Die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter beim 1. FC Nürnberg

Beim 1. FC Nürnberg sind insgesamt 29 Schiedsrichter Mitglied. Unsere Referees pfeifen von den untersten Klassen (Firmen, Jugend- und Reservemannschaften) und den Senioren in der A-Klasse bis zur Kreisklasse. Zwei Referees leiten Begegnungen in der Kreisliga, der höchsten Liga des Kreises. Weitere zwei Kollegen pfeifen in der Bezirksliga, und hoffen auf einen weiteren Aufstieg.

Alle Schiedsrichter sind außerdem als Schiedsrichter-Assistenten in den unterschiedlichsten Klassen  (z.B. Bezirksoberliga / Bezirksliga und Kreisliga) tätig. Im Durchschnitt kommen auf einen Kreisliga-Schiedsrichter 30 Begegnungen in der Saison.

Das Erfolgsgeheimnis des Fußballsports sind seine klaren und leicht verständlichen Regeln, die seit über 100 Jahren nahezu unverändert sind. Geprägt von wachsenden Anforderungen und somit im Wandel ist hingegen die Rolle des Schiedsrichters. Nicht genug, dass binnen Sekunden komplexe Spielsituationen richtig bewertet werden müssen: Einem Pfiff wird oft unterstellt, am Saisonende nicht nur über Meisterschaft oder Abstieg, sondern darüber hinaus auch langfristig über die Zukunft von Vereinen entschieden zu haben.

Schiedsrichter in den höheren Spielklassen sind Leistungssportler. Wer in der Bundesliga zum Einsatz kommen will, benötigt Augenmaß, Autorität, Kompetenz und Erfahrung, aber auch optimale Fitness. Er muss die Regeln sicher beherrschen und über Nervenkraft verfügen. "Die besten Spiele sind die, bei denen der Schiedsrichter danach kein Thema ist", stellte der langjährige FIFA – und BL Referee Hellmut Krug treffend einmal fest.

Die Bundesliga meldet hohe Zuschauerzahlen, das Spiel von 44 Fußballer-Beinen hat in allen Klassen nichts von seiner Attraktivität verloren. Wohin würden aber diese 44 Beine laufen, gäbe es auf dem Platz nicht den Schiedsrichter? Es ist zwar das Los seine Amtes, dass er von vielen als notwendiges Übel betrachtet wird. In Wahrheit ist er aber ein wertvoller, ja unverzichtbarer Teil des ganzen Spiels. Er führt nicht Regie im Sinne eines Filmregisseurs, aber er ist der Regisseur im Sinne der Regeln. Der Ausruf "Schiedsrichter ans Telefon" ist wohl fast so alt wie der Fußball. Doch diejenigen, die ihn leichtfertig rausbrüllen, sollten sich eher am Motto einer DFB-Aktion orientieren: "Nicht meckern, sondern pfeifen".

Schiedsrichter in Deutschland 

In Deutschland gibt es ca. 80.000 Schiedsrichter (Stand 2007). Bei etwa 100.000 Spielen pro Wochenende in Deutschland reicht diese Zahl jedoch nicht aus, weshalb manche Schiedsrichter zweimal pro Woche Spiele leiten oder die untersten Klassen der Jugendmannschaften nicht mit offiziellen Schiedsrichtern angesetzt werden können. Von einem Schiedsrichter wird dabei erwartet, dass er pro Saison mindestens 6-30 Spielleitungen übernimmt und 3-10 Schiedsrichtersitzungen (ist von Landesverband zu Landesverband unterschiedlich) besucht. Erfüllt er dies nicht, fällt er aus dem "Soll" seines Vereins. Die Vereine müssen je nach Anzahl ihrer Mannschaften und deren Spielklasse eine Mindestanzahl von Schiedsrichtern abstellen. Stellen sie zu wenige ab, müssen sie Strafgelder zahlen und können in manchen Verbänden, wenn dies über mehrere Spielzeiten nicht verbessert wird, auch mit Strafen wie dem Verbot des Ausrichtens von Turnieren oder gar dem Zwangsabstieg der ersten Mannschaft bestraft werden. Das Schiedsrichteramt ist ein Ehrenamt. In Deutschland gibt es keine professionellen Schiedsrichter. Allerdings erhält man für seine Spielleitungen Spesen, die je nach Landesverband variieren. 

Für Spiele im unteren Amateurbereich liegen die Spesen unter 20 Euro. Selbst bei einem Oberligaspiel müssen sich der Schiedsrichter mit etwa 50 Euro, die Assistenten mit etwa 25 Euro begnügen (abhängig vom jeweiligen Landesverband). Über dieses Niveau kommen über 90 % der Schiedsrichter (ebenso wie über 90 % der Spieler) nicht hinaus. Erst im Profifußball werden dem Schiedsrichter höhere Beträge gezahlt. Ein Schiedsrichter in der Bundesliga erhält 4000 Euro pro Spiel, ein Assistent 1800 Euro und der vierte Offizielle ebenfalls 1800 Euro, da dieser auch als Assistent gilt, in der 2. Bundesliga jeweils die Hälfte. In der 3.Liga gibt es einen neuen Etat. Alle Schiedsrichter der 2. Bundesliga müssen dabei aber etwa genauso oft Regionalligaspiele leiten wie Zweitligaspiele. Für einen Schiedsrichter der Bundesliga kommt es dabei aber zu einem sehr hohen Aufwand: Für ein Spiel an einem Samstag muss er freitags anreisen und kommt erst spätabends am Samstag oder sogar erst sonntags zurück. Die Fahrtkosten, sowie Hotel- und die Verpflegungskosten werden vom DFB erstattet. Zum Zeitaufwand der Schiedsrichter kommen mehrere mehrtägige Lehrgänge des DFB und seines Verbandes pro Monat. Zudem bekommt er einen täglichen Trainingsplan, der auch überprüft wird.

Ein Leistungsschiedsrichter wird mit dem Cooper-Test überprüft, den Schiedsrichter, abhängig vom Verband, meistens ab der Bezirksliga zum Beweis ihrer konditionellen Leistungsfähigkeit machen müssen. Gefordert wird die Absolvierung einer bestimmten Strecke in einer bestimmten Zeit, z. B. 2700 Meter in 12 Minuten. Es existiert keine Einheitsregelung, so dass die Verbände es unterschiedlich handhaben, ab welcher Spielklasse Leistungstests durchgeführt werden müssen, und ob der Cooper-Test auch 2700 Meter betragen muss. Die Altersgrenze liegt für Bundesliga-Schiedsrichter bei 47 Jahren.

Seit der WM 2006 wird ein neuer Leistungstest, der sogenannte Helsen-Test durchgeführt (abgeleitet vom UEFA-Fitnessexperten Werner Helsen). Zunächst werden 6 Sprints à 40 Meter in jeweils höchstens 6,4 Sekunden absolviert. Anschließend werden im Intervall 150 Meter in maximal 30 Sekunden gelaufen. Zwischen jedem dieser Sprints geht der Schiedsrichter jeweils 50 Meter in genau 35 Sekunden (Assistenten in 40 Sekunden). Insgesamt muss diese Intervall-Serie 20 mal wiederholt werden. Einige Landesverbände haben diesen Test mittlerweile übernommen.

Ab der 3.Liga sowie der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals wird ein Schiedsrichter in jedem Spiel beobachtet und benotet. Auf Grund des Schiedsrichter-Skandals 2005 wird dies in Zukunft auch in der ersten Pokal-Hauptrunde der Fall sein. Außerdem werden schon seit eh und je alle Schiedsrichter regelmäßig und im Normalfall mehrfach pro Saison beobachtet, somit ihre Spielleitungen überprüft. Man spricht davon, dass ein Schiedsrichter, der mit 25 Jahren noch nicht Regionalliga pfeift, keine realistische Chance mehr hat, nach ganz oben zu kommen.

Leitbilder für die Schiedsrichter, die jetzt nicht nur in schwarz, sondern auch in blau, rot oder gelb antreten dürfen, sind die zehn deutschen Unparteiischen, die auf der Liste des Fußball-Weltverbandes (FIFA) stehen und bei internationalen Spielen eingesetzt werden. Kaum ein anderes Land hat eine solch hohe Quote. Ein Beweis für die Qualität der DFB-Referees.

Wie werde ich Schiedsrichter?

Voraussetzungen: Mindestalter 12 Jahre, zudem Mitglied in einem Verein, Interesse am Fußball, Einsatzbereitschaft für jährlich mindestens 20 Spielleitungen und Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen an acht bis zwölf Tagen pro Jahr.

Ausbildung: Je nach Landesverband 20 bis 50 Unterrichtsstunden im Zeitraum von drei bis zwölf Ausbildungstagen innerhalb von einer Woche bis sechs Wochen. Dabei Einführung in die Grundzüge der Fußballregeln.

Prüfung: Schriftliche (Beantwortung von Regelfragen) und auch körperliche Prüfung (zum Beispiel 1.000-Meter-Lauf in acht Minuten).

Einsätze: Nach Prüfung, je nach Alter im Junioren- und auch schon im Senioren-Bereich, beginnend in den Basisklassen. Hierbei erfolgt möglichst Betreuung durch erfahrene Kollegen ("Paten").

Aufstieg: Bei Eignung können gegebenenfalls auf Kreis- und Bezirksebene zwei Klassen in einem Jahr übersprungen werden. Ab Landesliga benötigt jeder Kandidat pro Spielklasse grundsätzlich ein Jahr. Bis in die Bundesliga sollen mindestens sechs bis acht Jahre veranschlagt werden. Die Eignung für die höhere Spielklasse wird durch Schiedsrichter-Beobachter festgestellt.

Anmeldungen: Über den Verein, oder bei der örtlichen Schiedsrichter-Gruppe.

(Quelle: dfb.de)

Interesse geweckt? Infos bei:

1. FC Nürnberg
Schiedsrichterobmann Robert Lehner
Valznerweiherstr. 200
90480 Nürnberg
Fax:     +49 911 940 79 77
E-Mail: info(at)fcn.de

Mit Spaß an der Pfeife

Obere Reihe stehend von links: Schiedsrichterobmann Robert Lehner, Ladislav Mandak, Johannes Pelzl, Tobias Pletz, Jan Riedel, Florian Rabinsky, Tobias Dorsch, Gerhard Gellinger.

Untere Reihe sitzend von links:
Norbert Fürther, Trudi Nador, Matangi Weingärtner, Uwe Müller, Manfred Becker, Karl-Heinz Wagenlender, Moritz Schlenk, Robert Merker.

Es fehlen: Adolf, Friedrich, Geyer, Gimlik, Jacob, Ozan, Ramian, Rechholz, Schätzlein, Poljovka, Walleth, Wissmeier, Wurm.