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Die Präsidenten des 1. FC Nürnberg

Als Schatzmeister wurde erneut Keltsch gewählt. Der ehemalige Motorsportler, der den Club „als etwas Geheimnisvolles, wie den Schatz im Silbersee“ betrachtet, war schon im November 1977 in den Gesamtvorstand berufen worden. Roth sollte nun den Verein fünf Jahre lang führen, um dann 1994 erneut als Präsident die Verantwortung zu übernehmen und den Club vor dem akut drohenden Konkurs zu retten.

Sportlich stieg der Club zunächst ab. Dann schickte Roth den belgischen Trainer Jeff Vliers nach nur drei Spieltagen in die Wüste, bislang die kürzeste Amtszeit eines Trainers beim 1. FC Nürnberg.

"Hire and fire"

Nach amerikanischem Manager-Vorbild hieß Roths Devise in seiner ersten Amtszeit „hire and fire“. In den fünf Jahren als Präsident „verschliss“ er allein acht Trainer. Der DFB wachte inzwischen schon mit Argusaugen auf den Club. Nach Erreichen des Pokalfinales (2:4 gegen Bayern München) wollte Roth den Club in den UEFA-Pokal kaufen. „Ab August wird losgeballert“, kündigte er an und mahnte, dass der Club „auf keinen Fall eine graue Maus werden“ dürfe.

Das ging gründlich schief. Ohne einen einzigen Auswärtspunkt erzielt zu haben, stieg der Club sang- und klanglos ab.

Roth tritt zurück

Schon zuvor, am 20. Dezember 1983, hatte Roth für sich persönlich die Notbremse gezogen und war zurückgetreten. „Ich bin keine Melkkuh, auch mein Engagement hat Grenzen. Als ich keinerlei Dankbarkeit mehr zu spüren bekam, da musste für mich einfach Schluss sein“, begründete er seinen Abgang.

Er machte aber deutlich, wieviel ihm am Club lag: Mit rund 2,5 Mio. aus der eigenen Tasche senkte er die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Vereins auf nach eigenen Angaben nurmehr 380.000 Mark und gewährleistete damit die Lizenzerteilung durch den DFB ohne Auflagen.

Der Selbstdarsteller und sein Vize

Im Dezember 1983 trat mit Gerd Schmelzer der jüngste Präsident im bezahlten Fußball sein Amt an. Schon kurz nach seiner Wahl legte Schmelzer ein Geständnis ab: „Ich wollte aus drei Gründen Präsident werden: Mich hat die Aufgabe gereizt, weil ich Cluberer bin, Gruppenmensch, Führertyp. Der zweite Punkt: Eitelkeit.

Wer so eine Sache eingeht, muss auch ein gewisses Darstellungsbedürfnis haben, sonst würde er es ja nicht tun. Zum dritten habe ich mir gewisse Vorteile versprochen, einfach aufgrund der Kontakte. Und dazu stehe ich auch. Jeder, der etwas anderes sagt, heuchelt.“ Selten klare Worte.

Club 2000

Schmelzer wollte den „Club 2000“ modellieren: Stadionneubau, Sanierung des Vereinsgeländes und Zukunftssicherung durch Verpachtung eines Filetstücks an eine internationale Hotelkette. Eine nachträgliche Erhöhung des ursprünglichen Kaufpreises für die Nutzung eines Teils des Geländes für den Hotelbau in Höhe von 1,6 Mio. Mark ließ schon einmal den auf zehn Jahre hinaus festgeschriebenen Erbpachtzins sich fast in Nichts auflösen.