Coach Michael Frontzeck bekleidete im Juli 2000 bei Borussia Mönchengladbach seine erste Stelle als Assistenztrainer an der Seite von Hans Meyer. Am Sonntag (12.11.06, 17.00 Uhr) kommt es am Aachener Tivoli zum ersten Duell zwischen ehemaligem Schüler und Lehrer. "Ich freue mich sehr", so Frontzeck im Interview mit fcn.de.

Darin äußert sich der 42-Jährige Ur-Gladbacher unter anderem über seine freundliche Aufnahme beim westlichsten Nachbarverein der Borussia, das Potenzial seiner Mannschaft und seine Erwartungen an das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg.

fcn.de: Michael Frontzeck, nach zuvor drei Niederlagen in Folge feierte Alemannia Aachen beim 0:0 in Dortmund endlich wieder ein kleines Erfolgserlebnis. Wenn Christian Fiel allein vor BVB-Keeper Roman Weidenfeller die Nerven behalten hätte, wäre für Ihr Team sogar noch mehr drin gewesen...

Michael Frontzeck: Das wäre des Guten zu viel gewesen. Man darf nicht vergessen, dass die Dortmunder auch eine große Drangphase hatten. Letztendlich war das 0:0 der verdiente Lohn für meine Mannschaft...

Vor der Partie bemängelten Sie, dass bei einigen Spielern zuletzt die richtige Einstellung gefehlt hätte. Nationalspieler Jan Schlaudraff musste in Dortmund deshalb pausieren. Waren Sie mit der Reaktion, die Ihre Truppe gezeigt hat, zufrieden?

Michael Frontzeck: Mehr als zufrieden. Die Mannschaft hat das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Sie hat die Einstellung an den Tag gelegt, die notwendig sein wird, um unser Ziel Klassenerhalt zu erreichen.

Wird Jan Schlaudraff nächsten Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg wieder mit von der Partie sein?

Michael Frontzeck: Er wird im Kader sein. Ob er von Beginn an spielt, weiß ich noch nicht.

Vor der Saison wurde Aachen von vielen als sicherer Absteiger gehandelt. Bislang hat sich die Mannschaft aber von der Gefahrenzone fern gehalten. Woran liegt's?

Michael Frontzeck: Wir haben teilweise sehr gute Spiele gemacht, in denen neben der kämpferischen Seite auch das Spielerische gestimmt hat. Es gab aber auch zwei Spiele, die unterm Strich negativ waren. Die haben uns gezeigt, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.

Warum sind Sie überzeugt davon, dass Ihre Mannschaft den Klassenerhalt schaffen wird?

Michael Frontzeck: Wenn wir von größeren Verletzungen verschont bleiben, haben wir das Potenzial dazu. Das hat die Mannschaft in dieser Saison schon unter Beweis gestellt.

Als Dieter Hecking die Alemannia nach drei Spieltagen Richtung Hannover verließ, zauberte Aachens Sportdirektor Jörg Schmadtke Sie als Nachfolger aus dem Hut. Eine Überraschung für viele - auch für Sie?

Michael Frontzeck: Ich habe sicher nicht zuhause gesessen und von der Ersten Liga geträumt. Als der Anruf von Jörg Schmadtke dann kam, ging alles relativ schnell. Ich hatte gar keine Zeit, groß überrascht zu sein.

War der Schritt vom Assistenztrainer zum Chefcoach für Sie größer als erwartet?

Michael Frontzeck: Nein.

Für viele Fans besteht ein großer Konkurrenzkampf zwischen der Gladbacher Borussia, für die Sie lange Zeit aktiv waren, und Aachen. Sie haben aber offensichtlich keine Probleme, sich mit beiden Nachbarvereinen gleichermaßen zu identifizieren, oder?

Michael Frontzeck: Ich bin gebürtiger Gladbacher, bin dort aufgewachsen und habe lange für Borussia gespielt. Meine Herkunft werde ich sicher nicht verleugnen. Aber seit dem Tag meiner Unterschrift hier in Aachen setze ich alles daran, das große gemeinsame Ziel der Alemannia zu erreichen. Übrigens bin ich hier von allen Seiten sehr freundlich empfangen worden.

Anders als bei den meisten Trainerwechseln während der Saison haben Sie in Aachen eine völlig intakte Mannschaft vorgefunden. Mussten Sie überhaupt etwas ändern an den Trainingsinhalten oder der taktischen Einstellung?

Michael Frontzeck: Ich habe die Trainingsinhalte meines Vorgängers nicht hinterfragt, sondern das trainiert, was ich für richtig halte. Das taktische System habe ich zu Beginn nicht verändert, weil wir erfolgreich waren - auch in dieser taktischen Ausrichtung. Nach den Niederlagen gegen Bielefeld und Stuttgart haben wir einen kleinen Systemwechsel vorgenommen (von 4-4-2 auf 4-2-3-1 mit Einbau eines "Doppelsechsers", Anm. d. Red.), was nicht heißt, dass das in Zukunft so bleibt.

Ihre erste Stelle als Assistenztrainer bekleideten Sie im Juli 2000 in M'Gladbach an der Seite von Chefcoach Hans Meyer. Freuen Sie sich auf das Duell mit Ihrem ehemaligen Lehrer?

Michael Frontzeck: Ich freue mich sehr, den Hans nach langer Zeit wiederzusehen. Ich habe ihn richtig vermisst.

Was für ein Spiel erwarten Sie?

Michael Frontzeck: Die Nürnberger sind über das gesamte letzte Jahr gesehen eines der erfolgreichsten deutschen Teams. Ich halte sie für eine sehr gute Mannschaft, die gut organisiert ist. Mit Mintal und Vittek verfügt der Club über Leute, die ein Spiel entscheiden können. Ich weiß also, dass es ein schweres Spiel für uns wird.

Vielen Dank, Herr Frontzeck, für das Gespräch!

10.11.2006

Rafati pfeift am Tivoli

Gut gelaunt ins 19. Bundesligaspiel: Schiri Babak Rafati

Nürnberg - Das Gastspiel des 1. FC Nürnberg bei Alemannia Aachen am Sonntag (12.11.2006, 17.00 Uhr) leitet Babak Rafati. Der 36-jährige Bankkaufmann aus Hannover pfiff den Club bisher einmal: bei Hertha BSC gab's in der Hinrunde der letzten Saison unter seiner Leitung ein 1:1. 

Rafati zählt erst seit einem Jahr zur Gilde der Bundesliga-Schiedsrichter und brachte seitdem 18 Partien über die Bühne. In seiner Freizeit joggt der Referee ganz gerne, außerdem beschäftigt er sich mit den Themen Börse und Wirtschaft. Wolfgang Walz und Peter Henes begleiten ihn am Sonntag als Assistenten nach Aachen, Mark Borsch ist vierter DFB-Offizieller.